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„Dort kann man sich richtig wohlfühlen“

70 Jahre Waldorfschule „Dort kann man sich richtig wohlfühlen“

Seit 70 Jahren gibt es die Freie Waldorfschule in Marburg. Das wurde am Donnerstag im Beisein vieler Gäste gefeiert.

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Einige Schüler führten den Gästen des Festaktes Eurythmie vor, eine anthroposophische Bewegungskunst.

Quelle: Suria Reiche

Marburg. Ein ganzheitlicher Erziehungsansatz, Förderung der persönlichen Fähigkeiten eines jeden Kindes, keine Auslese, dafür aber individuelle Leistungsanforderungen - das sind nur ein paar der Leitmotive der Freien Waldorfschule. „Gäbe es sie nicht schon seit 70 Jahren, man müsste sie glatt erfinden“, meint Tobias Meinel, der Schulleiter der benachbarten Elisabethschule.

Beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen der Freien Waldorfschule in Marburg sprachen er und einige weitere Gäste ihre Glückwünsche an die Schule, die Lehrer und, nicht zu vergessen, die Eltern aus.

Seit der Geburtsstunde der Freien Waldorfschule in Marburg am 28. August 1945 und der damit verbundenen Gründung des Waldorfschulvereins (heute Verein für Waldorfschulpädagogik) sind diese nämlich Mitglieder und somit an der existenziellen Mitgestaltung der Schule beteiligt.

Somit ist die Waldorfschule eine Schule, in der ein großes Engagement auf allen Seiten besteht. Das unterstrich auch Tim Trepte, der Vorstandsvorsitzende des Vereins für Waldorfschulpädagogik: „Ohne die Eltern wäre es in den letzten 70 Jahren nicht gegangen“, sagte er bei seiner Begrüßungsrede.

Schüler bereichern Fest mit künstlerischen Darbietungen

Auf diese folgten weitere Festreden, unter anderem vom Kirchhainer Stadtverordnetenvorsteher Willibald Preis, der über das Mitglied des Schulgründungskreises Lisa de Boor sprach, Oberbürgermeister Egon Vaupel und dem Vorstandvorsitzenden der Sparkasse Marburg-Biedenkopf Andreas Bartsch, der ein Geldgeschenk zum Geburtstag überreichte.

Neben dem stellvertretenden Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes Bernhard Drude, Professor Dr. Wilfried Sommer vom Lehrerseminar für Waldorfpädagogik aus Kassel, und Henning Kullak-Ublik, einem Vorstandsmitglied des Bundes der Freien Waldorfschulen, sprachen außerdem die beiden Oberstufenschülerinnen Emma Gerber und Lotte Eckstein. Ob sie auch negative Aspekte zu Wort bringen dürften, hätten sie gefragt, als man sie für die Rede vorschlug. Doch trotz der immensen Wochenstundenanzahl in der Oberstufe und der geringen Anzahl an Leistungskursen, wussten die beiden ansonsten nur Positives über ihre Schule zu berichten: Als besonders angenehm empfänden sie, dass es in den unteren Klassen auf der Waldorfschule nur schriftliche Bewertungen und keine Noten gibt, dass sie von der 1. bis zu 13. Stufe in einer Klasse bleiben und sich so eine familiäre Gemeinschaft ergäbe und schwächere Schüler mitgezogen werden würden und dass die Schule im Vergleich zu anderen eine so gute Schulküche habe. „Dort kann man sich richtig wohlfühlen!“

Und was gibt es Wichtigeres, als dass sich die Schüler in einer Schule wohlfühlen? Seit 70 Jahren stellt die Freie Waldorfschule deswegen deren individuelle Begabungen in den Mittelpunkt. Und diese danken es: Beim Festakt am Donnerstag zum Beispiel mit einer Reihe künstlerischer Beiträge.

Neben musikalischen Darbietungen des Schulorchesters zeigten einige Klassen die für die Waldorfschule so bekannte Eurythmie, eine anthroposophische Bewegungskunst. Durch den Nachmittag führte Dr. Dirk Rohde.

von Suria Reiche

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