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Die Welt zu einem etwas toleranteren Ort machen

Internationale Sommeruniversität Die Welt zu einem etwas toleranteren Ort machen

Es waren vor allem die persönlichen Begegnungen, die für die Teilnehmer der Internationalen Sommeruniversität von bleibendem Wert sein dürften.

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Hatten gemeinsam Spaß bei der Internationalen Sommeruniversität: Amani Baabboud (oben von links), Jamila Surpris, Alanoud Binshaheen, Maisara Satti, Hyemin Hwang (unten von links) und Alanood Alnuaimi.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Bei einigen flossen Tränen, andere blickten sich betrübt in die Augen. Manche Teilnehmer der International Summer University (Internationale Sommeruniversität, ISU) mussten bereits kurz nach der Abschlussfeier am Freitag in der Alten Aula abreisen.

Für Dr. Johannes Becker, Geschäftsführer des Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung und Organisator der ISU, waren es die Begegnungen von Menschen aus allen Ecken der Welt, die auch die diesjährige Internationale Sommeruniversität zu einem vollen Erfolg gemacht habe.

Becker sieht den Sinn der ISU für die Studierenden nicht nur beim Lernen, sondern vor allem beim Kennenlernen: „Wann hat man im Leben schon die Möglichkeit, so viele Menschen kennenzulernen? Ich hoffe, die Studierenden tragen das positive Bild anderer Kulturen und Nationalitäten in ihr Heimatland und machen so die Welt zu einem ein wenig toleranteren Ort.“

Neben Lehrveranstaltungen für die 60 Teilnehmer der ISU, die von Dozenten der Philipps-Universität gehalten wurden und den Mittleren Osten als Kultur- und Wirtschaftsraum thematisierten, unternahmen die Studierenden Ausflüge nach Frankfurt, Kassel und Straßburg. Im Rahmen der Reise in die französische Stadt stand auch die Besichtigung des Konzentrationslagers Natzweiler auf dem Programm.

Bewegende Diskussionen in Straßburg

Für die US-Amerikanerin Solina Jean-Louis bleibt vor allem Straßburg ein unvergessliches Erlebnis. „Es ist einfach eine wunderschöne Stadt und so ein Besuch in einem Konzentrationslager brennt sich ins Gedächtnis ein“, meinte Jean-Louis. Natzweiler blieb auch Becker im Gedächtnis: „Die Gruppe hat unter anderem darüber diskutiert, ob Konzentrationslager heutzutage noch eine Daseinsberechtigung haben. Warum sie nicht einreißen? Das war eine sehr bewegende Diskussion.“

Maisara Satti aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bedauerte das Ende seiner Zeit in Marburg sehr: „Ich habe in den letzten vier Wochen nicht nur viel gelernt, sondern auch viele interessante Menschen aus allen Ecken der Welt kennengelernt. Es waren großartige vier Wochen.“

Doch nicht nur für junge Menschen aus fernen Ländern war die ISU 2015 eine unvergessliche Zeit. Dass die vier Wochen vorbei sind, betrübt vor allem Annica Jürgens vom International, die für die Studierenden erste Ansprechperson in jeglichen Angelegenheiten war. Die 26-jährige ISU-Sekretärin zeigte sich bei ihrer Abschiedsrede sichtlich emotional und wünschte den 60 Studierenden alles Gute. „Es macht mich traurig, dass sich unsere Wege hier trennen. In Deutschland sagt man auf Wiedersehen. Und ich hoffe sehr, dass wir uns wiedersehen“, so Jürgens.

Nach der Abschlusszeremonie war es Zeit zum Tanzen und Singen. Gitarren wurden ausgepackt und jedes auffindbare Mikrofon in Beschlag genommen. Der Spaß kam nicht zu kurz, denn die Studierenden wussten, dass sich ihre Wege schon am nächsten Tag und höchstwahrscheinlich für lange Zeit trennen würden.

von Benjamin Kaiser

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