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Die Hochburg der WG-Bewohner

Immobilien Die Hochburg der WG-Bewohner

Ansturm auf die Wohnungen in Marburg: Studenten sparen in der Universitätsstadt wenn sie in eine WG statt in eine Singlewohnung ziehen, 16 Prozent der Miete. Das ist eine der höchsten Kostenersparnis-Quoten in ganz Deutschland.

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Ansturm auf Marburg: Studenten sparen in der Universitätsstadt wenn sie in eine WG statt in eine Singlewohnung ziehen, 16 Prozent der Miete.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Marburg. Pro Quadratmeter zahlen Studenten in einer Marburger WG neun Euro Kaltmiete, in einer eigenen Wohnung sind es durchschnittlich 10,70 Euro. Damit sind WG-Zimmer in Marburg günstiger als etwa in Tübingen (9,60 Euro). Das geht aus einer Untersuchung des Internetportals Immowelt hervor. Die Spar-Quote in Marburg ist somit eine der höchsten in Deutschland. Für die Auswertung wurden die Mietpreise der Universitätsstädte mit mehr als 10000 Studenten untersucht. Verglichen wurden die Mieten von Single-Wohnungen mit bis zu 40 Quadratmetern Wohnfläche und WGs mit einer Fläche von 80 bis 120 Quadratmetern.

Dass die Mieten für Single-Apartments meist deutlich teurer sind als die für größere Wohnungen, liegt den Studien-Herausgebern zufolge am geringen Angebot. „Die Nachfrage nach begehrten Single-Wohnungen liegt häufig deutlich über dem Angebot. Das treibt die Preise nach oben“, heißt es von Immowelt. Insbesondere zu Semesteranfang ist Wohnraum für Studenten knapp.

In Marburg boomt das Leben in WGs: 49,2 Prozent der Marburger Studenten leben laut Sozialerhebung in einer Gemeinschaft. Bundesweit wählen diese Wohnform nur 29 Prozent der Studenten. Doch sind angesichts des Dauerhochs von mehr als 26000 Studenten selbst WG-Zimmer rar. Die 51 Notunterkünfte, die das Studentenwerk in der Stadt zur Verfügung stellt, sind seit Semesterstart etwa zur Hälfte belegt. Auch alle 2000 Wohnheimplätze sind belegt - und 300 Studenten stehen auf einer Warteliste, drängen in freiwerdende Apartments.

Marburg bietet mehr Zimmer an als Frankfurt, Kassel, Trier, Ulm oder Kaiserslautern

„Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass bis Ende Dezember alle Studierenden, die sich bei uns gemeldet haben, eine Unterkunft gefunden haben werden“, sagt Franziska Busch, Studentenwerk-Sprecherin. Die Zahl der Wartelisteplätze war in den Vorjahren mit bis zu 800 Namen länger. „Die Einschätzung unserer Kollegen in der Wohnheimverwaltung ist, dass sich im Laufe der letzten Jahre der Ansturm auf den Wohnungsmarkt zeitlich etwas entspannt hat.“ Vor allem dank früherer Zulassungsbescheide der Uni, womit Studenten mehr Zeit für die Wohnungssuche bleibe. Ein weiterer Grund für die Entspannung ist offenbar der vorangetriebene Wohnungsbau in der Stadt samt Eröffnung des Studentenwohnheims in der Gutenbergstraße mit 60 Plätzen. Weitere 80 entstehen laut Busch ab November im Studentendorf.

In der Liste der Zahl der Wohnheimplätze liegt Marburg deutschlandweit derzeit im Mittelfeld, das Studentenwerk bietet deutlich mehr Zimmer an als etwa die Universitäten Frankfurt, Kassel, Trier, Ulm oder Kaiserslautern. Und günstiger gibt‘s Räume kaum irgendwo anders: Während Marburger Studenten maximal rund 320 Euro für einen Wohnheimplatz zahlen, sind es in Münster 535 Euro - der höchste Wert unter allen Studentenwerken.

Gestützt wird die Spar-These durch eine weitere Mietpreis-Untersuchung von Immobilienscout24. Demnach ist Marburg die zehntgünstigste WG-Unistadt Deutschlands, Studenten zahlen demnach im Schnitt 237 Euro für ein Zimmer (Tübingen: 383 Euro). Als Grundlage dieser Mietpreis-Analyse diente die durchschnittliche Warmmiete pro Person der jeweiligen Stadt für eine Dreier-WG mit 80 Quadratmetern.

Eine Studie des Immobilienentwicklers GBI sieht Marburg auch nicht in der 19 Kommunen umfassenden Liste der Universitätsstädte, in denen die Wohnungssituation für Studenten besonders kritisch ist. Jedoch: Marburg gehöre zu den Städten, in denen empfohlen wird, den Wohnungsmarkt genau im Auge zu behalten, da es auch hier „schnell zu einer kritischen Situation kommen könnte“.

von Björn Wisker

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