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Die Bilanz der Besiegten

Oberbürgermeisterwahl 2011 Die Bilanz der Besiegten

Die Wahlverlierer bewerten ihre Ergebnisse sehr unterschiedlich. Die Reaktionen reichen von „persönlicher Demütigung“ bis hin zur Zufriedenheit.

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Reinhold Becker (von links), Henning Köster, Dr. Franz Kahle, Jörg Behlen und Wieland Stötzel reagierten am Wahlabend und auch am Dienstag im OP-Gespräch unterschiedlich auf ihre Ergebnisse.

Quelle: Tobias Hirsch, Thorsten Richter

Marburg. In diesen Tagen analysieren und diskutieren die Parteien und Listen ihre Wahlergebnisse und die ihrer Oberbürgermeisterkandidaten. Die OP fragte am Dienstag fünf Verlierer der OB-Wahl, wie sie das Ergebnis und den Wahlkampf nun rückblickend betrachten.

Enttäuscht von seinem Ergebnis ist Wieland Stötzel. Der CDU-Bewerber kam mit 18 Prozent auf Platz 2. Er sieht mehrere Gründe für sein schlechtes Abschneiden. Wahlsieger Egon Vaupel (SPD, 59 Prozent) habe ganz klar einen Amtsbonus gehabt. Zudem habe die aktuelle landes- und bundespolitische Stimmung gegen Atomkraft eine Rolle gespielt. Die Marburger CDU habe unter anderem auch dadurch ihre Wahlthemen nicht genügend kommunizieren können.

„Ich hatte es so erwartet“, sagte Dr. Franz Kahle (Grüne, 12,4 Prozent). Er habe konfrontativen Wahlkampf gegen den Amtsinhaber Egon Vaupel (SPD) geführt. „Unser Ziel war, stärkste Fraktion im Stadtparlament zu werden“, so Kahle. Die Grünen wurden dritte Kraft, legten aber enorm zu. Dass nicht alle, die die Grünen bei der Kommunalwahl wählten, ihm ihre Stimme gaben, wundert Kahle nicht. Er sei „generell zufrieden“. Auf die Frage, ob er Bürgermeister bleiben werde, sagte Kahle: „Wir reden in der Koalition über Sachfragen und dann über Personalfragen“.

Ganz und gar nicht zufrieden ist Jörg Behlen. Der FDP-Kandidat kam auf 1,7 Prozent. „Die OB-Wahl ist eine Persönlichkeitswahl, daher nimmt man das Ergebnis auch persönlich. Das ist kein angenehmes Gefühl, es ist eine Demütigung“, sagte er. Er frage sich selbstkritisch, ob seine Positionen falsch waren, was er falsch gemacht habe. „Ich bin authentisch aufgetreten, daher muss ich jetzt mit diesem Ergebnis umgehen“, sagt er.

In der Analyse stellt Behlen aber auch fest, dass die Liberalen bundesweit drastisch an Wählerstimmen verloren haben. Daher wisse er auch, dass es nicht nur an ihm gelegen haben könne. „Der Wahlkampf wurde nicht von kommunalen Themen bestimmt“, bedauert Behlen und verweist dabei auf die Atompolitik.

Dies sieht auch Reinhold Becker (MBL) so. „Die Atomkraft-Debatte war entscheidend“, so Becker. Er habe zwei von drei Zielen erreicht, daher sei er trotz des Ergebnisses von 3,5 Prozent zufrieden. „Ich bleibe vermutlich Ortsvorsteher in Elnhausen und komme wieder ins Stadtparlament. Darauf freue ich mich“, so Becker.

Henning Köster (Marburger Linke) ist mit seinem Ergebnis von 4,4 Prozent zufrieden. „Ich habe viele Gespräche geführt und viele Anregungen erhalten, die mir für meine politische Arbeit als Stadtverordneter von Nutzen sein können.“

von Anna Ntemiris

Die Wahlergebnisse der Oberbürgermeisterwahl finden Sie hier bei uns auf der OP-Website.

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