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Digitale Hilfe für Romantik-Forscher

Philipps-Universität Digitale Hilfe für Romantik-Forscher

Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Marburg, Dresden und Trier erleichtert Schlegel-Forschern mit einer digitalen Sammlung die Arbeit.

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Dr. Jochen Strobel mit seinen Projektmitarbeiterinnen (von links): Madelaine Stahl, Clara Stieglitz, Dr. Claudia Bamberg, Friedrike Wonschik, Juljana Battenberg, Aline Seidel.

Quelle: Uni-Pressestelle/Reinhold Eckstein

Marburg. Bisher unveröffentlichte Briefe des Frühromantikers August Wilhelm Schlegel liegen seit Anfang Juni in einer Online-Edition vor. Wenn diese im Jahr 2017 abgeschlossen sein wird, soll die Edition etwa 4500 Briefe von und an den Schriftsteller umfassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das Gemeinschaftsprojekt unter Marburger Federführung bislang mit einer Gesamtsumme von 400000 Euro gefördert.

August Wilhelm Schlegel (1767–1845) wirkte als Übersetzer, Kritiker und Philologe. „Vor allem war er ein wichtiger Vermittler romantischen Denkens in die bürgerliche Öffentlichkeit“, erklärt der Philologe Dr. Jochen Strobel von der Philipps-Universität, der das Editionsprojekt leitet. Zeitlebens führte Schlegel rege Briefkorrespondenz mit Hunderten von Künstlern, Gelehrten und Politikern in ganz Europa.

Die Projektpartner aus Marburg, Dresden und Trier haben es sich zur Aufgabe gemacht, die zirka 2350 bereits gedruckten, jedoch auf 140 Publikationen verteilten Briefe, und die etwa 2150 bislang nur handschriftlich überlieferten Schreiben von und an August Wilhelm Schlegel in einer digitalen Edition zusammenzuführen. Ein großer Vorteil gegenüber einer gedruckten Version ist, dass die Online-Datenbank leicht durchsuchbar und mit zusätzlichen Informationen ausgestattet sein wird.

„Ein Nutzer soll gezielt nach bestimmten Inhalten, Briefschreibern oder Namen suchen können und mittels unserer differenzierten Suchfunktion genau die Treffer aufgelistet bekommen, mit denen er weiterarbeiten kann“, führt Projektmitarbeiterin Dr. Claudia Bamberg aus.

Die Online-Plattform bietet Transkriptionen, also Übertragungen der bislang nur handschriftlich überlieferten Briefe und Druckvolltexte, die sich automatisch durchsuchen lassen, digitalisierte Handschriften und Drucke sowie Metadaten, die eine Einordnung von größeren Textmengen ermöglichen. Für die Nutzer ist darüber hinaus die integrierte Schnittstelle zum Autographenportal ‚Kalliope‘ hilfreich. Ein weiteres Projektziel ist es, am gegenwärtigen Standardisierungsprozess für digitale Editionen mitzuwirken. „Längst schon haben potenzielle Nachnutzer Interesse an unserem ausgefeilten Workflow gezeigt“, erklärt Strobel.

Die philologische Bearbeitung, die Entwicklung und Definition technischer Parameter sowie die Nutzung von Konventionen der bibliothekarischen Erschließung werden eng miteinander verzahnt und immer wieder optimiert. Hierfür arbeitet die Philipps-Universität mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften der Universität Trier zusammen.

von unseren Redakteuren

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