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Die Chance auf ein besseres Leben

MiRO Waisenhaus Die Chance auf ein besseres Leben

Seit einem Jahr engagiert sich OP-Redakteurin Nadine Weigel gemeinsam mit der Ärztin Dr. Vera Fleig für kenianische Waisen. Dank der Unterstützung aus dem Landkreis konnte bereits vielen Kindern geholfen werden.

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Der kleine Paul kann wieder lachen. Der vierjährige Waisenjunge musste in seinem Leben viel durchmachen. Für eine bessere Zukunft von Paul und 15 andere kenianische Kinder suchen OP-Redakteurin Nadine Weigel und die Ärztin Dr. Vera Fleig Unterstützer. Dafür haben die beiden Frauen die Internetseite www.help-for-miro.de ins Leben gerufen.

Quelle: Nadine Weigel

OP: Nadine, wie kam es zu Eurem Einsatz für elternlose Kinder in Kenia?
Nadine Weigel: Im Februar 2010 reisten meine Freundin Vera und ich im Urlaub nach Mombasa, um uns dort das Waisenhaus von Müllers aus Kirchhain anzuschauen. Weil bei ihnen damals noch gebaut wurde, hatten sie noch keine Kinder in ihrem Heim, deshalb besuchten wir auf Anraten des Jugendamtes Mombasa das MiRO-Waisenhaus in Kiembeni. Dort überschlugen sich die Ereignisse. Gerade noch rechtzeitig brachten wir ein sterbenskrankes Kind ins Krankenhaus, das entgegen ärztlicher Prognose überlebte. Wir konnten die anderen Kinder ja nicht einfach ihrem Schicksal überlassen und beschlossen, zu helfen. Denn wir haben gemerkt, dass die Heimleiterin Josephine den Kindern das gibt, was sie verloren haben – eine Familie.

 

OP: Was genau konntet ihr bislang für die Kinder tun – und welche Rolle hat dabei die Unterstützung aus dem heimischen Landkreis gespielt?
Weigel: Viele Menschen aus Marburg-Biedenkopf wollten uns helfen. Das Deutsche Rote Kreuz Marburg hat ein Sonderkonto eingerichtet, von dem wir monatlich rund 500 Euro überwiesen haben. So konnten wir dafür sorgen, dass die Kinder besser ernährt und medizinisch versorgt werden. Dadurch hat sich in wenigen Monaten ihr Gesundheitszustand total verbessert. Zwei Dreijährigen, die wegen ihrer Mangelernährung an der Knochenkrankheit Rachitis litten, geht es heute viel besser. Sie können stehen und laufen – was vor einem Jahr noch nicht der Fall war. Bei unserem letzten Besuch haben wir Kleiderspenden von Freunden und von der Marburger Zahnklinik gesponserte Zahnbürsten für die Waisen mitgebracht. Aber vor allem haben wir ein besseres Haus für die Kinder gefunden, wo sie inzwischen auch eingezogen sind. Das Haus hat fließend Wasser, drei Toiletten, eine Küche und drei Schlafzimmer. Es bietet genügend Platz für alle – auch zum Spielen. Außerdem gibt es einen kleinen Garten.

OP: Für 16 Kinder ist somit ein neues Heim entstanden. Jetzt ruht eine große Verantwortung auf Euren Schultern. Wie sorgt Ihr dafür, dass die Hilfe weitergeht?
Weigel: Ja, das ist echt eine ungewohnte Verantwortung, schließlich haben wir nie geplant, uns um 16 Waisenkinder zu kümmern. Aber die Freude über die glücklichen Kleinen wiegt den ganzen Stress wieder auf. Derzeit suchen wir nach Paten für die Kinder, um mehr Sicherheit in der monatlichen Finanzierung des Heimes zu haben. Auf unserer Internetseite – www.help-for-miro.de – informieren wir über die Kinder und deren Entwicklung.

OP: Wie könnt ihr sicherstellen, dass das Spendengeld aus dem Landkreis auch dort ankommt, wo es gebraucht wird?
Weigel: Wir werden weiterhin unseren Urlaub nutzen, um ein bis zweimal im Jahr nach Kenia zu reisen und dort nach dem rechten zu schauen – unangemeldet, versteht sich. Wir besuchten ja auch im November unangemeldet das Waisenhaus – und waren positiv überrascht, wie gut sich alles entwickelt hat. Mit der Heimleiterin stehen wir in regelmäßigem Kontakt. Zudem helfen das ganze Jahr über junge Europäer im Waisenhaus mit, die über soziale Institutionen nach Kenia kommen, um sich in verschiedenen Projekten zu engagieren. Sie berichten uns regelmäßig objektiv darüber, wie es den Kindern geht und ob sie gut versorgt werden.

OP: Was sind Eure nächsten Ziele?
Weigel: An erster Stelle steht natürlich die Grundversorgung der Waisen. Aber wenn wir genügend Spender haben, sollen alle Kinder zur Schule geschickt werden. Denn nur mit Bildung haben sie die Chance auf ein besseres Leben.

von Carina Becker

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