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Die "Bergprüfung" steht noch bevor

Marburger Schlossbahn Die "Bergprüfung" steht noch bevor

Ab 1. Juli sollte die Marburger Schlossbahn Fahrgäste von der Innenstadt zum Schloss bringen. Weil das Regierungspräsidium eine zusätzliche Zulassung für die Steilstrecke fordert, verzögert sich der Starttermin.

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Die Marburger Schlossbahn gestern bei ihrer Fahrt durch die Marburger Oberstadt. Für die Schlossroute braucht sie noch ein weiteres Gutachten

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wenige Stunden vor Beginn der „Jungfernfahrt“ mit geladenen Gästen teilte das Marburger Ordnungsamt der Betreiberfamilie Brunett mit, dass sie mit der „Bimmelbahn“ vorläufig nicht wie geplant vom Barfüßertor über Sybelstraße und Gisonenweg zum Schloss fahren darf. Das berichtete der frühere Verkehrsdirektor Hans-Christian Sommer den geladenen Gästen der Jungfernfahrt. Das Regierungspräsidium (RP) fordert einen Nachweis, dass die Bahn auch eine Steilstrecke vollbeladen gefahrlos bewältigen kann.

Die Marburger Bimmelbahn bei ihrer ersten Fahrt durch die Unistrasse. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Wie RP-Sprecherin Gabriele Fischer auf Nachfrage der OP berichtete, habe die Familie Brunett erst vor einer Woche beantragt, die „Bimmelbahn“ nach der Straßenverkehrszulassungsordnung für den Personenverkehr zuzulassen.

Die Genehmigung ist erteilt, aber, so Fischer: Die Straßenverkehrszulassungsordnung verbietet die Zulassung für den Personenverkehr auf Strecken, die mehr als zehn Prozent Gefälle haben. Vielmehr muss ein Gutachter jetzt feststellen, ob die Marburger Schlossbahn auch auf der Strecke zum und vom Schloss - sie weist eine Steigung bis zu 14 Prozent auf - verkehrssicher ist. Für das Gutachten sei der TÜV zuständig, sagte die Marburger Ordnungsamtsleiterin Regina Linda; die Stadt Marburg will aber, so ­Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), unbürokratisch durch das Gewerbeamt und das Ordnungsamt helfen, um das Gutachten schnell erstellen zu lassen.

Für die Aussage des Gutachtens wird nach OP-Informationen erstens entscheidend sein, in welcher Zeit die vollbeladene Bahn auf nassem Kopfsteinpflaster zum Stehen kommt und zweitens wie das Anfahrverhalten unter diesen Bedingungen ist. Vaupel stellte sich vor der Eröffnungsfahrt gegen jene, die Amtsschimmel oder Schikane andeuteten, und sagte: „Das ist eine wichtige Frage der Verkehrssicherheit, und die muss gewährleistet sein.“

Bis dieser Nachweis erbracht wird, wird die Marburger Schlossbahn ab heute Fahrten von der Elisabethkirche über Steinweg, Marktplatz und Barfüßerstraße und zurück über Universitätsstraße, Rudolphsplatz und Biegenstraße anbieten. Das sagte Lydia Brunett der OP.

Auf dieser Route wurden gestern denn auch die knapp 100 geladenen Gäste kutschiert, die als erste die Bahn ausprobieren durften.Deren Urteil war überwiegend positiv: Die Federung der vollbesetzten Bahn schluckte die zahlreichen Schwellen in der Barfüßerstraße problemlos; das durchsichtige Panoramadach aus Plexiglas lässt eine tolle Rundumsicht zu; auch bei Restaurantbetrieb in der Barfüßerstraße kam die Bahn problemlos durch.

Überraschend für viele: das lange Gespann, bestehend aus der Zugmaschine und zwei Anhängern, hat einen Wendekreis, der nicht viel größer ist als der eines Pkw.

Die Gretchenfrage bleibt aber: Wie ist das Fahrverhalten der Marburger Schlossbahn auf dem Streckenabschnitt zwischen Barfüßertor und Schloss und zurück?

Und: Was passiert eigentlich, wenn der Weg der Marburger Schlossbahn, wie am Samstag bei einer Probefahrt geschehen, durch falsch geparkte Autos blockiert wird und sich lange Rückstaus bilden? Für den Oberbürgermeister, zugleich Leiter der Ordnungsbehörde, ist diese Frage leicht zu beantworten: „Wenn die Bahn nicht durchkommt, kommen Rettungsfahrzeuge erst recht nicht durch“, sagte er auch mit Blick auf den Brand Ende Juni am Bückingsgarten. Im Klartext: Falsch geparkte Fahrzeuge werden konsequent abgeschleppt.

von Till Conrad

Feedback

Billige Rache?

„Und das fällt denen JETZT ein? Oder hat man den Verantwortlichen bei der ersten Probefahrt auch aus dem Parkverbot abgeschleppt und es handelt sich um eine billige Racheaktion?“

Uschi Strauß über das Thema Bimmelbahn darf noch nicht zum Schloss (via Facebook)

Verantwortliche überrascht

„Das hat jeder normal denkende Mensch gewusst. Nur die Verantwortlichen sind wieder mal völlig überrascht worden! Wie blöd muss man sein, um so einen Schwachsinn zu genehmigen!“ Thomas Jakobi (via Facebook)

Volk von Egoisten

„Da, wo die Schlossbahn wegen Falschparkern nicht durchkommt, da kommen Feuerwehr,Rettungswagen auch nicht durch (siehe Bückingsgarten) Aber wie war das noch? „Bei mir brennt es ja nicht?“ Ein Volk von Egoisten.“ Stefan Reichert zum Thema Bimmelbahn steckt bei Testfahrt fest.

Gemecker

„In Marburg wird ja erst einmal über alles Neue gemeckert, echt sinnlos darüber zu diskutieren.“ Marion Starostzik zum selben Thema

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Marburger Schlossbahn
Jochen Müller und  Christian Krummeck vom Fachdienst Vermessung ermitteln die Steigung der Fahrbahn an der Ecke Sybelstraße und Lutherstraße.

Wenn die Steigung zum Schloss mehr als 15 Prozent beträgt, darf die Schlossbahn niemals zum Schloss fahren. Das muss jetzt gemessen werden.

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