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Die Zugvögel fliegen, die Kröten starten ihre Tour

Straßensperrungen in Nachtstunden Die Zugvögel fliegen, die Kröten starten ihre Tour

Nicht nur die Kraniche und Gänse am Himmel zeigen auf, dass der Frühling naht. Dieser Tage setzt auch schon wieder die Krötenwanderung ein. Der Landkreis sperrt dazu nachts drei Straßen.

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Die Schranke auf der K 84 zwischen Sterzhausen und Wetter soll mithelfen, dass möglichst viele Erdkröten und andere Amphibien ihre Laichgewässer erreichen.

Quelle: Landkreis

Wetter. Schon seit einigen Tagen ziehen über den Landkreis Zugvögel Richtung Norden und Osten hinweg. Ein sicheres Zeichen, dass die Wildtiere für sich den Winter für beendet erklärt haben. Und möglicherweise von dem „Fluglärm“ der Gänse und Kraniche geweckt, wird es auch im Erdreich wieder lebendig.

Jährlich werden eine Millionen Amphibien überfahren

Amphibien beginnen damit, zu ihren Laichplätzen zu wandern. Dazu überqueren sie auch Straßen. „Alleine in Hessen werden jährlich rund eine Million Amphibien überfahren“, sagt Stephan Schienbein, Sprecher des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Drei erfahrungsgemäß sehr stark frequentierte Straßen werden deshalb wenigstens zu den Nachtstunden zwischen 19 und 6 Uhr für den Verkehr gesperrt. Darauf haben sich Naturschutz- und Straßenverkehrsbehörde sowie der Nabu, die Polizei und die betroffenen Kommunen verständigt. Im Rahmen des Streifendienstes wird die Polizei die Sperrungen auch überwachen. Die Sperrungen und deren Aufhebung übernehmen Freiwillige, die in der Regel Mitglieder der örtlichen Naturschutzgruppen sind.

Tote Amphibien wirken auf der Straße wie Glatteis

Die K 84 wird schon seit vielen Jahren gesperrt, die K 59 erstmals im vergangenen Jahr. Das hatte einen guten Grund: Weimar ist nämlich bei den Teichmolchen „Rekordhalter“: An keinem anderen Amphibienzaun in ganz Deutschland wurden so viele Teichmolche gezählt wie an dem bei Niederwalgern. 2013 wurden dort laut Nabu 8000 dieser Tiere gefunden. „Ohne diese Straßensperrungen ist das Vorkommen von Molchen, Feuersalamandern, Gras- und Teichfröschen oder Erdkröten stark gefährdet“, so Schienbein weiter. Autofahrer, die bei einbrechender Dunkelheit und natürlich nachts unterwegs sind, sollten in den kommenden Wochen generell daran denken, dass auf ländlichen Straßen Amphibien unterwegs sein können. Feuchtes, regnerisches Wetter und Temperaturen ab fünf Grad lassen die „Wanderer“ aktiv werden. Dabei geht es auch um die Sicherheit der Autofahrer. Denn wenn viele tote Amphibien auf der Straße liegen, können diese auf Autoreifen wie Glatteis wirken.

von Götz Schaub

Hintergrund
Ab Samstag werden im Nordkreis die Kreisstraße 84 zwischen Wetter und Sterzhausen sowie im Südkreis die Straße zwischen Argenstein und Marburg-Ronhausen auf Höhe der Nehmühle sowie die Kreisstraße 59 zwischen Roth und Niederwalgern bis zum 19. April jeweils zwischen 19 und 6 Uhr gesperrt.
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