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Doppelbesuch aus Poitiers und Northampton

Schwesterstädte Doppelbesuch aus Poitiers und Northampton

Nur knapp verpasst haben sich am vergangenen Wochenende die Partnerstädte Poitiers und die Radfahrer aus Northampton.

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Auch Radsportsfreunde: Überglücklich begrüßen die 13 Radfahrer aus Northampton einige Mitglieder des Marburger Radsportvereins 1885 vor dem Rathaus.

Quelle: Lisa Kroggel

Marburg. Die 13 Northamptoner waren tatsächlich mit ihren Fahrrädern von Northampton über Poitiers bis nach Marburg gefahren. Die jungen Männer radelten für die Initiative „autism concern“ für autistische Menschen, um auf sich aufmerksam zu machen und Spenden in Höhe von 50.000 Pfund zu sammeln. Insgesamt 8 Tage waren sie unterwegs und haben bisher 35.000 Pfund zusammenbekommen. „Wir wollten etwas machen, was noch keiner getan hat“, sagte Jon Sleightholme, der in England ein Rugby-Star ist. „Leider haben wir nicht gewusst wie weit es ist“ ergänzte er lachend während des Empfangs mit Bürgermeister Dr. Franz Kahle und dem Marburger Radsportverein.

Der wollte den Langstreckenfahrern aus Northhampton eigentlich entgegenfahren, was leider nicht klappte, weil die Engländer die Strecke unterschätzt hatten. Mit 20 Minuten Verspätung erreichten sie das Rathaus doch noch vor Freude jubelnd zum geplanten Empfang. Bürgermeister Kahle erzählte der ausgepowerten Fahrradcrew im Magistratssitzungssaal von den Besonderheiten Marburgs und übergab Jon Sleightholme einen 300-Euro-Gutschein für den guten Zweck. Auch von Jürgen Rehlich erhielten die Sportler einen 100-Pfund-Gutschein im Namen des Freundeskreises Marburg-Northampton. Die Northamptoner überreichten Kahle zum Dank ein Fahrradtrikot, das er gleich anprobierte.

Sleightholme erklärte, dass Charity-Aktionen wie diese in England ein wichtiges Fundament sozialer Arbeit seien, das momentan in einer finanziellen Krise stecke. Nach der Stippvisite hatten die Radler nur wenig Zeit, sich die Elisabethkirche anzusehen, da sie noch am selben Tag mit ihren Autos in Richtung Heimat aufbrechen mussten. „Zuhause haben unsere Freunde für morgen eine riesige Party vorbereitet“ erläuterte Sleightholme den kurzen Aufenthalt. Eine spontane Radtour machten auch die Gäste aus Poitiers. Als Kahle Jean-Marie Compte, dem poiteviner Stadtrat, von dem kürzlich am Trojedamm eröffneten Elektrofahrradverleih erzählte, wollte der Stadtrat sie einmal ausprobieren.

So kam es am Freitag zu einer kleinen Tour zum Schloss mit Dr. Kahle, M. Compte, Marion Loudiyi von der poiteviner Presse und Christine Percevault. Bei der offiziellen Begrüßung Poitiers` am Freitagnachmittag wurde von den Arbeitsgesprächen berichtet, die im Umfeld der vom Fachdienst Kultur organisierten Sommerakademie stattgefunden hatten. Compte lobte die Kunstkurse der Sommerakademie für ihre praktische Ausrichtung und die Einbeziehung der poitevinischen Jugend durch das Sommerakademie-Stipendium. In den Gesprächen einigten sich die Partnerstädte darauf, die schon seit 1961 bestehende Partnerschaft zukünftig mehr an konkreten Projekten wie der Sommerakademie auszurichten, damit sich wirklich die Bürger und vor allem die jungen Menschen begegneten.

Besonders für das 50. Jubiläum dieses deutsch-französischen Austauschs im Jahr 2011 sind Aktionen geplant, um die Beziehungen zu intensivieren. Zurzeit besteht der Austausch vor allem im schulischen, sportlichen und musikalischen Bereich. So finden zum Beispiel regelmäßige Treffen zwischen der Marburger Rugby-Mannschaft, dem Radsportverein 1885 und dem Chor Canticum Antiquum und befreundeten französischen Vereinen statt. Auch die Volkshochschule, die Freiwillige Feuerwehr und das Studentenwerk stehen in Kontakt zur Partnerstadt, wie Kahle berichtete. Zwischen den Partnerstädten Poitiers und Northampton blieb es diesmal bei einem durch Kahle übersandten Gruß des französischen Stadtrats an die Northamptoner.

von Lisa Kroggel

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