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Die Moschee platzt aus allen Nähten

Tag der offen Moschee Die Moschee platzt aus allen Nähten

In Marburg fand am Einheitsfeiertag am Marbacher Weg ein "Tag der offenen Moschee" statt.

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Für den Tag der offenen Moschee öffnete auch das islamische Gotteshaus am Marbacher Weg am Donnerstag seine Pforten. Foto: Ina Tannert

Marburg. Wie in jedem Jahr veranstalteten zahlreiche islamische Gemeinden am deutschen Einheitstag bundesweit einen Tag der offenen Moschee. Das diesjährige Motto lautete Umweltschutz. Diesem Motto schloss sich auch die Marburger Omar Ibn Al-Khattab-Moschee an. Den ganzen Donnerstag über standen die Türen offen. Zahlreiche Muslime und Nicht-Muslime besuchten das Moschee-Gebäude im Marbacher Weg.

Dort führten die Gemeinde- und Vereinsmitglieder des Vereins Orientbrücke Marburg die Besucher durch ihr Gotteshaus. Sie zeigten die verschiedenen Gebetsräume, erklärten den islamischen Glauben und rituelle Abläufe. Zwei Dinge gehören vor allem zu einer Moschee, erklärten die Gläubigen. Erstens: Sauberkeit, das heißt Schuhe aus, da während des rituellen Gebets teilweise Hände und Kopf den Boden berühren. Zweitens: die Ausrichtung der religiösen Rituale nach Mekka, die in der Moschee durch ein Teppichmuster angezeigt wird.

Zu täglich wechselnden Zeiten wird fünfmal am Tag gebetet. Die Gemeindemitglieder ließen sich dabei auch von den anwesenden Gästen nicht stören. Die Besucher zeigten sich ebenfalls offen und informierten sich ausführlich über den islamischen Glauben.

„Für uns ist es wichtig, dass die Menschen uns kennen lernen, Fragen stellen und einfach Hemmungen abbauen“, erklärte Asmah El-Shabassy vom Vorstand des Vereins Orientbrücke Marburg. Die Islamische Gemeinde versteht sich als Teil der Stadt Marburg. Gegenseitiges Kennenlernen von Andersgläubigen ist ihnen wichtig. Die Mitglieder bemühen sich um Offenheit und Integration. Zu kämpfen haben sie nach wie vor mit Vorurteilen gegen ihren Glauben.

Vor allem das hessische Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst bereitet den Muslima Schwierigkeiten. Die Gemeinschaft setzt sich für Bildung und Arbeit für weibliche Muslime ein. Das fälschlich als Symbol der Unterdrückung betrachtete Kopftuch sowie dessen Verbot führe zu massiven Problemen bei der Berufsausübung, erklärten die Gläubigen. Die islamische Gemeinschaft ist vor allem im Laufe der letzten Jahre stark gewachsen. Zu großen religiösen Festen kommen mittlerweile über 1000 Besucher, erzählte El-Shabassy.

Regelmäßig beten über 300 Gläubige in der kleinen Moschee. Neben der Feier im Marbacher Weg hatte die Gemeinde am Donnerstag weitere Informationsstände und -zelte am KFZ und am Klinikum aufgebaut. Nicht zuletzt sicherlich aus Platzgründen, denn bereits seit Jahren „platzt die Marburger Moschee aus allen Nähten“, erzählte El-Shabassy. Dies soll sich in ein bis zwei Jahren ändern. Der Grundstein für eine neue Moschee bei St. Jost wurde Ende Juni gelegt.

Noch tut sich jedoch nicht viel am Neubau. Grund dafür ist der vor Kurzem getätigte Kauf eines weiteren Grundstückteils neben dem geplanten Moschee-Bauplatz.

Früher als gedacht konnte die Gemeinde die zweite Grundstückshälfte erwerben. Durch den nun erweiterten Platz mussten die Planungen erneut geändert und eine weitere Baugenehmigung eingeholt werden. Der zuständige Architekt sei jedoch zuversichtlich, dass die Moschee vielleicht schon in einem Jahr fertiggestellt werde. Der große Traum der Gemeinde sei es, dass einmal jeder Marburger - ob Muslim oder nicht, sagen kann: „Dies ist unsere Moschee“.

von Ina Tannert

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