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Dialog zwischen den Religionen für mehr Toleranz

Interreligiöses Forum Dialog zwischen den Religionen für mehr Toleranz

Der Runde Tisch der Religionen und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) möchten den Dialog zwischen den zahlreichen Religionsgemeinschaften in der Universitätsstadt Marburg intensivieren.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies begrüßte die Teilnehmer.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Etwa 20 Menschen folgten der Einladung zum ­ersten interreligiösen Forum in den Stadtverordnetensitzungssaal. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass der Dialog der Religionen in Marburg eine lange Tradition hat, etwa mit dem Religionsgespräch der Reformatoren Zwingli und Luther im Jahre 1529, das mit dazu beigetragen habe, dass die Stadt ihre heutige Bedeutung hat. Gespräche zwischen Vertretern unterschiedlicher Glaubensrichtungen seien wichtig, Werte und Wertauffassungen anderer müssten kennengelernt und verstanden werden.

Streit und unterschiedliche Meinungen seien im Gespräch nicht zu vermeiden, aber gerade deswegen sei es umso wichtiger, miteinander zu sprechen. Und in Marburg, so Spies, „hat der Dialog zwischen den verschiedenen Religionen und den Marburger Bürgern seit vielen Jahren eine gute Tradition“, vor diesem Hintergrund sei die jetzige Einladung erfolgt.

Stellvertretend für den Runden Tisch der Religionen, der vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, betonte die stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Monika Bunk, dass es gelungen sei, den Dialog für die Stadtgesellschaft unter anderem mit zahlreichen Veranstaltungen für die Bürger zu öffnen. Ansonsten, so gestand sie ein, „hat sich ein kleiner Kreis etabliert“, der sich intensiv austauscht, „wir haben viele Dinge erfahren, die ähnlich sind, aber auch Unterschiede, von denen wir jeweils nichts wussten“, dass es aber in Marburg erheblich mehr Religionsgemeinschaften gibt, die nicht beteiligt sind.

Bunk sprach bei 178 verschiedenen Nationalitäten in der Universitätsstadt von einer Liste auf fünf DIN-A4-Seiten, von denen ebenfalls der Wunsch des Gesprächs geäußert wurde, was der Runde Tisch nicht mehr leisten könne. Daher sei die Idee des Forums geboren worden, um den Austausch zu erweitern. „Wo wollen wir als Vertreter religiöser Gemeinschaften etwas tun? Und wo ist Gesprächsbedarf?“, diesen Fragen wolle man sich stellen.

Alle Anwesenden hatten im Folgenden die Gelegenheit, ihre Wünsche und Themenanregungen zu formulieren. Besseres Kennenlernen und Verstehen war dabei ein häufig genanntes Ziel. Friedliches Zusammenleben müsse bei allen Unterschieden gesichert sein. Kontakte knüpfen zu wollen, wurde ebenfalls oft gewünscht. „Hier kann ganz viel angestoßen werden, für mehr Toleranz“, hieß es. Dass derzeit so viele Menschen auf der Flucht sind, hat auch mit religiösen Konflikten zu tun, so eine Teilnehmerin. Deswegen interessiere sie die Geschichte der Flüchtlinge. Interessant seien auch unterschiedliche Richtungen des Islam, die es in Marburg gibt, so ein anderer Teilnehmer.

Meinungen bilden und in die Stadtpolitik einbringen

Monika Bunk regte an, konkrete Gesprächsthemen für zukünftige Veranstaltungen zu benennen. So sei ihr beispielsweise aufgefallen, dass jüdische und muslimische Bestattungsriten sich nicht weit unterscheiden. Gleichwohl könnten die Juden in Marburg nach ihnen verfahren, Muslime noch nicht.

Aus dem Plenum kam der Hinweis, dass es angesichts der religiösen Vielfalt schwer ist, eigene Räume zu finden. Das Forum könne Meinungen bilden und in die Stadtpolitik bringen. Generell, so der Wunsch der Teilnehmer, kann das interreligiöse Forum „als fester Akteur“ von der Stadtpolitik wahrgenommen werden, jede Religionsgemeinschaft solle von der Stadt eingeladen werden und könne in unterschiedlichen Bereichen zu ihrer Meinung etwas beitragen.

von Heiko Krause

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