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Drei Millionen Euro neu verteilt

Schrägaufzug Drei Millionen Euro neu verteilt

Eine Woche vor Ende seiner Amtszeit erklärte am Montag Vaupel, dass er sich mit den Brüdern Andreas und Reinfried Pohl junior geeinigt hat, wie die Spende ihres Vaters verwendet werden soll.

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Unternehmer Andreas Pohl (links) ist sich mit OB Egon Vaupel einig über die Verwendung der Spende seines Vaters Dr. Reinfried Pohl.

Quelle: Thorsten Richter, Tobias Hirsch

Marburg. Ein in den vergangenen Tagen zwischen Oberbürgermeister Egon Vaupel und den Pohl-Erben erarbeiteter Vorschlag wird der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden, erklärte Vaupel am Montag.

Er habe dies mit seinem Nachfolger Dr. Thomas Spies besprochen. Das Parlament soll die Verwendung der Großspende im Nachtragshaushalt 2016 verankern. Die Söhne des verstorbenen DVAG-Gründers und Marburger Ehrenbürgers Dr. Reinfried Pohl, Andreas Pohl und Reinfried Pohl junior, wollten die Spende ihres Vaters für soziale und gemeinnützige Zwecke in Marburg zur Verfügung stellen.

„Uns ist es ein Anliegen, hier und jetzt etwas zu tun und die Spende unseres Vaters jetzt unmittelbar Marburg und seinen Bürgern zukommen zu lassen“, so Andreas Pohl. Auf Vorschlag von Vaupel soll eine halbe Million Euro für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gespendet werden und eine Million Euro soll helfen, alte und bedürftige Menschen in Marburg zu unterstützen.

Aufzug in weite Ferne gerückt

Familie Pohl wollte zudem, dass 1,5 Millionen Euro der Reinfried-Pohl-Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Philipps-Universität zur Verfügung gestellt werden. Bereits zu Lebzeiten hatte Dr. Pohl die Krebsforschung nachhaltig unterstützt. Er hatte zum Beispiel auch die Marburger Krebsberatungsstelle initiiert.

Dr. Pohl hatte vier Millionen Euro an die Stadt gespendet, damit diese einen Schrägaufzug zum Schloss baut. Eine Million Euro hatte die Stadt an die beiden Stiftungen St. Jakob und Heilige Elisabeth weitergeleitet. Die anderen drei Millionen Euro stärkten bisher die Liquidität der Stadt. Der Aufzug ist offenbar in weite Ferne gerückt.

„Auch mit einer geänderten Ausrichtung des Spendenzwecks wird dem Wunsch des Spenders Dr. Reinfried Pohl und dem Wunsch der Familie Pohl Rechnung getragen“, so Vaupel. Weiter erklärte Vaupel: „Ich bedanke mich ausdrücklich für das damit zum Ausdruck gebrachte Interesse der Familie Pohl an den Menschen ihrer Heimatstadt Marburg und den besonderen Aufgabenstellungen sowohl gegenüber unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen als auch älteren Menschen, die der besonderen Hilfe und Unterstützung bedürfen. Dies zeigt wieder einmal die soziale Kompetenz der Familie Pohl.“

Für den Fall, dass die Stadt eines Tages einen Schrägaufzug zum Schloss errichtet, „hat sich die Familie Pohl bereit erklärt, eine finanzielle Unterstützung zu prüfen“, teilt die Stadt mit. Unterm Strich könnte die Spende damit also verdoppelt werden.

von Anna Ntemiris

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