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Die Klimaretter aus dem Landkreis

Weltklimakonferenz Die Klimaretter aus dem Landkreis

Die Präsidenten der USA und Russlands sind ebenso zur Weltklimakonferenz gekommen wie die Bundeskanzlerin. Vom Landkreis Marburg-Biedenkopf können sie erfahren, wie Klimaschutz funktionieren kann.

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Im Bioheizkraftwerk der Firma Holz Schmidt wird das Wasser für Schönstadt erwärmt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Kreisbeigeordnete Marian Zachow gehört zur deutschen Delegation in der französischen Hauptstadt und will dort in der kommenden Woche lokale Projekte wie die Bioenergiedörfer Oberrosphe und Cölbe-Schönstadt vorstellen.
Beide gelten als Paradebeispiele dafür, wie Kommunen gewissermaßen über Nacht nachhaltig werden können. Die Projekte aus dem Landkreis sind deshalb für die Konferenzteilnehmer von besonderem Interesse, weil sie zum einen zeigen, wie eine nachhaltige Energiewirtschaft umgesetzt werden kann und zum anderen belegen, dass die lokalen Akteure davon selbst einen Nutzen ziehen.

Die Veranstaltung am 10. Dezember wird vom Bundesumweltministerium und der Deutschen Botschaft in Paris organisiert. An der Seite des Kreisbeigeordneten stehen an diesem Abend Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel und sein kongolesischer Kollege Henri Djombo.

Lokale Akteure als Treiber der Energiewende

Zachow will in Paris vorstellen, wie lokale Akteure zu den Treibern bei der Energiewende und damit dem Klimaschutz werden können. Neben den beiden Bioenergiedörfern Oberrosphe und Schönstadt liegt ein weiterer Schwerpunkt auf dem Schulsanierungsprogramm des Kreises, mit dem die anfallenden Energiekosten auf jeweils rund zehn Prozent reduziert werden. Zugleich soll auf die starke Einbindung der Bürger in die Klimaprojekte hingewiesen werden.

Ziel sei es, die oftmals schwierigen Verhandlungen dadurch zu unterstützen, dass die positiven Effekte und raschen Erfolge im Klimaschutz auf der lokalen Ebene deutlich gemacht werden, erklärte ein Sprecher des Landkreises. Dazu zählten nicht nur die Bereitstellung von regenerativen Energien und damit eine Abkehr von Öl- und Gasimporten, sondern auch die Einsparung von Kosten und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region.

Über 300 Häuser am Nahwärmenetz angeschlossen

In Schönstadt sind nach Angaben von Andreas Mainusch, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft Nahwärme Schönstadt, über 300 Häuser an das Nahwärmenetz angeschlossen. Die von einem Sägewerk betriebene Bioheizanlage leiste derzeit bis zu 2,5 Megawatt. Im Ort hat sich auch ein Verein gegründet, der zwei Elektroautos im Carsharing-Modell verleiht.

In Oberrosphe werden 131 Haushalte mit warmem Wasser versorgt, berichtet Hans Jochen Henkel von der Bioenergiedorf-Genossenschaft. Rund 300.000 Liter Heizöl werden so eingespart. Zugleich versorgt die Genossenschaft etwa 60 Haushalte über Photovoltaikanlagen mit Strom.

von Frank Rademacher

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