Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Drängende soziale Probleme sollen im Focus stehen

OB-Kandidaten Drängende soziale Probleme sollen im Focus stehen

Die Wahlversammlung der „Marburger Linken“ soll am 26. Januar den Stadtverordneten Jan Schalauske zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 14. Juni wählen.

Voriger Artikel
Fremde aufnehmen wie einst Elisabeth
Nächster Artikel
Mit dem Lautstärkemessgerät auf dem Weihnachtsmarkt

Jan Schalauske tritt für die Marburger Linke zur Oberbürgermeisterwahl am 14. Juni an.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Diesen Vorschlag machte am Montagabend erwartungsgemäß die erweiterte Fraktion der „Marburger Linken“, wie Fraktionsvorsitzender Henning Köster mitteilte. Die Entscheidung sei „einmütig“ gefallen. Köster berief die Wahlversammlung für den 26. Januar ein.

Jan Schalauske (33) ist seit 2011 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und seit Oktober dieses Jahres Landesvorsitzender der Partei „Die Linke“. Der gebürtige Lüneburger kam 2002 zum Studium nach Marburg.
Eine „reizvolle Aufgabe“ sei es trotz eher überschaubarer Siegchancen, als Kandidat der Marburger Linken bei der Direktwahl des Oberbürgermeisters anzutreten, sagte Schalauske der OP. Er löse damit aber auch eine Ankündigung ein, die er bei seiner Wahl zum Landesvorsitzenden gemacht habe: „Damals habe ich versprochen, dass ich in Marburg politisch aktiv bleibe.“

Ausführlich will Schalauske über sein Wahlprogramm nach seiner Nominierung sprechen. So viel aber sagt er schon jetzt vorab: Als OB-Kandidat will er die drängendsten sozialen Probleme der Stadt zur Sprache bringen. Angesichts einer „massiven Wohnungsnot“ und von 8 000 Menschen, die direkt an oder unterhalb der Armutsgrenze leben, müsse die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobau wieder deutlich mehr Wohnungen neu bauen, die als Sozialwohnungen zur Verfügung gestellt werden können.

Schalauske will ÖPNV ausbauen

Die Stadt habe das Problem viel zu lange ignoriert und erst in 2013 die Chance ergriffen, mit Landesmitteln über die GWH 300 Wohnungen neu zu bauen. Schalauske fordert aber, nicht nur in sozialen Brennpunkten Wohnungen zu bauen, sondern auch im Stadtzentrum. Es müsse in allen Stadtteilen eine Mischung verschiedener sozialer Gruppen angestrebt werden, um Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Ein zweites zentrales Anliegen, das Schalauske in den OB-Wahlkampf einbringen will, ist die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs. „Der ÖPNV platzt zu Stoßzeiten aus allen Nähten, aber die politische Mehrheit in Marburg diskutiert lieber über Schrägaufzug und Seilbahn“, kritisiert der Stadtverordnete. Er will den Ausbau des ÖPNV, bessere Verbindungen auch in die Außenstadt­teile und perspektivisch den Nulltarif für alle Marburgerinnen und Marburger.

Wie das bezahlt werden soll, dazu hat Schalauske klare Vorstellungen: „Auch in Marburg muss das große Geld zur Kasse gebeten werden“, fordert er und kritisiert die Senkung der Gewerbesteuer 2007. Dadurch seien der Stadt 54 Millionen Euro verlorengegangen. Die Marburger SPD dürfe nicht nur mit dem Finger nach Berlin zeigen und die Vermögenssteuer fordern, sondern da aktiv werden, wo sie Verhältnisse selbst beeinflussen kann. Für 2016 soll die Gewerbesteuer in Marburg von derzeit 370 auf 400 Punkte angehoben werden.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr