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Die Spezialitäten der lokalen Industrie

Tourismus Die Spezialitäten der lokalen Industrie

Industriekultur sieht im Landkreis anders aus als im Ruhrpott mit seinen alten Zechen und Industrieruinen. Eine Route soll sie nun Touristen und Einheimischen näherbringen.

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Die alte Eisenhütte bei Buchenau soll mit einer Ausstellung oder einer Infozelle ein Anlaufpunkt der Route werden.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Marburg. Von der Landwirtschaft alleine konnten die Menschen in der Region früher kaum leben. Selbst mit einem Nebenerwerb war es schwer. Deshalb haben sich in der Industriekultur interessante Strukturen entwickelt. „Man muss sich auf die Besonderheiten konzentrieren, darauf stürzen sich die Touristen und die einheimischen Menschen lieber“, erklärt Elke Hartkopf von der Agentur Concultura.

Sie stellte diese Woche die Machbarkeitsstudie zur geplanten „Route der Industriekultur“ vor, die der Landkreis Marburg-Biedenkopf in Auftrag gegeben hat. Ein Beispiel für diese Strukturen nennt Hartkopf mit dem Strumpfstricken aus der Wolle der eigenen Schafe. Die Produkte wurden damals von wandernden Händlern bis nach Köln, in das Bergische Land oder auf Märkten in Mainz oder Heidelberg vertrieben. Auch interessant für die Route der Industriekultur ist die Zigarrenfabrik in Altenvers, sagt Hartkopf.

Carlshütte ist das „Sorgenkind“

Inhalte gebe es genügend zu vermitteln, bleibt nur die Frage nach Anknüpfungspunkten. Dazu hat Hartkopf in Zusammenarbeit mit dem Landkreis einige Anlaufpunkte zusammengestellt. Einer der größten ist die Carlshütte bei Buchenau. Die ehemalige Eisenhütte ist mit ihrer Größe aber auch das „Sorgenkind“ der Route, beschreibt Hartkopf. Die Studie sieht zwei Alternativen vor, das Gebäude einzubinden. „Möglich wäre eine 60 bis 100 Quadratmeter große Ausstellung, zu der allerdings auch noch Exponate fehlen. Auch eine offene und jederzeit zugängliche Infozelle mit 20 bis 25 Quadratmetern vor dem Gebäude ist denkbar.“

In der Brücker Mühle bei Amöneburg könnte man viele Themen erzählen, sagt die Historikerin - neben Historischem auch Zukunftsthemen wie Energiegewinnung. Die bereits bestehende Behring-Route soll ein weiterer Ankerpunkt der Route werden. Noch im Betrieb befindliche Industrie soll auch miteinbezogen werden. Dazu sieht Hartkopf in Stadtallendorf viele Möglichkeiten. Unter anderem dort könnte man die sogenannten „Hidden Champions“, erfolgreiche Unternehmen der Region, vorstellen. Außerdem schlägt Hartkopf vor, den Basaltbruch Nickel in Dreihausen als aktiven Traditionsbetrieb in die Route mitaufzunehmen. „Weil der Bruch noch im Betrieb ist und noch expandiert, müsste das System flexibel sein.“ Je nach Ausgestaltung schätzt Hartkopf die Kosten auf 330.000 bis 464.000 Euro. Die Umsetzung soll drei Jahre dauern und könnte 2017 beginnen.

von Philipp Lauer

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