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Die Probleme der Generation 55 plus

Aktionstag Die Probleme der Generation 55 plus

Was tun, wenn die eigenen Eltern pflegebedürftig werden? Wie kann man gesundheitlichen Problemen begegnen? Welche Möglichkeiten gibt es, eine Ehe vor dem Alltagstrott zu schützen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Aktionstag im Marburger Tabor-Gemeindezentrum.

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Pfarrer Jürgen Mette sprach darüber, wie er selbst mit der Diagnose Parkinson umgeht. Thematisiert hat er sie in seinem Buch „Alles außer Mikado“.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. All dies sind klassische Fragen der Generation plus, genauer der Generation 55 plus, deren Probleme und Bedürfnisse am gleichnamigen Aktionstag des Hessischen Gemeinschaftsverbandes thematisiert wurden. Käthe Müller, Nonne im Ruhestand, hatte die Veranstaltung im Tabor-Gemeindezentrum organisiert: „Die Seminare sind alle gut besucht und wir sind sehr glücklich, mit dem Singer-Songwriter Manfred Siebald einen hervorragenden Musiker und in Jürgen Mette einen so einfühlsamen Redner gefunden zu haben.“

Viele der Seminare wie „Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung – ist das nötig?“, beschäftigten sich mit den gesundheitlichen Problemen. „Mit Ende 50 beginnt für viele die Zeit, in der sie von den Eltern Abschied nehmen müssen, die Zeit, in der Themen wie Pflege und Religion eine große Rolle spielen“, erklärte Müller. Es ist aber auch die Zeit des Lebens, in der viele aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gehen und sich mit unerwartet früh eintretenden Erkrankungen auseinandersetzen müssen.

Nach Diagnose Parkinson "nur noch geweint"

So erging es auch Pfarrer Jürgen Mette. „Als ich mit Mitte 50 die Diagnose Parkinson bekam, als die Bilder meines Gehirns mit den Schäden vor mir lagen, habe ich zunächst einmal nur noch geweint“, erklärte der 62-jährige Theologe. „Mein Arzt sagte dann zu mir, dass ich nun das würde befolgen müssen, was ich all die Jahre über gepredigt habe.“ Daran hielt sich Mette, arbeitete weiter als Pfarrer, schrieb über seine Erkrankung Bücher und gibt heute Seminare für Betroffene. Fachlich konkreter ging der ehemalige Leiter der Psychiatrie in Frankfurt Dr. Heinrich von Knorre mit dem Themenkomplex psychischer und neurologischer Erkrankungen um. Er berichtete in seinem Seminar „Nicht können, oder nicht wollen?“ vor allem über Erfahrungen aus der Praxis.

Auch das Eheleben erfährt im Lebensabschnitt 55 plus ganz besondere Veränderungen und mögliche Probleme. Die Kinder sind oft aus dem Haus, die berufliche Laufbahn neigt sich dem Ende und es droht der Alltagstrott. „Wir haben erstaunlich viele Besucher, die in den Seminaren sehr offen mit diesen Problemen umgehen“, berichtete Müller und fügte schmunzelnd hinzu: „Ich werde da auch selbst immer wieder von Gemeindemitgliedern um Rat gefragt, dabei ist das ja als Schwester nicht wirklich mein Spezialgebiet!“

von Marcus Hergenhan

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