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Die OP berichtet direkt vom NSU-Prozess

Verlosung der Presse-Plätze Die OP berichtet direkt vom NSU-Prozess

Nach wochenlangen Querelen und einer Verschiebung des Prozessbeginns sind die festen Presseplätze für das NSU-Verfahren neu vergeben worden. Die Oberhessische Presse hat in dem Los-Verfahren einen der 50 festen Medien-Plätze erhalten.

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Im Strafjustizzentrum in München wurden am Montag die Inhaber der festen Presseplätze für den NSU-Prozess bekanntgegeben. In den durchsichtigen Plastikkästen stecken die Loszettel. Die Vergabe der Plätze wurde zuvor per Losverfahren ermittelt.

Quelle: Peter Kneffel/dpa

München. Bei der Verlosung der Presseplätze für den NSU-Prozess sind am Montag viele große deutsche Medien leer ausgegangen. Die überregionalen Tageszeitungen "Süddeutsche Zeitung", "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Die Welt", "Die Tageszeitung" und "Frankfurter Rundschau" bekamen bei der Verlosung keinen der fünfzig fest reservierten Plätze, wie das Oberlandesgericht München mitteilte.

Die Verlagsgruppe Madsack, zu der auch die Oberhessische Presse gehört, ist gleich doppelt vertreten. Neben der OP erhielten nämlich auch die Lübecker Nachrichten Presseplätze. Diesmal können feste Presseplätze auch anderen akkreditierten Journalisten überlassen werden. "Natürlich freuen wir uns über das Losglück. Zugleich sind wir uns auch der Verantwortung bewusst, in diesem mit Spannung erwarteten Prozess direkt aus dem Gerichtssaal berichten zu dürfen", sagt OP-Chefredakteur Christoph Linne. "In Absprache mit den Kollegen des Berliner Büros und der Lübecker Nachrichten werden wir qualifizierte und erfahrene Redakteure nach München schicken, die zugleich die übrigen Titel der Mediengruppe beliefern."

Die "Süddeutsche" kam dadurch zum Zuge, dass ihr wöchentlich erscheinendes Magazin einen Platz bekam. Dem Gericht zufolge nahmen an der Verlosung insgesamt 324 verschiedene Medien und freie Journalisten teil, fast drei Mal so viele wie im ersten Akkreditierungsverfahren. Bei den Nachrichtenagenturen gingen die internationalen Agenturen Reuters, AP und Agence France-Presse leer aus.

Bei den privaten Fernsehsendern bekamen weder Marktführer RTL noch dessen Spartensender einen Platz. Bei den Online-Medien gingen bis auf eine Ausnahme alle Bewerber leer aus. Die Ausnahme ist die Seite hallo-muenchen.de - der Onlineauftritt einer Münchner Gratiswerbezeitung. Die Online-Ausgaben von "Spiegel", "Focus" oder "Bild" erhielten keinen Platz. Bei diesen sind aber jeweils die gedruckten Ausgaben erfolgreich gewesen.

Im ersten Akkreditierungsverfahren waren alle türkischen und fast alle internationalen Medien bei der Vergabe der fünfzig Presseplätze leer ausgegangen. Nach einer Korrektur dieses Verfahrens durch das Bundesverfassungsgericht ordnete das OLG eine völlig neue Platzvergabe im Losverfahren an. Durch Setzlisten waren für mindestens vier türkische Medien Plätze garantiert. Acht der zehn Mordopfer des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) hatten türkische Wurzeln.

dpa / AFP

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