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Die konkreteste Form der Demokratie

Arge Marburger Stadtteilgemeinden Die konkreteste Form der Demokratie

Zur Feier des 60-jährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Marburger Stadtteilgemeinden versammelten sich deren Vertreter im Historischen Saal des Rathauses.

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Festredner Erhard Dettmering, Oberbürgermeister Egon Vaupel, Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer und Detlev „Teddy“ Scharlau, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Stadtteilgemeinden, sprachen auf dem Festakt.

Quelle: Peter Gassner

Marburg. Zwei Tage nach dem 25-jährigen Jubiläum der ­Städtepartnerschaft waren neben der Marburger Politik auch Vertreter aus Eisenach zu der Festveranstaltung gekommen, die an die Gründung der Arge im Jahr 1953 erinnerte.

Es sei nicht zufällig, dass diese Ereignisse so kurz nacheinander stattfinden, sagte Teddy Scharlau, der durch die Veranstaltung führte. Der Austausch lebe nicht zuletzt auch durch das Engagement aus den Stadtteilen heraus, so lautete dann auch der Tenor im Saal.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) lobte die Gemeinden ebenfalls. Es höre sich immer so sehr nach einer Institution an, doch dahinter stünden vor allem viele Menschen, „die die Arbeit machen“. Sie würden sich einbringen und Verbesserungsvorschläge machen, was nicht selbstverständlich sei. Eine Gemeinde lebe immer dort, wo Menschen das Gefühl hätten, nicht alleine zu sein. Daher sei es aber auch eine wichtige Aufgabenstellung „sich an die Moderne anzupassen“.

Junge Menschen hätten es heutzutage schwerer sich ehrenamtlich zu engagieren, da sie viel flexibler sein müssten. Dies gelte sowohl für Arbeitszeiten als auch für den Arbeitsort. Daher sei es logisch, „dass diese Menschen erst später kommen“. Entsprechend müsse man sich aber auch neuen Formen von Versammlungskultur anpassen.

Dennoch sei es schön, „dass es immer wieder herrliche Stadtteilfeste“ und viele andere Aktionen gebe. Die Stadtteilgemeinden prägten das Bild der Stadt und zeichneten sich durch „hohe soziale Kompetenz“ aus, so Vaupel. Nicht verstanden habe er allerdings Stimmen, in denen darauf hingewiesen wurde, dass 2012 keine Gespräche zwischen Gemeinden und Magistrat stattgefunden hätten. „Selbstverständlich“ sei er immer bereit zu reden. Vaupel regte unter anderem ein „neues Bindeglied“ zu finden, das den kürzlich verstorbenen Friedel Reinhardt bei der Vermittlung zwischen beiden Seiten ersetze könne.

Auch Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer (SPD) betonte, dass die Stadtteilgemeinden einen „großen Anteil daran haben, dass sich Marburg zu einer liebens- und lebenswerten Stadt entwickelt“ habe. Daher sei das Stadtparlament ebenso daran interessiert einen „gemeinsamen Weg“ mit Ortsbeiräten und der Arge zu gehen.

Festredner war der frühere Pressereferent der Stadt, Erhart Dettmering. Er blickte auf die sechzigjährige Geschichte der Arge zurück und behauptete, es gebe „in keiner anderen deutschen Stadt vergleichbarer Größe eine gleichartige Struktur bürgerschaftlicher Selbstverwaltung“. Das Ziel dieser Struktur sei von jeher eine Interessenvertretung gegenüber der Obrigkeit und die Einflussnahme durch den Zusammenschluss von Bürgern. Eine direktere Form der Demokratie könne er sich nicht vorstellen.

Die historisch gewachsenen Stadtteilgemeinden übernähmen nicht nur die Vertretung ihrer jeweils eigenen Interessen sondern auch gesellschaftliche und soziale Aufgaben, die die Stadt andernfalls gar nicht finanzieren könne.

Herauszuheben sei daher, dass dies alles ehrenamtlich geschehe. Es handele sich um ein „Erfolgsmodell, das auch in Zukunft unverzichtbar ist.“

von Peter Gassner

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