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Die Faszination der unbekannten Weite

Atronomie Die Faszination der unbekannten Weite

Die Perseiden kommen. Angst zu haben braucht jedoch niemand, denn bei den Perseiden handelt es sich um einen Meteorstrom der Montagnacht am Himmel zu beobachten ist. Das entsprechende Event dazu findet auf dem Frauenberg statt.

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Sternschnuppen der Perseiden (Bildmitte) sind heute Nacht zu beobachten. Diese Aufnahme wurde im vergangenen Jahr in der Eifel gemacht.

Quelle: Oliver Berg

Marburg. „Ein Meteorstrom ist ein Staubstrom, der im Weltraum herumfliegt“, erklärt Professor Andreas Schrimpf. Der Astronomie-Experte am physikalischen Institut der Universität Marburg erläutert, dass es sich dabei um kleine Metall- oder Gesteinskörper handelt, die in ihrem Strom die Sonne umkreisen. Wenn die Umlaufbahn der Erde einen Punkt erreicht hat, an dem sie einen Kometen kreuzt, sind diese Meteorströme für kurze Zeit am Himmel zu beobachten. Kleine Meteore werden auch als Sternschnuppen bezeichnet.

Die vielleicht berühmtesten Meteore sind die sogenannten „Perseiden“, die nach dem Sternbild „Perseus“ benannt sind.

Die Perseiden sind jedes Jahr rund um den 12. August zu sehen, der zufällig nah an dem Gedenktag des katholischen Heiligen Laurentius am 10. August liegt. Aus diesem Grund wird im Volksmund auch hin und wieder von den „Laurentiustränen“ gesprochen, die Ausdruck des um Laurentius weinenden Himmels seien sollen.

Der Physiker berichtet, dass die Astronomie ein Bereich sei, der auf Interesse bei vielen seiner Fachkollegen und Studenten stoße. „Es ist die Faszination des Unnahbaren. Man will gerne etwas über das wissen, was man nicht erreichen kann“, umreißt er die fesselnde Kraft seines Fachgebietes.

Viele würden bereits früh Astro-Bücher lesen. Einen eigenen Lehrstuhl an der Uni gibt es jedoch nicht. „Wir können momentan einfach nicht alle Bereiche der Physik komplett abdecken“, so Schrimpf. Dennoch bietet er Vorlesungen und Seminare in dem Bereich an. Diese seien allerdings vornehmlich auf einem „Einsteigerlevel“.

Sein persönliches Interesse gilt besonders auch der Marburger Astronomiegeschichte. So hatte der Begründer des physikalischen Instituts in Marburg, Christian Ludwig Gerling, im 19. Jahrhundert zum Beispiel ein Forschungsprojekt zur Vermessung der Venus in Chile angestoßen - und damit die Gründung der ersten Sternwarte in Chile und vermutlich der ersten auf der Südhalbkugel. „Es hat mich einfach gepackt, dass diese Geschichte hier kaum bekannt ist“, sagt Schrimpf. Am 14. September hält er um 17.15 Uhr einen öffentlichen Vortrag über Gerling und die Marburger Astronomiegeschichte des 19. Jahrhunderts.

Wer bis dahin nicht warten möchte, kann aber auch am Montag Abend auf den Frauenberg fahren. Dort treffen sich die Marburger Astronomen zur Beobachtung der Perseiden. Laut Schrimpf seien außerdem auch die Planeten Uranus und Neptun, einige Sternhaufen und eine Nachbargalaxie der Erde zu sehen. Für Laien gebe es außerdem Erläuterungen zu Meteoriten, Asteroiden und Kometen. Um 22 Uhr wird er in diesem Jahr erstmalig versuchen, mit einem Vortrag „Perseus und Andromeda“ die griechische Mythologie lebendig erscheinen zu lassen. Von dort stammen viele Sternbildbezeichnungen.

von Peter Gassner

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