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Die etwas teurere Parklücke

Parken in Marburg wird teurer Die etwas teurere Parklücke

20 Cent mehr sollen es für die halbe Stunde in der Innenstadt werden. Ein Plan, der hitzige Diskussionen auslöst.

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Quelle: Nadine Weigel

Marburg. In den Ausschüssen wird in dieser Woche über den Vorstoß des Marburger Oberbürgermeisters debattiert, das Stadtparlament muss den Plänen Egon Vaupels dann zustimmen. Für Friedrich Bode, Vorstand des Werbekreises Oberstadt und Inhaber von Comic, Kitsch & Kunst, geht die Kostensteigerung von 60 auf 80 Cent für die halbe Stunde auf öffentlichen Plätzen (noch kein Parkhäuser) vor allem auf Kosten der Unternehmer. „Dieser Plan macht mich traurig, ich kann nur meine Händen über dem Kopf zusammenschlagen“, sagt Bode. Die Parkplatz-Situation in Marburg sei ohnehin schon angespannt, und sie werde in Zukunft durch den Wegfall der Brauerei-Fläche noch verschärft. „Das Parken noch teurer zu machen, ist eine Ansage, die wir verdauen müssen.“

Auch im Online-Forum der OBERHESSISCHEN PRESSE löste Vaupels Vorstoß heftige Reaktionen aus. Von „Armutszeugnis“ und „Abzocke“ ist die Rede. Die Kritiker verweisen auf die Nachbarstädte Gießen und Wetzlar, wo das Parken günstiger wäre. Aber stimmt das auch? Wir haben bei der Verwaltung in Gießen nachgefragt. Von dort heißt es: In der Zone I, also in unmittelbarer Nähe zur Einkaufsmeile am Seltersweg, werden für 15 Minuten 50 Cent fällig. Die Stunde kostet also zwei Euro. Etwas weiter außerhalb, also Zone II, gibt‘s fünf Minuten mehr für 50 Cent. Auf der großen Einfahrtsstraße ins Zentrum, der Frankfurter Straße (Uniklinik bis Elefantenklo), kosten 15 Minuten 25 Cent.

Das zeigt: Parken in Gießen ist nicht billiger als in Marburg. Auch nicht nach der Gebührenerhöhung. Im Gegenteil.

„Was nichts kostet, das ist auch nichts wert.“

Rudolph Braun-Elwert, Geschäftsführer der Universitätsbuchhandlung, fordert deswegen auch eine andere Diskussionsform. Er sagt, was nichts koste, sei auch nichts wert. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen.“ Bedeutet: die Parkplätze dürften ruhig mehr kosten, wenn denn für Sauberkeit, eine bessere Erreichbarkeit und Beleuchtung gesorgt werde. „Dieses Gejammer auf allen Seiten ist schrecklich und der Sache nicht dienlich“, sagt der Marburger Händler. Es fehlen Parkplätze. Das steht für Braun-Elwert außer Frage. Allerdings ist auch ein Konzept vonnöten, um die „Verwahrlosung der Stadt zu verhindern.“ Eine saubere Innenstadt koste nun einmal Geld. Und deswegen befindet der Unternehmer die geplante Erhöhung zwar für schade, aber „leider auch notwendig.“ Wenn das Angebot stimme, sei auch eine Kostenanhebung vertretbar“, sagt Christian Großmann, Vorsitzender des Werbekreises Nordstadt. „Da habe ich aktuell aber meine Zweifel, dass der Parkraum mehr Geld wert ist.“

Wichtiger als die Diskussion um die Preise ist dem Geschäftsmann die Erreichbarkeit der Parkflächen. Das Argument, mit höheren Preisen würden die Langzeitparker von den freien Flächen vertrieben, lässt Großmann nicht gelten, bewertet es als vorgeschoben. „Gerade die Nordstadt kämpft bei den vielen Baustellen mit dem Ruf ‚da brauchst du nicht hin, da herrscht Chaos‘.“ Einen Nebenkriegsschauplatz brauche derzeit niemand. „Wenn der Parkraum erreichbar gemacht wird, dann zahlen die Kunden auch 20 Cent mehr. Aber erst muss das Angebot besser gemacht werden, dann kann man über den Preis reden.“

Sehen Sie das genauso? Ist die Erhöhung der Parkgebühren auf Jahreseinnahmen in Höhe von 1,17 Millionen Euro gerechtfertigt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an feedback@op-marburg.de older stimmen Sie hier ab.

von Carsten Bergmann

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