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Die SPD feiert, bis der Arzt kommt

Wahlpartys Die SPD feiert, bis der Arzt kommt

Eine rauschende Oberbürgermeister-Wahlparty feierten die Sozialdemokraten im „Rotkehlchen“ - verhaltene Freude trotz der Niederlage herrschte bei der CDU.

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Der neue OB Dr. Thomas Spies hält seine Ansprache bei der SPD-Wahlparty.Foto: Nadine Weigel

Marburg. „Wir werden jetzt anstoßen. Das hat sich das Team verdient“, sagte SPD-Stadtverordneter Schaker Hussein noch bei der OP-Wahlparty im Sitzungssaal des Stadtparlaments mit einem breiten Lachen im Gesicht, nachdem der Sieg des neuen Oberbürgermeisters Dr. Thomas Spies (SPD) endgültig feststand. Einige Kilometer weiter, an der Waggonhalle am Ortenberg hatten die Genossen dieses Vorhaben zu diesem Zeitpunkt schon in die Tat umgesetzt. Die Theke war fest in SPD-Hand, aber es waren auch Grüne und „Marburger Linke“ da. Mit Bier oder Radler oder anderen kühlen Getränken wurde der schon schnell feststehende Sieg gefeiert.

 

Im „Rotkehlchen“ bei der SPD-Wahlparty warteten vor allem viele Helfer von der Parteibasis auf ihren Helden. „Viele waren vorher der Meinung: Das wird schon“, sagt Hildegard Mende aus Wehrda, die viel im Wahlladen von Spies mitgeholfen hatte. Doch sie habe immer davor gewarnt, dass es nicht so einfach werde. Umso begeisterter waren jetzt sie und ihr Mann Wolfgang Mende über den klaren Erfolg.

Ganz genau getippt hat übrigens Jürgen Hertlein, der für die SPD im ehrenamtlichen Magistrat sitzt, schon am Samstag das Endergebnis im Kampf von Spies gegen seinen Mitbewerber Dirk Bamberger (CDU). „Wir feiern jetzt, bis der Arzt kommt“, meint er mit Anspielung auf den Erstberuf des neuen OB. Auch an der Grundhaltung von Spies habe der Sieg gelegen, analysiert Cappels SPD-Ortsvorsteher Heinz Wahlers. „Ein OB für alle“ sei Spies, meint der Chemiker Dr. Michael Schween, der den SPD-Wahlkampf unterstützt hat, obwohl er kein Genosse ist.

Und dann kommt der künftige OB endlich zusammen mit seiner Frau Lorita im Triumpfmarsch durch die Eingangstür hinein. Er erhält minutenlange „Standing Ovations“, die er stumm und freudig aufnimmt. Erst jetzt wirkt er vollständig gelöst.

„Das ist Euer aller Sieg“, ruft er seinen jubelnden Anhängern zu. Der Sieg sei aber auch ein rot-grünes Ergebnis sagt er, und dankt explizit der Grünen-OB-Kandidatin Dr. Elke Neuwohner für ihre Unterstützung. „Eine Wahl gewinnen und hinterher regieren, das ist noch tausend Mal besser, als nur ein Landtagsmandat holen“, sagt Spies. Besonders eindringlich bedankt er sich bei seiner Frau. „Ich hoffe, dass Du das die nächsten sechseinhalb Jahre weiter so tapfer erträgst wie in den letzten Monaten“, sagt er der neuen „First Lady“ Marburgs.

Dirk Bambergers Lächeln wirkte nicht gequält. Neuer Oberbürgermeister wird der CDU-Kandidat nicht, doch aus seinen Worten war Erleichterung über das Ende der Wahlkampfstrapazen zu spüren und auch ein bisschen Freude über ein achtbares Ergebnis. „Wir haben ein wenig geträumt“, erklärte er unter dem aufmunternden Applaus seiner Anhänger im CDU-Wahltreff.

„Die Realisten unter uns wussten aber, dass wir für den Sieg Glück gebraucht hätten.“ Stolz auf das Ergebnis sei er, sagte Bamberger. Besonders, dass am Ende eine 4 statt einer 3 vorne bei der Prozentzahl stand, mache das Ergebnis „kosmetisch noch einmal schöner.“ Auch bei den Parteimitgliedern war keine allzu große Niedergeschlagenheit zu spüren. Eine „gute Grundlage“ sei das Ergebnis im Hinblick auf die Kommunalwahl, so der Tenor.

von Manfred Hitzeroth und Peter Gassner

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