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Drachenbootrennen fällt am Samstag ins reißende Wasser

3 Tage Marburg Drachenbootrennen fällt am Samstag ins reißende Wasser

Auch bei der 17. Auflage des Marburger Stadtfests „3 Tage Marburg“ gibt es immer noch Dinge, die es bisher nicht gegeben hat.

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Der Marburger Bürstenmacher Florian Hintz präsentiert an seinem Stand im Schlosspark einen ganz besonderen Besen. Der Deutschland-Besen findet derzeit reißenden Absatz.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Zum ersten Mal in der Geschichte des Marburger Stadtfests musste das Drachenbootrennen am Samstag abgesagt werden. Aufgrund der Starkregen am Donnerstag und Freitag war der Pegel der Lahn dramatisch angestiegen - vor allem aber, so Stadtfest-Organisator Peter Mannshardt, war die Strömung so stark, dass die Rennleitung sich kurzfristig zur Absage entschied.

 

Am Sonntag konnte dann gepaddelt werden: Auf verkürzter Strecke und mit Schwimmwestenpflicht, die vielen Marburgern lieb gewordenen phantasievollen Kostüme durften diesmal nicht getragen werden. „Wir haben bis zum Schluss auch um den Samstag gekämpft - aber es wäre unverantwortlich gewesen“, so Mannshardt.

Foto: Nadine Weigel

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Ansonsten hielt das Marburger Stadtfest, was es seit 17 Jahren verspricht; Musik auf vielen Bühnen in der Innenstadt und im Schlosspark; tolle, weil ausgelassene und gleichzeitig friedliche Stimmung am Samstagabend; volle Straßen und Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag. „Wir können mit dem Verlauf sehr zufrieden sein“, sagte denn auch Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel am Sonntagmittag. Das sonni­ge Wetter am Samstag hatte ein übriges getan, um, wie man es gewohnt ist, ein Lächeln auf die Gesichter vieler Besucher zu zaubern.

Zu außergewöhnlichen Zwischenfällen kam es laut Polizei bis Sonntagnachmittag nicht. „Alles im Rahmen“, teilten die Ordnungshüter auf Anfrage mit. Schon das traditionelle Feuerwerk am Freitagabend hatte die Zuschauer begeistert. „Hätte nie gedacht, dass es so schön wird“, sagte ein Mann, der eigens aus dem Nordkreis angereist war.

Überraschend war es nämlich nach dem Schutt am Freitagnachmittag abends trocken und relativ mild geblieben - vielleicht lag das auch an dem Kunsthandwerker aus Dresden, der das erste Mal seine Schutzengel auf dem Stadtfest feilbot und zumindest am Samstag mit dem Zuspruch ganz zufrieden sein konnte. „Am Freitag hätte es ein wenig lebhafter sein können, aber für das Wetter kann keiner etwas“, sagte der Mann, dem die Atmosphäre am Samstag schlicht gefiel: „Alles so entspannt“, sagte er. Im nächsten Jahr will er wiederkommen.

Der Freitagabend gehört traditionell der Klassik: Auf dem marktplatz und am Schloss lauschten tausende Menschen Bläsern, Trommlern und Orchestern. Höhepunkt war das Höhenfeuerwerk um 23 Uhr. (Fotos: Nadine Weigel, Miriam Prüßner)

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Mehr als 1000 Künstler in der Innenstadt, am Markt und im Schlosspark geben dem Stadtfest sein typisches Gepräge - und das allein auf den „offiziellen“ Bühnen am Markt und am Schlosspark.

Es sind aber vor allem auch jene Künstler, die irgendwo am Straßenrand sitzen und „unplugged“ um ihr Publikum kämpfen - wie jener Asiate beispielsweise, der in der Nähe des Bückingsgarten seine Gitarre ausgepackt hatte und mit lauter Stimme bekannte Folk- und Bluessongs schmetterte - der Mann muss am Abend ebenso Halsschmerzen gehabt haben wie jene junge Frau, die in der Marktgasse als Teil einer Gruppe mit Streichinstrumenten singend ihren Kontrabass bearbeitete.

Derweil mühten sich wie viele andere Gruppen vorher und nachher „State of Euphoria“ auf der Schlossparkbühne um ihr Publikum mit Rock- und Hardrock-Klängen, bemerkenswerterweise nur wenige Meter entfernt von den Schülerbands, die in der Musikschule Marburg ihre Kunst lernen - das schöne am Marburger Stadtfest ist auch, dass die Bands sich nicht gegenseitig stören. Auch auf dem und um den Marktplatz waren neben der Musik etwa von „Cousin Avi“ aus der Marburger Partnerstadt Northampton noch Gespräche möglich.

Mit dem traditionellen Fassanstich eröffnete Oberbürgermeister Egon Vaupel am Freitagabend das Stadtfest. (Fotos: Nadine Weigel)

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Und noch eines ist neu auf dem Marburger Stadtfest: Eines der beherrschenden Themen zumindest bei jenen, die den steilen Anstieg zum Schloss in Angriff nahmen, war der Schrägaufzug. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so - die Zeit war (politisch) vielleicht noch nicht reif. Am Wochenende waren sich alle einig. „Es wird Zeit“, so formulierte es einer, der keuchend am Trinkwasserbrunnen unterhalb des Bückingsgarten Pause machte, „dass man hier endlich gescheit hoch kommt.“

von Till Conrad

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