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Diebin muss neun Monate ins Gefängnis

Wiederholungstäterin Diebin muss neun Monate ins Gefängnis

Angeklagt war die Frau vor dem Marburger Amtsgericht wegen zweifachen Diebstahls. Die Staatsanwaltschaft warf der 38-jährigen Marburgerin vor, im Juli 2013 zusammen mit ihrer damals 15-jährigen Tochter in einem Bekleidungsgeschäft in der Innenstadt die Geldbörse einer Verkäuferin gestohlen zu haben.

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Marburg. Die Jugendliche sei in den Laden gegangen, das Diebesgut habe sie ihrer später hinzugekommenen Mutter in eine Tüte gesteckt. Die Frau bestritt die Tat vehement. Ihre Tochter habe alleine gehandelt. Sie sei mit ihr, ihrer jüngeren Schwester und einer Freundin des Mädchens in Marburg einkaufen gewesen. Die heute 16-Jährige habe sie gar nicht gerne mitgenommen, wisse sie doch, „dass sie ihre Finger nicht stillhalten kann und dann klaut“. In das Geschäft seien die Mädchen alleine gegangen. Sie habe draußen noch eine Zigarette rauchen wollen. Als sie auch hineingegangen sei, habe ihre Tochter lediglich einen Schuhkarton aus der Tasche haben wollen, um den Inhalt mit Auslagen zu vergleichen.

Die Aufnahmen der Überwachungskamera zeigten nach Überzeugung aller Beteiligten aber etwas anderes. Auf den sehr deutlichen Bildern war zu sehen, wie das Mädchen die Mutter per Handbewegung zu sich ruft und die Geldbörse vor ihren Augen in die Tüte steckt. „Das schlägt dem Fass den Boden aus, Sie gehen zusammen mit ihrer Tochter klauen“, empörte sich Staatsanwalt Christian-Konrad Hartwig.

Weiter war die Frau angeklagt, im Januar 2014 in einem Supermarkt in Cappel eine Schachtel Zigaretten und weitere Waren gestohlen zu haben. Für Letztere legte sie dem Gericht aber nun einen Kassenbon vor, der etwas vor dem Vorfall in Cappel ausgedruckt war, sodass es nur noch um die Zigaretten ging.

„Wir hatten schon länger den Verdacht, dass das nicht ehrlich abläuft bei ihren Einkäufen“, berichtete eine Kassiererin. Sie habe gesehen, wie die Frau das Diebesgut eingesteckt habe und habe einen weiteren Mitarbeiter informiert. Die Angeklagte habe dann noch wissen wollen, wo es Feuerzeuge gebe, auf dem Weg dahin habe sie die Schachtel in das Süßwarenregal geworfen, weil sie gemerkt hatte, dass sie erwischt worden ist. Beide Zeugen sagten, das gesehen zu haben. Obwohl die Marburgerin auch diese Tat bestritt, zeigte sich Richter Tobias Friedhoff von ihrer Täterschaft überzeugt. Mit dem Strafmaß blieb er zwei Monate unter Hartwigs Antrag. Eine Bewährung, wie sie Verteidiger Sascha Marks wegen „einer wenn auch dünnen günstigen Prognose“ angeregt hatte, könne es nach sieben Vorverurteilungen und zweier laufender Bewährungen nicht mehr geben, sagte der Richter. Auch wenn das natürlich nicht bewiesen werden könne, habe die Frau vermutlich noch mehr Taten begangen. „Man wird ja nicht jedes Mal erwischt.“

Marks hatte als Grund für das Bestreiten der Taten Angst vorm Gefängnis angegeben. Für die Töchter sei es zwar hart, wenn die Mutter in Haft müsse, aber diese habe aus den Vorstrafen nie Konsequenzen gezogen, sagte Friedhoff. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Heiko Krause

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