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Die eigene kleine Welt

Modellbau Die eigene kleine Welt

Seit 20 Jahren besteht die Modellbaugruppe der Freiwilligen Feuerwehr Moischt. Sie veranstaltete wieder die über die Region hinaus beliebte Ausstellung.

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Die kleinsten Modelle im Maßstab 1:700 dagegen zeigte Eberhard Welz aus Köln und legte gleich Lupen daneben, damit die
Besucher die Details seiner Dioramen, auf dem Foto ein Wüsten-
Biwak der Rallye Paris-Dakar, erkennen konnten.Fotos: Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. „Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen, seine eigene kleine Welt bauen“, erklärte Irmela Taubenberger vor ihrem Nachbau einer kleinen Westernstadt im nordkalifornischen Waldland um 1950 herum im Maßstab 1:20. Zu jeder der kleinen Figuren kann sie eine Geschichte erzählen, sie selbst ist als Besitzerin von Irme­las General Store zu sehen.

Schon als Kind habe sie alles, was klein war, fasziniert, und sie habe ihre Puppenstube ausgebaut. Mit ihrer Familie sei sie immer Zug gefahren, so kamen Modellbahnen hinzu. Und ihr Mann, der vor drei Jahren verstarb, habe ebenfalls Modelle gebaut und sie hätten sich bei einer Ausstellung kennen gelernt. Nun war sie erstmals in Moischt dabei und hatte dafür die weiteste Anreise aller Aussteller, aus Straßburg in Frankreich, auf sich genommen. Insgesamt 87 Modellbauer, die 38 Gruppen oder Vereinen angehörten, nahmen diesmal an der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellung im Bürgerhaus teil. Der Veranstalter, die Modellbaugruppe der Freiwilligen Feuer­wehr Moischt, feierte damit zugleich 20-jähriges Bestehen.

Hartmut Deuker vom Vorstandsteam erinnerte bei der Eröffnung an den vor fünf Jahren verstorbenen Gründer Werner Prause, dessen Erbe es am Leben zu erhalten gelte. Nach seinem Tod war die Mitgliederzahl stark bis auf fünf abgesunken, seit Jahresbeginn gelang es allerdings, neue Mitglieder aus ganz Hessen zu gewinnen, so dass der Stand jetzt wieder bei 20 liegt. Ortsvorsteher Horst Mania freute sich, dass die Modellbaugruppe den Namen Moischt bis nach Frankreich trage, Feuerwehrleiterin Carmen Werner betonte, dass sie auch die Feuerwehr Marburg repräsentiere mit ihren zehn bis 15 deutschlandweiten Ausstellungsteilnahmen jährlich.

An diesem Samstag und besonders am Sonntag ließen sich wieder hunderte von Besuchern im Moischter Bürgerhaus von der auf Maßstäbe wie 1:15 oder 1:25 verkleinerten Welt der Technik zu Lande, zu Wasser und in der Luft begeistern. Zumal an den Stellen, wo sich die Modelle, beispielsweise Panzer bei verschiedenen Manövern oder Fahrzeuge im Baustellenverkehr, auf der gesamten Bühnenfläche mit entsprechender Geräuschentwicklung bewegten.

Eines der größten und schwersten Modelle der Ausstellung hatte Christopher Schwalm aus Borken. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet der Feinmechaniker an seinem mittlerweile 40 Kilogramm wiegenden Aluminiummodell einer Selbstfahrlafette der Bundeswehr. Seines Wissens gebe es weltweit nur einen weiteren Selbstbau in Alu im Maßstab 1:8, in Korea.

Ebenso beeindruckend waren die, ebenfalls komplett selbst gebauten, kleinsten Modelle im Maßstab 1:700, die Eberhard Welz aus Köln zeigte. Manche der aus Polyester-Gießharz und anderen Materialien mit Laubsäge und feinsten Feilen entstandenen Fahrzeuge wiesen sogar bewegliche Teile auf. Er hatte gleich Lupen daneben gelegt, damit die Besucher die Details seiner Dioramen, zum Beispiel ein Wüsten-Biwak der Rallye Paris-Dakar oder eine Gasleitungs-Baustelle in Norddeutschland, erkennen konnten.

Einem Wimmelbild glich das Diorama „Kleinstes Traktorentreffen von Hessen“, das 730 Personenfiguren, 90 Tiere, 220 Fahrzeuge und vieles mehr im Maßstab 1:87 vereinte. 1800 Arbeitsstunden hat Alexander Häuser, Vorsitzender der Modellbaufreunde Wetteraus aus Büdingen, schon hineingesteckt. Er war erstmals in Moischt und fühlte sich wohl bei der „schönen Veranstaltung“.

von Manfred Schubert

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