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Drei "Datensauger" am Werk

Kreistag Drei "Datensauger" am Werk

25,6 Gigabyte wurden im September in einer Sitzung des Kreistags "versurft". Grund dafür sind vor allem Downloads bei iTunes.

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Nicht jeder Politiker nutzt den freien Internetzugang im Kreistag um sich zu informieren. Die Datenflatrate ist besonders beliebt für das Herunterladen von Musik und Filmen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Der Kreistagssitzungssaal ist jüngst nicht nur optisch modernisiert worden. Auch die Konferenztechnik bietet den 81 Abgeordneten Möglichkeiten, wie sie sonst wohl nur Berufspolitikern offenstehen - zum Beispiel können während der Sitzungen bis zu 60 Nutzer zugleich ins Internet gehen. Das geht aus der Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage hervor, die die SPD-Fraktion zur heutigen Kreistagssitzung gestellt hat.

Gleichzeitig genutzt haben dieses Angebot allerdings bisher während Sitzungen allerdings höchstens 28 Abgeordnete, so die schriftliche Auskunft aus dem Kreishaus. Nicht gefragt hatte die SPD, zu welchen Zwecken das drahtlose Internetangebot (WLAN) während der Kreistagssitzungen mitunter genutzt wird. Eine Antwort gab die Verwaltung trotzdem, am Beispiel der Kreistagssitzung vergangenen September.

Landrat Robert Fischbach teilt darin mit, dass die Nutzung von drei Politikern im für die Kreistagsabgeordneten vorgesehenen WLAN-Netz während der Sitzung „insgesamt 25,6 Gigabyte“ betrug. Zum Vergleich: Der durchschnittliche tägliche Datenverkehr der Kreisverwaltung mit ihren Außenstellen (aber ohne Schulgebäude) wird mit etwa der doppelten Menge - 52 Gigabyte - angegeben. Und die Nutzer von privaten Festnetz-Flatrates in Deutschland haben nach Marktschätzungen im vergangene Jahr im Schnitt etwa 12,5 Gigabyte „versurft“ - pro Monat.

Aus dem Kreistag zuden Apple-Downloads

Wie „verbrät“ man in so kurzer Zeit eine solche Datenmenge? Auch dafür bietet die ungefragte Antwort des Kreisausschusses einen deutlichen Hinweis. Dort heißt es: „Der Schwerpunkt lag dabei im Bereich von Downloads bei Apple iTunes“ - dort kann man Musik, Filme, Fernsehsendungen, Apps und Bücher herunterladen und verwalten. Mehrkosten sind mit dieser regen Internetnutzung für den Kreis (und die Steuerzahler) im Übrigen nicht verbunden. Die Kreisverwaltung nutzt eine Datenflatrate, wie Kreissprecher Dr. Markus Morr auf OP-Nachfrage bestätigte. Die Veröffentlichung der wohl nicht ganz im Sinne der politischen Arbeit genutzten Internetverbindungen hat im Parlament offenbar auch schon Wirkung gezeigt. „Nach meinem Kenntnisstand hat sich bislang mindestens ein Kreistagsmitglied gemeldet“, so Dr. Morr weiter. „Haben Sie bitte aber Verständnis dafür, dass wir den Namen nicht nennen.“

von Michael Agricola

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