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Die sympathische Hitmaschine

Clueso-Konzert Die sympathische Hitmaschine

Wer dachte, Clueso würde vor den 200 Fans im Hofgut Dagobertshausen ­einen kleinen Set spielen und verschwinden, der wurde eines Besseren belehrt: Mehr als zwei Stunden reihte er Hit an Hit.

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In Dagobertshausen erlebten rund 200 Fans Clueso hautnah.

Quelle: Nadine Weigel

Dagobertshausen. Das Publikum wollte Clueso und seine tolle, sechsköpfige Band eigentlich gar nicht mehr von der Bühne lassen. Nach knapp zwei Stunden hatten die Fans noch lange nicht genug, forderten Zugaben und bekamen sie von einem strahlenden, sichtlich gut gelaunten Sänger.

Thomas Hübner alias Clueso (benannt nach Peter Sellers‘ tollpatschigem Inspektor Clouseau) bot ein mitreißendes Konzert mit allen Hits – von seinen Anfängen als kleiner, unbekannter Rapper in Erfurt bis zu neuen Titeln seines aktuellen Nummer-1-Albums „Stadtrandlichter“. Es ging Schlag auf Schlag: „Gewinner“, „Chicago“, „Freidrehn“, „Stadtrandlichter“, „Out of Space“, „Du bleibst“.

Von Minute zu Minute wird deutlicher: Clueso ist ein großartiger Songschreiber. Zu poetischen, lyrischen Texten kommt sehr abwechslungsreiche Musik. Die Zeit geht vielen „Zu schnell vorbei“ und Clueso hat auch nach zwei Stunden noch „Kein Bock zu gehn“.

 

Aus dem Radio kennt man am ehesten die eher softeren Versionen seiner Songs, schön und eingängig, in denen er klug und sehr authentisch Lebensgefühle beschreibt, von Liebe singt, von Freundschaften, vom Rumhängen. Doch Clueso hat sich mit seiner Band eingestimmt auf den Festivalmodus: Im Sommer wird er große Konzerte vor ganz großem Publikum spielen. Da braucht es ein wenig mehr „bumms“, um die Leute bei der Stange zu halten.

Kein Problem für ihn und seine Musiker: Angetrieben von einem Schlagzeuger, zu dem einem nur die Assoziation „das Tier“ einfällt, spielt sich die Band in einen Rausch. Reggae, Hip-Hop, Rap, Pop, Rock und sogar Techno hat Clueso im Gepäck. Die Bässe wummern sich in die Mägen der Zuschauer, satte Gitarren, ausgefeilte Keyboard-Läufe und viele Effekte – Clueso fährt alles auf, was er für ein großes Konzert braucht. Und er hat ein Händchen für Timing: Zwischendurch kommen immer wieder ruhigere Songs, wie etwa eine großartige Version von Udo Lindenbergs „Cello“.

Popstar Clueso gab ein exklusives Konzert für 200 Fans in der Eventscheune in Dagobertshausen. (Fotos: Nadine Weigel) 

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Clueso ist der Chef auf der Bühne: Sympathisch, authentisch, witzig und voller Energie präsentiert er sich in dem kleinen Raum. Nach wenigen Minuten ist er schweißgebadet – aber er hält mehr als zwei Stunden durch. Ein Konzert ist Schwerstarbeit und Clueso nimmt seinen Job ernst. Da ist es kein Wunder, dass seine Stimme am Ende nach einer furiosen Show ein wenig angegriffen ist.

Und als Clueso sich nach vielen Zugaben mit der alten „Puhdys“-Hymne „Wenn ein Mensch lebt“ verabschiedet, ist allen klar: Sie haben hier einen Star gesehen, der ein ganz großer werden wird – so wie Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer. Und mit dieser Show wird er auch auf den Festivals vor tausenden Fans abräumen, die wie in Dagobertshausen die meisten Songs mitsingen können.

Für die Fans war das von Vila Vita veranstaltete Konzert ein Geschenk. So hautnah werden sie Clueso wohl so schnell nicht mehr erleben. Der Sänger hat das Hofgut lieben gelernt: Zwei Wochen lang hat er dort mit seiner Band für die Festivals geprobt. Das Konzert war auch eine Art, „Danke“ zu sagen.

von Uwe Badouin

  • Ein Interview mit Clueso lesen Sie hier.
 
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