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Die Pollen fliegen trotzdem

Verzögerter Frühling Die Pollen fliegen trotzdem

Die Temperaturen waren bis Mitte März ungewöhnlich kalt. Für Allergiker bietet der lange Winter aber trotzdem wenig Erfreuliches.

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Quelle: Fotomontage: Alexander Pavlenko

Marburg. DurchschnittlicheTemperaturen in der Nähe des Gefrierpunktes heißt eine Erleichterung für Allergiker? Von wegen. Ein bisschen verschiebt sich die Frühlingszeit aus Sicht der Pflanzen. Aber eine Verschnaufpause haben Allergiker deswegen nur bedingt. Denn steigen die Temperaturen in Richtung Ostern, was die Vorhersagen prognostizieren, wird dann der Frühling eingeläutet – wenn auch später als durchschnittlich. Eine Erleichterung für Menschen, die auf Pollen allergisch reagieren, bedeutet das nicht. Denn – so zumindest erwarten es Biologen – der Frühling wird in diesem Jahr zwar verkürzt, aber in jedem Fall nicht ausfallen.

„Es gab eine warme Periode im Januar, durch den sich zeitweise der Flug von Hasel- und Erlenpollen verstärkt hat. Durch die Kältephase hat sich die Intensität zwar verringert aber dafür die Zeitspanne ausgedehnt“, sagte Professor Karl-Christian Bergmann von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Bergmann erwartet, dass die Birke in diesem Jahr etwas stärker zu Problemen bei Allergikern führen kann, als in den vergangenen Jahren. Ansonsten erwartet der Allergie-Experte kaum Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren.

Aber was können Allergiker machen, um möglichst wenig von den Auswirkungen der Pollen betroffen zu werden?

Antihistaminika

Ein Allergiker kann sich zunächst mit antiallergisch wirksamen Medikamenten helfen. Körperfremde Stoffe, die bei Heuschnupfen über die Atemwege in den menschlichen Organismus gelangen, lösen eine Abwehrreaktion aus. Dabei wird unter anderem Histamin freigesetzt. Antihistaminika verhindern die Wirkung des Histamins.

Dinatrium cromoglycicum

Dinatrium cromoglycicum verhindert die Freisetzung von Histamin. Entscheidend ist, dass dieses Mittel angewendet wird, bevor die ersten Allergie-Symptome bemerkbar sind.

Kortison

Kortison und Kortisonsteroide werden von einem Arzt eingesetzt, um bleibende Schäden als Folge chronischer Entzündungen zurückzuhalten. Wird Kortison über einen längeren Zeitraum verabreicht wird, kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie beispielsweise Wasseransammlungen im Gewebe oder Entkalkung des Knochenbaus kommen.

Immuntherapie

Steht die Diagnose Pollenallergie fest, kann eine spezifische Immuntherapie eingeleitet werden. Dazu bekommt der Patient in steigender Konzentration Pollenallergene unter die Haut im Oberarm injiziert. Die Immuntherapie muss vor Blühbeginn, also spätestens im Januar, begonnen werden, damit vor Blühbeginn maximal Schutzantikörper vorhanden sind.

Diese Therapie wird von der Weltgesundheitsorganisation als „Allergieimpfung“ bezeichnet. Sie kann die Beschwerden einer Pollenallergie erheblich lindern, weil sie die Ursache und nicht die Symptome bekämpft. Die Erfolgsaussichten dieser Behandlungsmethode sind bei den unterschiedlichen Allergien jedoch nicht einheitlich: Bei den Insektengiftallergikern ist eine Erfolgsquote von 90 Prozent zu erwarten, während die Gräserpollenallergiker 70 Prozent weniger und die Baumpollenallergiker 60 bis 70 Prozent weniger oder gar keine Beschwerden mehr verspüren.

von Andreas Arlt

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