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„Die Proportionen müssen stimmen“

OP-Serie: „Körperkulte“ „Die Proportionen müssen stimmen“

Große, gestählte Körper, das obligatorische Sixpack samt Armmuskeln, die fast schon an ein Gebirge erinnern und Frauen beeindrucken sollen – die vermeintliche Messlatte des idealen Männerbildes liegt hoch.

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Christian Köller trainiert jeden Tag in einem Fitnessstudio.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Für einen durchtrainierten, muskulösen Körper opfert auch Sportfan Christian Köller so einiges an Zeit im Fitnessstudio, übertreiben will es die leidenschaftliche Sportskanone dabei nicht: Er setzt auf einen langfristig gesunden Körper, der auch was her macht.

Ein gesundes, sportliches Erscheinungsbild mit wohl definierten Muskeln ist ihm äußerst wichtig, die Fitness „des Gesamtpaketes“ steht dabei jedoch an erster Stelle. „Athletisch und sportlich zu sein, bestimmt meinen Alltag – das ist für mich ein Stück Lebensqualität“, erzählt der 33-Jährige aus Cölbe. Körperliche Betätigung gehört fest zu seinem Leben, „ich war schon immer ein Sportfreak“.

Bereits in jungen Jahren spielte er Basketball, Tennis, zwölf Jahre Football in Marburg, machte Judo und Leichtathletik. Mit 18 Jahren entdeckte er seine Begeisterung für das Krafttraining, stemmt heute 130 Kilogramm auf der Bank und ist fast jeden Tag im Fitnessstudio „Day Night Sports“ zu finden.

Auch der Gesundheitsaspekt spielt eine Rolle

Heute setzt er vor allem auf Fitness im Alltag, sein Schwerpunkt ist der Muskelaufbau und ein stabiler Bewegungsapparat durch „Functional Training“. Rein auf Muskelmasse geht der Sportler dabei nicht, „ich mag Abwechslung im Training und will einfach die gesamte Mobilität verbessern“, erzählt er.

Gutes Aussehen, Gesundheit und Wunschkörper gehen dabei Hand in Hand. „Natürlich ist das auch ein Schönheitsideal, jeder, der ins Studio geht, schaut öfter in den Spiegel, ich ja auch“, sagt er offen. Nicht untergehen sollte für ihn dabei der Gesundheitsaspekt. Einerseits dient ein fitter Körper dazu, Verletzungen im Sport vorzubeugen, andererseits achtet er auf eine gesunde Ernährung, um seine Ideal­maße nicht zu verlieren, „sich aber auch mal was gönnen zu können“.

Trotzdem würde er sich ohne 
regelmäßiges Training, ohne ausgewogene Ernährung oder mit einem klassischen Bierbauch nicht wohlfühlen. „Fitness gehört einfach zu meinem Leben, steigert nicht zuletzt auch das Selbstvertrauen und den eigenen Antrieb“, sagt er. Das tägliche Training dient ihm ebenso zum Abschalten, das Handy lässt er in der Kabine, im Kraftraum ist er für sich. „Das ist meine Zeit für mich, als Ausgleich im Alltag und zum Nachdenken“, erzählt Chris.

Seine Begeisterung für Sport und Körperaufbau lebt er auch beruflich aus, ist selbstständiger Fitnesstrainer, studiert Sport und Englisch und will später Lehrer werden. Er beschäftigt sich viel mit Bewegungsprofilen verschiedener Sportarten und betreut verschiedene Sportprojekte im Kinder-, Erwachsenen- und 
Inklusionsbereich.

Nicht aussehen wie eine „Ritter-Sport-Tafel“

Chris ist zufrieden mit seinem durchtrainierten Körper, bringt es derzeit auf etwa 65 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,68 Metern. Probleme oder gar Komplexe mit seiner im Vergleich geringeren Größe hat er dabei nicht, schöpfte daraus gerade in seiner aktiven Footballzeit bei den Marburg Mercenaries eher die Motivation, mehr als andere zu geben: „Meine Größe macht auf dem Feld nicht so viel her“, witzelt er.

Seine Taktik, um „mit den Großen mitzuhalten“, lag daher auf Schnelligkeit und Ausdauer. Sich mit übermäßigen Muskeln aufpumpen, die schon fast die Kleidung sprengen, möchte er auch nicht, „das wäre auch ein unpassendes Gesamtbild – ich will nicht aussehen wie eine Ritter-Sport-Tafel“, sagt er mit einem Grinsen.

Ein schöner Männerkörper ist für ihn daher „athletisch und durchtrainiert, aber nicht zu viel Masse – die Proportionen müssen eben stimmen“. Dafür rackert sich Chris auch gerne im Studio ab, fasst seine Intention generell so zusammen: „Ich will am Baggersee und auch im Anzug gut aussehen“, sagt die Sportskanone und schmunzelt.

von Ina Tannert

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