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Die Frage ist nicht ob, sondern wie lange

Sperrung der Weidenhäuser Brücke Die Frage ist nicht ob, sondern wie lange

Wenn es nach den Plänen der Stadtverwaltung geht, wird die Weidenhäuser Brücke ab dem kommenden Jahr für die gesamte Zeit der Renovierung für den stadteinwärts fließenden Verkehr gesperrt.

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Die favorisierte Variante der Stadt für die Bauzeit an der Weidenhäuser Brücke: Der Verkehr darf die Brücke – für etwa zwei Jahre – nur stadtauswärts passieren.

Quelle: Stadt Marburg

Marburg. Der Magistrat hofft, dass die beantragten Landeszuschüsse für die Renovierung der maroden Brücke bald zugesagt werden, damit die Arbeiten ausgeschrieben werden können, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend vor 40 Zuhörern.

Die Brücke ist einer der wichtigsten ­Verkehrsknotenpunkte in der Innenstadt und muss dringend saniert werden. Mit der geplanten Sanierung soll die Umgestaltung des Rudolphsplatzes verbunden sein, für die es einen Architektenwettbewerb gegeben hatte (die OP berichtete). Wichtiges Ziel: Die Verbannung der Fußgänger auf die untere Ebene aufheben, barrierefreie Kreuzung des Rudolphsplatzes ermöglichen.

Gedacht ist nun an einen Baubeginn im Frühjahr 2016. Festgelegt haben sich Magistrat und Bauverwaltung auf weiterhin zwei Fahrspuren für Pkw in die Innenstadt und eine stadtauswärts sowie auf einen Fußgängersteg auf der nördlichen Brückenseite, um dessen Gestaltung es nach wie vor heftige Kontroversen gibt.

Wie der Verkehr während der Bauarbeiten über die Weidenhäuser Brücke fließen soll, stellte Michael Hagenbring von der Straßenverkehrsbehörde vor: nur stadtauswärts, und das während der gesamten Bauzeit von wahrscheinlich zwei Jahren. Der Verkehr aus Richtung Stadtautobahn müsste sich seinen Weg in die Innenstadt entweder über die Abfahrt Marburg-Nord oder Bahnhofstraße suchen, aus Richtung Süden von der Abfahrt Schützenpfuhlbrücke aus.

Stadt prüft Einjahresvariante

Gegenüber der Überlegung, den Verkehr nur stadteinwärts zuzulassen oder mit einer Baustellenampel wechselweise stadteinwärts und stadtauswärts über die Brücke zu führen, hätte diese Variante einen Vorteil: Die Gefahr von Rückstaus bis auf die B 3 wegen langer Wartezeiten am Rudolphsplatz ist deutlich geringer, die Achse Südbahnhof-Hauptbahnhof wird gegenüber den anderen Varianten weniger belastet. Und: Der Einsatzweg für die Feuerwehr über die Weidenhäuser Brücke bleibt erhalten, anders als bei einer Vollsperrung.

Für die gibt es dennoch gewichtige Argumente: Die Bauarbeiten auf der Brücke könnten schneller voranschreiten, bei einer Sanierung in einem Zug (und nicht getrennt nach Richtungsfahrbahnen) würden die abschließende Betonschicht in einem Stück aufgebracht werden können. Vision: Statt zwei Jahren Bauzeit würde vielleicht ein Jahr ausreichen.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Bündnis 90/Die Grünen) sagte nach der Veranstaltung auf Anfrage der OP am Dienstag zu, diese Variante werde seitens der Stadt noch einmal ernsthaft geprüft.

Eine „nur“ einjährige Bauzeit würde nicht nur billiger werden, sondern brächte auch für den Rad- und den Fußgängerverkehr entlang der Lahn erhebliche Vorteile: Notwendig ist nämlich, erläuterte Thomas Engelbach vom Fachdienst Tiefbau, die Brücke während der Bauarbeiten von unten durch Gerüste zu stützen – mit Konsequenzen für den Fuß- und Fahrradweg: Er müsste gesperrt werden.

Das wiederum bringt Interessenvertreter der Radfahrer auf die Palme. Wie Wolfgang Schuch vom Allgemeinen Deutschen Radfahrclub (ADFC), betonte, sei eine Umleitung für Radfahrer über die Louisa-Häuser-Brücke und den Hirsefeldsteg „nicht zumutbar“. Über die endgültigen Pläne will die Stadt gegen Ende des Jahres erneut ausführlich informieren, sagte Kahle.

von Till Conrad

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Sanierung soll Anfang 2016 starten

Die zukünftige Gestaltung der Weidenhäuser Brücke steht am Montag, 20. Juli, ab 19 Uhr im Mittelpunkt einer Info-Veranstaltung.

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