Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Die Motoren stehen still

Autofreier Sonntag Die Motoren stehen still

"Voll cool, wenn einen die Autos mal nicht stören", sagt Justin Weber aus Lohra. Und damit bringt der Elfjährige auf den Punkt, warum alljährlich Tausende zum autofreien Sonntag kommen.

Voriger Artikel
Ein Wiedersehen in Bad Neustadt
Nächster Artikel
Marburg startet neue Solar-Offensive

Bernd Wieland kam nicht mit dem Rad, sondern mit seinen Schafen zum autofreien Sonntag im Ebsdorfergrund. Seine lockigen Begleiter waren die Attraktion am Kreisel in Heskem.

Quelle: Thorsten Richter (thr)

Heskem. In unbeirrbarem Takt produziert die Seifenblasenmaschine am Kinderschminkstand die Seifenblasen. Sie fliegen von Heskem in Richtung Fronhausen davon und zerplatzen zumeist schon nach wenigen Metern über den Köpfen von Radfahrern, Inlineskatern, Spaziergängern, Joggern und Tretrollerfahrern.

Von 9 bis 18 Uhr herrscht ein für sonntags ungewöhnlich dichter Verkehr auf den rund 30 Kilometern Landesstraße 3048 zwischen Fronhausen, Ebsdorfergrund und Amöneburg - und dabei stehen alle Motoren still. Unterwegs gibt‘s an vielen Stationen Verpflegung und Programm. Am Heskemer Kreisel ist am meisten los, Volksfeststimmung zwischen Essensständen und Bierpilz. Viele rasten hier, bevor‘s weitergeht, viele fahren die ganze Strecke ab. Wie Ludwig Frese. Er ist von Homberg/Ohm in die Nachbargemeinde Ebsdorfergrund geradelt, um dort die freie Fahrt zu genießen. „Das sind dann insgesamt rund 60 Kilometer Strecke, das tut mir gut“, sagt der 76-Jährige.

Autofreier Sonntag im Ebsdorfergrund. Foto: Thorsten Richter (thr)

Zur Bildergalerie

Ulrike Weber (47) ist mit Sohn Justin (11) und dessen Freund Colin (9) unterwegs - ebenfalls mit dem Rad. „Es ist eine tolle Sache“, sagt sie und schwärmt über die vielen Angebote am Wegesrand sowie über die gute Möglichkeit, Natur und Dörfer zu erleben. „Sonst fährt man ja immer über die Umgehungsstraßen an den Ortschaften vorbei und sieht dann gar nicht, wie schön beispielsweise Ebsdorf ist“, erklärt sie. Das einzige, was Ulrike Weber ein bisschen störend findet, ist „das ganze Wahlkampfzinnober“. Jetzt radelt gerade die CDU mit ihrem Mehrpersonen-Bike vorbei. Ob mit dem Rad oder auf Inline-skates - Carmen Steitz (41) aus Wermertshausen ist mit ihrem Ehemann Peter Steitz (48) immer dabei. „Man sieht hier viele bekannte Gesichter, oft auch Leute, denen wir sonst selten begegnen - und Freunde treffen wir hier auch“, erzählt sie freudig. Pierre Fischer (31) aus Wermertshausen ist mit der ganzen Familie unterwegs - und genießt mit seiner Frau Tanja (38), den Söhnen Jaden (9), Tyler (6) und Nichte Aliya (10) den autofreien Sonntag. „Diesmal auf Tretrollern“, erklärt Pierre Fischer, „das macht großen Spaß“.

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr