Windräder in Grevenbroich. Ob auf den Marburger Lahnbergen Windräder stehen werden, steht noch nicht fest. Archivfoto
Marburg. Das umstrittene Thema Windkraft-Standorte wird in Marburg wohl noch in den nächsten Monaten und Jahren Gesprächsthema bleiben, sollte die Stadt auf neue Windenergiestandorte auf den Lahnbergen beharren.Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) zitierte auf dem vergangenen Parteitag der SPD aus einem Schreiben des Regierungspräsidiums (RP), wonach es die vorgeschlagenen Flächen auf den Lahnbergen nicht als Windkraft-Vorranggebiete in den Regionalplan aufnehmen werde. Die bislang von der Stadt Marburg eingereichten Unterlagen seien nämlich unzureichend, berichtete Vaupel. Und für die Unterlagen sei sein Kollege Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) zuständig gewesen, fügte Vaupel hinzu.
Manfred Kersten, Pressesprecher des Regierungspräsidiums, erklärte auf Anfrage der OP die Hintergründe des Schreibens: Das RP habe im Zuge der Regionalplan-Aufstellung Kommunen aufgefordert, mögliche Flächen für Vorranggebiete zu benennen. Es sei jedoch klar gewesen, dass zu diesem Zeitpunkt die Marburger Unterlagen noch gar nicht ausreichend gewesen seien. Kersten ergänzte, dass das RP bereits im vergangenen Jahr empfohlen habe, Windvorranggebiete über ein Abweichungsverfahren zum Regionalplan zu beantragen. Das RP habe jetzt der Stadt Marburg ebenso wie anderen Kommunen mitgeteilt, dass die Standorte „nach unseren Maßstäben gutachterlich geprüft werden müssen“. Das könne ein ganzes Jahr dauern. „Das heißt nicht, dass die Standorte gestorben sind. Man muss das in einem Abweichungsverfahren für jede Kommune individuell entscheiden“, sagte Kersten.
von Anna Ntemiris
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