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Die Jury freut sich über Engagement

Unser Dorf hat Zukunft Die Jury freut sich über Engagement

Mit einem umfangreichen, bunten Konzept präsentierten sich Bauerbach und Ginseldorf der Jury des 35. Wettberwerbs "Unser Dorf hat Zukunft".

Bauerbach. Einfallsreich und mit fast zu vielen Ideen für die knapp bemessene Zeit, zeigten die Bauerbacher gestern der Wettbewerbsjury, warum sie ihr Dorf für absolut zukunftsfähig halten. Neben dem fortschreitenden Glasfaseranschluss durfte ein Rückblick auf die 775-Jahr-Feier nicht fehlen. Für jeden der verschiedenen Wettbewerbsbereiche hatten sich die Einwohner etwas ausgedacht.

Ein großer Erfolg war die Wiedereinführung der Feuerwehr-Einsatzabteilung vor zweieinhalb Jahren. Nachdem die ehemalige Abteilung geschlossen worden war, musste Bauerbach mehr als zehn Jahre lang auf eine eigene Wehr verzichten, berichtete Wehrführer Lars Witter. Heute zählt die Gruppe 18 Kameraden, auch die Jugendabteilung konnte im vergangenen Jahr wieder eröffnet werden.

„Alle sind mit Feuer und Flamme dabei“, freute sich Witter. Nicht nur durch Hilfsmaßnahmen und Einsätze, sondern auch als Verein will die Wehr die Aktivität und Identifikation des Ortes bereichern und etwa Dorffeste und Aktionen mitgestalten. Auch die Pläne der Bauerbacher für ihre reiche Kulturlandschaft kamen bei der Jury gut an. Interesse weckten etwa Gebäude und Hof des katholischen Pfarrheims St. Elisabeth, das als ehemaliger Dorfmittelpunkt eine weitere Aufwertung erfahren soll. So planen die Verantwortlichen, das kulturelle Dorfarchiv in dem eindrucksvollen und aufwendig sanierten Fachwerkgebäude unterzubringen.

Es sei wichtig, das historische und kulturelle Erbe des alten Dorfes zu bewahren und wach zu halten, betonten die Bewohner. Dazu weisen in Bauerbach auch etwa 25 Info-Tafeln an Fachwerkgebäuden und kulturell wichtigen Plätzen auf die Vergangenheit des Dorfes hin. Auch das Dorfmaskottchen, der „Kirschenknäpper“, ist Teil des historischen Erbes und erinnert humorvoll an den überlieferten Spottnamen für die Bewohner.

Neben Baumaßnahmen und Grünflächengestaltung, erläuterten die Bauerbacher ebenfalls ihre Vorhaben für Erholung und Freizeitgestaltung der Einwohner, stellten die zahlreichen Wanderwege rund um den Ort sowie den jahrelangen Kampf für ein besseres Radwegnetzwerk vor. Auch der in Eigenarbeit geleistete Umbau des Sportplatzes in eine Kunstrasen-Arena durfte dabei nicht fehlen.

Daneben zeigten die Einwohner der Jury stolz die aktive landwirtschaftliche Seite ihres Ortes. Mehrere örtliche Betriebe verkaufen einen Teil ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse direkt im Ort und tragen damit zur Nahversorgung in Bauerbach bei, betonte Ortsvorsteher Lothar Böttner.Eindruck machte auch das praktische Garten-Miet-System des örtlichen Biohofs. Er stellt Hobbygärtnern der Umgebung verschiedene Nutzparzellen fertig eingesät als „Gemüsegarten auf Zeit“ zur Verfügung.

„Bauerbach hat sich wirklich viel Mühe gegeben“, lobte Kommissionsleiterin Margot Schneider die abwechslungsreiche Präsentation des Stadtteils.

Welche Orte siegreich aus dem Regionalentscheid hervorgehen und sich für den Landeswettbewerb im kommenden Jahr qualifizieren, wird am 6.Oktober bekannt gegeben.

Ginseldorfer wollen die Leute im Dorf halten

Unter dem selbstsicheren Motto „Bleibe im Stadtteil! Außen gewinnt!“ stellte sich Ginseldorf der Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

„Wir wollen die Leute hier im Dorf halten und dafür auch etwas tun“, betonte Ortsvorsteher Dr. Horst Wiegand und präsentierte gemeinsam mit rund 30 Einwohnern das Angebot.

„Dann zeigen sie uns mal alles, was Ginseldorf lieb und wert ist“, sagte Kommissionsleiterin Margot Schneider. Die Ginseldorfer führten die fünfköpfige Jury zu den Höhepunkten des Dörfchens an der Ohm. Für alle fünf Wettbewerbsbereiche – Allgemeine Entwicklung, Bürgerschaftliche und wirtschaftliche Aktivitäten, Baugestaltung und Bauentwicklung, Grüngestaltung und Bauentwicklung sowie Dorf in der Landschaft – hatten die Ginseldorfer ein Programm auf die Beine gestellt.

Ein wichtiges Merkmal des Stadtteils sei unter anderem eine funktionierende Nahversorgung, erklärte Wiegand. Neben dem baldigen Glasfaseranschluss biete der Dorfladen besonderes Potenzial. Ebenso wie das liebevoll gepflegte Backhaus.

Ein Höhepunkt der Führung waren mehrere informative Parcours in und rund um den Ort. So führt etwa der historische Pfad an zahlreichen sanierten Fachwerkhäusern entlang. Für den Bewegungspfad ist ein kleiner Klettergarten, ein Boule- oder ein Beachvolleyballplatz geplant. „Das Dorf ist eben stets in Bewegung“, sagte Thomas Steffens.

Mit Projekten wie der Senioren-AG und der Kinderbetreuung biete der Ort zudem eine familienfreundliche und altersgerechte Atmosphäre.

Auch in Natur- und Klimaschutz hat der Stadtteil einiges zu bieten. Neben reichhaltigen Grünflächen und Landschaftsschutzgebieten sind 41 thermische und 26 Photovoltaik-anlagen vorhanden.

Der Jury gefielen die Ideen, die gut gepflegten Fachwerkhäuser und einfallsreichen Baumaßnahmen. So wurde etwa das ehemalige Raiffeisenlager zu einem hübschen Wohnhaus umgestaltet. „Ginseldorf ist auf jeden Fall ein engagiertes Dorf“, lobte Kommissionsleiterin Schneider.

Für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung präsentieren die teilnehmenden Dörfer vor allem langfristige Projekte und Vorhaben, die sich nachhaltig ergänzen, aufeinander aufbauen und die zukunftsfähige Bindung der Einwohner an ihr Dorf hervor heben.

von Ina Tannert

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