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Die Frau unterm Scheunendach und der Drache im Birnbaum

Gärten für Zaungucker Die Frau unterm Scheunendach und der Drache im Birnbaum

Hinter einem alten, aufwändig sanierten Fachwerkhof verbirgt sich in Langenstein ein Gartenparadies - das Refugium von Inge Stein. Am Wochenende darf jedermann es anschauen.

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Inge Stein pflegt ihre duftenden und blühenden Rosen.

Quelle: Thorsten Richter

Langenstein. Wenn die beiden Wochenenden der „Gärten für Zaungucker“ in der Region anbrechen, dürfen sonst private Schätze ganz offiziell entdeckt werden. So der Garten von Inge Stein in Langenstein, eine von 13 Anlagen, die an diesem oder kommenden Wochenende für Besucher öffnen.

Fast 30 Jahre hat es gedauert, bis der Steinsche Garten, teil eines mehr als 6000 Quadratmeter großen Anwesens, so aussah, wie Zaungucker ihn in diesen Tagen sehen. Einst war es ein Nutzgarten. Ein Platz für zusammengeschusterte Schuppen und Hühnerhäuschen. Ein Gelände, bestehend aus dem Sammelsurium von Arbeitsgerätschaften und kleinen Ställchen, wie es im Laufe von jahrzehntelang geführter Landwirtschaft entsteht.

Dann kam Inge Stein. Die heute 70-Jährige stammt aus Schlesien und wohnte in Stadtallendorf. 1985 kaufte sie mit ihrem Ehemann den rund vierhundert Jahre alten Dreiseit-Hof in Langenstein - und das Ehepaar begann mit der aufwändigen denkmalschutzgerechten Sanierung. Und Inge Stein begann mit der Gestaltung eines Gartens, der heute so viele ganz unterschiedliche Eindrücke bereit hält.

Enge und Weite wechseln sich ab, ein munteres Miteinander von dicken Hortensienbüschen, Rosen und Kräutern wird in exakter Linie unterbrochen von akkurat gestutzten Buchsbaumhecken. Zwischendrin immer wieder schwere alte Futtertröge aus Sandstein, die rustikalen Charme verbreiten. Im anderen Teil des Gartens eröffnet sich weites Land mit Ausblick aufs Amöneburger Becken. Es gibt dort eine Terasse, rundherum viel Platz, einen kleinen Seerosenteich und einen dreiköpfigen Drachen, entstanden aus einem umgestürzten Birnbaum, den ein Stadtallendorfer Künstler mit der Kettensäge zu neuem Leben erweckte.

Inge Steins Lieblingsplatz unterm Scheunendach bietet Sicht auf weite Teile ihres Gartens. „Hier sitze ich sehr gern geschützt vor der Sonne und lege die Füße hoch“, erklärt die 70-Jährige und schaukelt auf dem freihängenden Sofa, das mit dicken Ketten an den Holzbalken des Scheunendachs befestigt ist. So möchte man auch sitzen und schaukeln mit Blick auf ein kleines Stück Paradies.

Übersicht der Gärten für Zaungucker:

14. Juni: Doris und Eckehart Henkel, Danziger Strasse 8, 35232 Friedensdorf (Pastelltöne und Weiß, Garten im norddeutschen Stil); Familie Scriba, Rondehäuser Mühle, 35091 Cölbe (drei Frauen, drei Gärten, drei Welten). 14. und 15. Juni: Christoph Schemm, Im Lichtenholz 43, 35043 Cappel (zauberhafter Stadtgarten); Inge Stein, Hintergasse 27, 35274 Langenstein (denkmalgeschützte Hofanlage mit modernem Bauerngarten); Silvia Geiger, Alter Kirchhainer Weg 43, 35039 Marburg (Stadtgarten – mit vielen liebevollen Details gestaltet); Ursula und Gerhard Niebergall, Cyriaxstraße 2, 35043 Cyriaxweimar (Hofreite mit bäuerlichem Naturgarten und Pflanzenraritäten). 21. Juni: Reinhard Bandt, Steinfeldstrasse 4 A, 35041 Elnhausen (aus allen Fugen quellende Blütenpracht am Ortsrand); Elke und Peter Eisenberg, Stöckelsbergweg 9, 35041 Elnhausen (Staudengarten zwischen Fachwerk zwischen Frauenmantel und englischen Rosen). 22. Juni: Else und Walter Henkel, Burgfeld 15 (an der B 62), 57334 Bad Laasphe-Sassmannshausen (Landschaftsgarten mit Rosen, Gräsern, Stauden). 21. und 22. Juni: Margret Findt, Hauptstrasse 13, 35112 Sichertshausen (großer Garten mit Gänsen und Hühnern an der Dorfkirche); Monika und Klaus Rheinganz-Schreiner, Untergasse 11, 35768 Siegbach-Wallenfels (Paradiesgärtchen am Ende der Welt); Helga und Peter Gottmann, Hangstrasse 8, 35099 Burgwald-Wiesenfeld (dieser Garten beeindruckt durch stilsicher gesetzte Akzente); Ursula und Winfried Debus, Martin-Lutherstrasse 4, 35232 Holzhausen (abwechslungsreich gestaltetes Hanggrundstück). Geöffnet sind die Gärten jeweils von 10 bis 18 Uhr.

von Carina Becker

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