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"Die Tiere werden tiergerecht gehalten"

Circus Probst "Die Tiere werden tiergerecht gehalten"

Neben Akrobatik und Clowns enthält das zweieinhalbstündige Programm auch Tierdressuren. Besonders gegen den Auftritt von Wildtieren in der Manege regt sich unter Tierrechtlern Widerstand.

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Raubtierdompteur Tom Dieck mit einem seiner Tiger. „Unseren Tieren geht es gut. Davon kann sich jeder täglich in der Tierschau mit eigenen Augen überzeugen.“

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der „Circus Probst“ geht offensiv um mit der Kritik von Tierrechtlern, die ein allgemeines Verbot von Wildtieren in Zirkusunternehmen fordern: „Wir haben nichts zu verbergen. Jeder kann kommen und sich selbst überzeugen, dass es unseren Tieren gut geht“, betont Mathijs de Kiefte, Produktionsleiter bei „Circus Probst“ und zeigt auf das eingezäunte Areal auf dem Messeplatz Afföller, auf dem eine Lama-Familie mit wild herumhüpfenden Fohlen einen Spaziergang macht. Nebenan stehen Kamele und rupfen Blätter von den angrenzenden Bäumen.

„Dass man unsere Plakate­ beschmiert oder überklebt, kommt leider ab und zu vor“, sagt de Kiefte. Auch in Marburg waren seine Mitarbeiter damit beschäftigt, Plakate zu erneuern, die jemand mit „Vorstellung fällt aus wegen Tierquälerei“ beschriftet hatte.

Die Tierrechtsorganisation „Peta“, angeführt von Wolfgang­ Penzler, will heute jeweils eine Stunde vor Beginn der beiden Vorstellungen die Zirkusbesucher über die Tierschutzproblematik informieren. Sie gibt damit auch ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck, dass das Wahlversprechen, Zirkusunternehmen mit Wildtieren in Marburg die „Rote Karte“ zu zeigen, noch nicht in die Tat umgesetzt worden ist.

Bereits 2011 hatte der Magistrat beschlossen, für die Vergabe des Messeplatzes an Zirkusse ein Wildtierverbot auszusprechen, teilte Stadt-Pressesprecherin Sabine Preisler gestern auf OP-Anfrage mit. Drei Jahre­ später war der Magistrat allerdings aus juristischen Gründen gezwungen, den Beschluss wieder aufzuheben, da es entgegenstehende Gerichtsentscheidungen gab. „Nach diesen hat eine Gemeinde keine Handhabe, Auftritte von Zirkussen mit Wildtieren zu untersagen“, sagt Preisler.

Spies und Kahle einig: ein "nicht artgerechter Umgang"

Denn ein Verbot greife unzulässig in die durch das Grundgesetz gewährleistete Berufsausübungsfreiheit ein. Diese zu beschränken, sei nur durch ein Gesetz möglich, nicht durch ­Beschlüsse von Kommunen.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) seien jedoch weiterhin davon überzeugt, dass in Käfigen gehaltene und in Zirkussen vorgeführte Wildtiere einen nicht artgerechten Umgang darstellen und mit dem Tierschutz nicht vereinbar sind.

Diese Kritik kann Tom Dieck nicht nachvollziehen. „Wenn ein Pferd im Reitstall den ganzen Tag in der Box steht, ist das auch nicht artgerecht, aber das interessiert niemanden. Natürlich kann man die Natur nicht nachmachen, aber unsere Tiere leben seit 20 Generationen bei uns und haben mit einem Wildtier nur noch wenig gemein. Artgerecht ist deshalb ein schwieriges Wort. Ich würde eher sagen, dass unsere Tiere tiergerecht ­gehalten werden. Davon kann sich jeder täglich in der Tierschau selbst überzeugen“, betont der Raubtierdompteur von Circus Probst.

  • Premiere feiert der „Circus Probst“ mit seinem Programm „Leidenschaft“ heute ab 16 und 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen gibt es Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils ab 16 und 19.30 Uhr sowie am Sonntag ab 11 und 16 Uhr. Die große rollende Tierschau ist täglich von 10 bis 18 Uhr sowie während der Aufführungspausen geöffnet. Karten sind erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen, täglich von 10 bis 13 Uhr an der Zirkuskasse sowie unter Telefon 0175/7978449 und im Internet auf www.circus-probst.de

von Michael Arndt
und Nadine Weigel

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