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Hebammen

Die Schlacht ist noch nicht gewonnen

Die großangelegten Protestaktionen des Deutschen Hebammenverbandes gegen die rapide Verschlechterung der Arbeitsbedingungen erbrachten über 180.000 Unterschriften für eine Petition.

Hebamme Sabine Pfützner und die von ihr betreute Esther Ziegler im Geburtszimmer im Storchennest in Gisselberg.

© Tanja Hamer

Marburg. Es ist, als käme man in eine gemütlich eingerichtete Privatwohnung. Ein Schild an der Tür bittet darum, die Straßenschuhe auszuziehen, drinnen ist die moderne Einrichtung in warmen Farben gehalten. Im vermeintlichen Schlafzimmer fällt lediglich die Sprossenwand auf – was so normal und privat aussieht ist das Geburtszimmer vom Storchennest in Gisselberg. Hebamme Sabine Pfützner betreibt das Geburtshaus seit neun Jahren, eine weitere Hebamme ist bei ihr angestellt.

„Wir sind immer zu zweit bei Geburten“, erklärt Pfützner. Die Frauen, die sie betreut können sich entscheiden, ob sie ihr Baby im Geburtshaus, im Krankenhaus oder zu Hause bekommen wollen. Auch vorbereitende Begleitung finden die Schwangeren hier, ebenso wie Wochenbettbetreuung.

Das Problem der Hebammen: Die Prämien für die Berufshaftpflicht freiberuflicher Hebammen sind in den letzten Jahren stark angestiegen, während die Leistungsvergütung dank Gebührenverordnung nahezu unverändert blieb.

„Im vergangenen Jahr ist die Berufshaftpflicht für uns um 200 Prozent erhöht worden“, erklärt Pfützner. Ursache seien jedoch nicht etwa mehr Schadensfälle, für die der Versicherer aufkommen muss, sondern veränderte Bedingungen bei den Ansprüchen der Patienten. Die Versicherung müsse nun für wesentlich längere Zeiträume Schadensersatz bezahlen.

Diese Auswirkungen führten dazu, dass immer mehr freiberufliche Hebammen das Handtuch werfen oder werfen müssen. Denn nicht jede hat einen Partner, der die meist über Vollzeit arbeitende Frau finanziell unterstützen kann. Bei Arbeitszeiten von 60 bis 80 Stunden pro Woche bleibe ihr mit diesen Versicherungssätzen unterm Strich nichts übrig.

Am 7. Oktober findet in Frankfurt auf der Zeil die nächste Mahnwache unter dem Motto „fünf vor zwölf“ statt.

Mehr dazu unter: www.hebammen-protest.de

von Tanja Hamer

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.


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  • Patient Patient – 24.07.10
    Wenn ein Patient zum Zahnarzt geht und sich seiner jährlichen Kontrolle der Zähne unterzieht ist er auch Patient, auch wenn seine Zähne gesund sind!

    Patient kommt aus dem Lateinischen und heist: Der Geduldige!

    Wer ist geduldiger als eine werdende Mutter?


    Der Umgang mit den Hebammen zeigt welchen Stellenwert in unserer Gesellschaft Kinder und Eltern haben!


  • hebammen thomas wulff – 23.07.10
    im artikel werden die kundinnen als patieneten bezeichnet. der frauenarzt meiner frau sagte mir, dass meine frau in der schwangerschaft nicht krank sei..müßte es also nicht klienten im artikel heißen. und diese haben besondere wünsche.. und wünsche der besonderen art kosten geld..oder?
  • Unglaublich Hans – 22.07.10
    Es ist eine unglaubliche Sauerei was mit den Hebammenlöhnen gemacht wurde. Wenn ich bedenke, dass man für eine Handwerkerstunde mehr als 50 Euro bezahlen und bekommt dafür vielleicht mal den Ausguss gereinigt, könnte einem kotzübel werden.
    Hebammen sind ausgezeichnet gebildete und wichtige Menschen. Dass man so mit ihnen umgeht ist für einen Sozial(?)staat sehr bedenklich. Ich habe in meiner Bekanntschaft keine Hebamme und kenne auch keine. Deshalb kann ich mich unverdächtig äußern.

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