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Die Tricks an der Haustür bedrohen vor allem Ältere

Polizei berichtet von neuen Betrugsfällen Die Tricks an der Haustür bedrohen vor allem Ältere

Wieder sind sie im Landkreis unterwegs: Kolonnen, die an der Haustür ihre Dienste anbieten und arglose Kunden über den Tisch ziehen.

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Fremde an der Haustür: am besten erst gar nicht in die Wohnung lassen, empfiehlt die Kriminalpolizei.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im Nordkreis wurde ein 80-jähriger, alleinlebender Mann Opfer einer Gruppe von Männern, die während der 
Übertragung eines Fußballspiels klingelten, den Rentner auf den vermeintlich schlechten Zustand der Dachrinne aufmerksam machten und im Handumdrehen ein Stück neu einsetzten.

Den geforderten vierstelligen Betrag für die Reparatur hatte der Mann nicht im Haus. Nach längerem Hin und Her folgten die Männer ihrem Opfer ins Haus, ließen sich 300 Euro als „Anzahlung“ geben und kündigten an, am kommenden Tag wiederzukommen, um den Rest des Geldes einzutreiben. Als sie das Haus verlassen hatten, stellte der Mann fest, dass Werkzeug, das vorher noch da war, fehlte.

Andrea Knappl von der Presse­stelle der Polizei bestätigte, dass eine entsprechende Anzeige eingegangen sei. Sie ermittelt nun wegen Diebstahls und Leistungsbetrugs.

Der OP ist ein weiterer Fall aus Wehrda bekannt, der ähnlich gelagert ist. Knappl spricht von weiteren Fällen, die sich im Landkreis zugetragen haben – etwa von vermeintlichen irischen Teerkolonnen.

Polizei baut auf Nachbarschaftshilfe

„Das wichtigste Mittel, um sich vor betrügerischen Haustürgeschäften zu schützen, ist, erst gar keine abzuschließen“, empfiehlt Hauptkommissar Claus-Dieter Jabobi, kriminalpolizeilicher Berater für den Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Vor allem ältere und allein­
stehende Menschen würden 
immer wieder Opfer solcher Praktiken. „Am besten ist es, Fremde erst gar nicht in die Wohnung zu lassen.“ Seien die nämlich erst einmal im Haus, sei es insbesondere für Ältere schwer, die ungebetenen Gäste 
wieder loszuwerden. Die gute 
alte Türkette, besser die moderne Variante, ein Sperrbügel, hält Betrüger vielleicht schon aus der Wohnung fern.

Unange­meldete Besucher, die angeben, vom Stromanbieter oder von der Gemeinde zu kommen, sollte man erst nach einem Anruf beim vorgeblichen Auftraggeber 
in die Wohnung lassen. Sind Betrüger erst einmal in der 
Wohnung, sind Wertsachen und Bargeld schnell weg.

Und noch einen Tipp hat Jacobi parat: „Passen Sie aufeinander auf!“ Menschen, denen beim Nachbarn etwas verdächtig vorkommt, sollen sich nicht scheuen, sofort bei der Polizei anzurufen.

von Till Conrad

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