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Dickmilch mit Schnittlauch gegen die Hitze

Rekordsommer Dickmilch mit Schnittlauch gegen die Hitze

Sommer, Sonne und kein Ende: Erneut war es tropisch heiß - und es bleibt die ganze nächste Woche über hochsommerlich warm.

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Abkühlung, wo es nur geht: Hier suchen Menschen im Niederweimarer See Erleichterung.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Gluthitze in der Innenstadt: Stolze 36,2 Grad erreichte die Quecksilbersäule an der Messstation in der Gutenbergstraße am Freitag nachmittag. Wer nicht musste, mied den ganz durch die Stadt.

Die extreme Sonneneinstrahlung hat auch die Ozonwerte nach oben schnellen lassen: Stolze 231,1 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden am Freitag in Marburg gemessen - Rekord für Hessen.

Nach dem extrem heißen Wetter am gestrigen Freitag gehen die Temperaturen am Wochenende den Meteorologen zufolge erst einmal wieder leicht zurück. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aber auch für Samstag noch vor einer starken Wärmebelastung. Möglich sind auch wieder schwere Gewitter.

Durch die Trockenheit ist auch die Gefahr von Waldbränden im Juli deutlich gestiegen - eine „Nebenwirkung“, die laut Andreas Brauer von der Feuerwehr in Marburg auch in der nächsten Trockenperiode wieder droht.

Zudem mache die Hitze auch einigen, insbesondere älteren, Menschen immer wieder zu schaffen. Dies bestätigt auch UKGM-Pressesprecher Frank Steibli. Kranke Menschen hätten ohnehin Schwierigkeiten bei Hitze, doch es sei auch zu registrieren, dass eigentlich gesunde Menschen häufig Kreislaufprobleme bekämen.

Im Uniklinikum bereite man sich daher dieses Wochenende auf zusätzliche Patienten mit hitzebedingten Problemen vor.

Dabei ist es vielfach gar nicht die Hitze an sich, die die Menschen krank macht: Am letzten Juli-Wochenende, so erzählt Frank Steibli, sei auffällig gewesen, dass ausschließlich mangelnde Flüssigkeitsaufnahme zu Problemen geführt habe, während Kreislaufstörungen durch zu lange Sonneneinstrahlung nicht zu verzeichnen waren.

Salze und Mineralien müssen ersetzt werden

Ein Wunsch des Klinikums wie auch der Feuerwehr ist deshalb, dass die Menschen „ausreichend trinken - und zwar keinen Alkohol“, so Steibli.

Bei Getränken sollten zwei bis drei Liter ungekühltes Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetees die erste Wahl sein, raten auch Experten des Gesundheitsamtes.

Die durch das Schwitzen verloren gegangenen Mineralien und Körpersalze ließen sich durch den Verzehr von Salzgebäck, gewürzten Gurkenscheiben oder auch Dickmilch mit Schnittlauch und Salz ersetzen.

Und fruchtige Zwischenmahlzeiten vertreiben nicht nur den Hunger, sondern sorgen für weitere Flüssigkeitszufuhr. „Achten Sie grundsätzlich auf leicht verdauliche Kost“, raten die Ärzte des Gesundheitsamts.

Simon Trippler vom DWD ergänzt außerdem, dass warme Getränke gegenüber kalten den Vorteil hätten, dass der Körper keine zusätzliche Arbeit leisten müsse, um die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen.

Kühe geben bei Hitze weniger Milch

Die Kleidung sollte laut Gesundheitsamt leicht, hell, locker und aus Naturfasern wie etwa Baumwolle sein. Und im Freien schützen eine Kopfbedeckung und Sonnencreme .

Wertvolle Tipps haben die Gesundheits-Spezialisten auch, damit sich Haus oder Wohnung nicht zu stark aufheizen. So raten sie, die Räume tagsüber mit Rollläden oder Vorhängen abzudunkeln.

Die Wohnung sollte nur frühmorgens oder spätabends gelüftet werden - und zwar am Besten per Durchzug. Und damit sie sich tagsüber nicht zusätzlich aufheizt ist es besser, Hitze abstrahlende Geräte wie Fernseher, Computer, Monitor oder ähnliche ausgeschaltet zu lassen.

Sollte die Sonne dennoch zu heiß gebrannt haben und Fieber, Erbrechen, Muskelkrämpfe oder Bauchschmerzen auftreten, können dies die Symptome für eine ernste Hitzeschädigung sein. Dann sollte man umgehend den Arzt aufsuchen.

Kleiner Trost für alle Hitzegenerveten: Auch den Kühen machen die hohen Temperaturen zu schaffen, sie geben weniger Milch. Bei den aktuellen Werten sind es zwei bis drei Kilogramm weniger als die normalerweise im Schnitt üblichen 25 Kilogramm Milch pro Tag.

Und mächtig Durst haben die Viecher auch: Bei der Hitze kann sich der tägliche Wasserbedarf einer Kuh auf bis zu 150 Liter verdreifachen.

von Peter Gassner

und Andreas Schmidt

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