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Der lautlose Unruhestifter

Workshop ,,erlebeIT“ Der lautlose Unruhestifter

Referent Michael Zeisberger reiste aus Berlin an, um den zukünftigen ,,Medienscouts“ die Welt der Informationstechnologie zu erklären und sie über mögliche Gefahren im 
Internet zu informieren.

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Schulleiter Björn Gemmer (stehend von rechts) und CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Heck besuchen Referent Michael Zeisberger und Schüler während des Workshops.

Quelle: Klara Brinkmann

Marburg. Wir schreiben das Jahr 2036. Lautlos erscheint auf dem Handy-Display eines Erwachsenen eine neue Bildnachricht von einem Unbekannten: Das Bild zeigt den Erwachsenen in seiner Jugend beim Kiffen auf einer Party. Der Erwachsene kennt das Bild und erinnert sich vage daran es damals in Whats­App einem Freund geschickt zu haben. Von seinen Mitschülern wurde er deswegen gefeiert. Jetzt mit Mitte 30 ist ihm das Bild eher peinlich. Am meisten schockt ihn jedoch, dass jemand Unbekanntes noch nach 20 Jahren darauf Zugriff hat.

Einen reflektierteren und verantwortungsvolleren Umgang mit dem Internet sollten Schüler der 9. und 10. Klasse des Landschulheims Steinmühle in dem Workshop „erlebeIT“ erlernen. Die Schüler haben sich freiwillig für diesen Workshop angemeldet, um dann ihr Wissen als Medienscouts an andere Mitschüler weiterzugeben.Michael Zeisberger vom Digitalverband Bitkom aus Berlin ist Referent. Er erklärte den Schülern, wie sie ihre Privatsphäre im Internet schützen können.

Bewusstsein für Gefahren entwickeln

Mehr als 120 Abgeordnete des Deutschen Bundestages setzen sich für mehr Medienkompetenz in der Schule ein und unterstützen deshalb die BITKOM-Initiative „erlebeIT“. Bundesweit kooperieren 800 Schulen mit „erlebeIT“. In Marburg vertritt CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Heck die Initiative.

Schulleiter Bernd Holly und Zeisberger waren sich einig, dass es nicht darum gehe, die Macht der Medien zu verteufeln, sondern ein Bewusstsein für Gefahren im Internet zu entwickeln. In der Pubertät gehöre es dazu, Grenzen auszutesten. Diese Neugierde würde einen jedoch oft auf fragwürdige Seiten bringen, auf denen Hacker lauern könnten.

„Zuerst würde ich mich an meinen Informatiklehrer wenden“, antwortet die 16-jährige Schülerin Olivia auf die OP-Frage, was ihre erste Idee wäre, wenn sie das Gefühl hätte, dass jemand ihren PC gehackt habe. Um diesen Situationen vorzubeugen, gab Zeisberger den Schülern zehn allgemeine Tipps, zum Beispiel nach jeder Internetrecherche seine Spuren – sogenannte Cookies – zu löschen und keine Mails von unbekannten Absendern zu öffnen.

Facebook-Nutzerzahlen steigen

Zum Vorschlag, sicherer im Internet zu surfen, sagt Sam (15) auf Befragen der OP: „Ich denke, dass Hacker es eher als Ansporn sehen, die neu entwickelten Sicherheitssysteme wiederum auszutricksen.“

Facebook und WhatsApp haben die Rechte über hochgeladene Bilder und alles Geschriebene und Veröffentlichte und können diese in jeglicher Form benutzen. Trotzdem steigen die Nutzerzahlen. „WhatsApp eignet sich gut zur Organisation von Dingen, vor allem wenn man Leute schnell erreichen muss. Auf Facebook bin ich fast gar nicht, da es dort mehr um das Präsentieren der eigenen Person geht“, erzählt Stefan (16) auf die OP-Frage, warum und welche soziale Medien er nutze. Aaron (15) sagt, dass er in keinem sozialen Medienportal angemeldet sei.

Damit gehört er zu der Minderheit der deutschen Jugendlichen. Wie die meisten Schüler der Klasse 9 und 10 sehen auch zwei Drittel der befragten Jugendlichen in der Shell-Studie die Nutzung des „Social Networks“ kritisch, wollen aber trotzdem mit dabei sein.

von Klara Brinkmann

 
Hintergrund

Die Shell-Studie hat das Mediennutzungsverhalten der Jugendlichen aus Deutschland im Jahr 2015 genauer untersucht. Im Durchschnitt sind die befragten Jugendlichen 18 Stunden pro Woche online, pro Tag sind das mehr als zweieinhalb Stunden. Im Jahr 2002 waren es noch sieben Stunden pro Woche.

Jeder Fünfte der befragten Jugendlichen im Jahr 2015 gehört laut der Studie zur Gruppe der „Digitalen Bewohner“ mit einer Aktivität von rund 25 Stunden pro Woche. Sie nutzen das Internet vor allem für die Informationssuche, zum interaktiven Austausch und zur Unterhaltung.

 
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