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Der Weg des Wassers zum Schloss

Historische Leitungen Der Weg des Wassers zum Schloss

Trotz des kalten Wetters trafen sich ausgewählte Gäste im Marbacher Weg, um die dort neu angebrachte Tafel zur historischen Wasserleitung zum Schloss einzuweihen.

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Mit dieser Gedenktafel wird auf die historische Wasserversorgung hingewiesen.

Quelle: Verena Pophanken

Marburg. „Die Anregung, dass die Stadt eine Gedenktafel für die historische Wasserversorgung zum Schloss hier im Marbacher Weg anbringen könnte, kam von Elmar Brohl“, erklärte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) während seiner kurzen Begrüßungsrede bei der in den Bürgersteig eingelassenen Rohrleitung. Diese befindet sich unter einem Gitter, das den Diebstahl der alten gusseisernen Leitung verhindern soll.

„Die landgräfliche Heideleitung zum Schloss war noch bis 1896 in Betrieb. Diese wurde aufgegeben, sobald der freigelegte Tiefbrunnen des Schlosses wieder in Betrieb genommen wurde“, erläutert Brohl, der ehemalige Baudirektor der Stadt.
Anschließend ging es einen schmalen Pfad hinauf, bis dieser den Götzenhainweg kreuzte. Der kleine Pfad stellt laut Brohl den historischen Verlauf der landgräflichen Heideleitung hinauf zum Schloss dar. Er ist öffentlich und verläuft hinter dem Haus Marbacher Weg 25 von Dr. Bernhard Rosenkötter, Archivpädagoge am Staatsarchiv in Marburg.

„Unter dem Götzenhainweg verlief die städtische Wasserversorgung, die sich mit der Schlossleitung kreuzte. Aber beide sind nie miteinander verbunden worden“, sagte Brohl während seiner Ausführungen zu der Wasserleitung der Stadt, die vom Köhlersgrund kommend zum Renthof führt und von da aus in die Stadt zum Wasserbehälter an der Wasserscheide führt. Von dort führten Leitungen das Wasser zu den Häusern in der Stadt. Beide Leitungen wurden nicht zusammengelegt, da sowohl die Stadtleitung und die landgräfliche Heideleitung ihre Unabhängigkeit voneinander gewährleisten wollten.

„In einigen Teilstücken Rohre aus Blei und Messing“

Freigelegt wurden zwei Rohre der historischen Leitung aus Gusseisen bei den Straßenbaumaßnahmen im Marbacher Weg im Jahre 2007. Diese befanden sich im Boden neben dem Haus Nr. 26. Mittels eines speziellen Hakens konnte das Gitter sowohl bei der historischen Schlossleitung als auch bei dem Rohr im Götzenhainweg, entfernt werden, sodass die Anwesenden einen genaueren Blick auf die Rohrleitungen werfen konnten. Diese bestanden in der ersten Legung der Leitung aus Erlenholz von einer Baumplantage auf dem heute sogenannten Erlenring. Erst später wurden sie durch tönerne Leitungen ersetzt und schließlich im 16. Jahrhundert durch gusseiserne Leitungen.

„In einigen Teilstücken der Leitung gab es auch Rohre aus Blei und Messing“, berichtete Brohl über die historische Wasserversorgung. „Eine besonders gefährliche Stelle bestand bei der Überquerung der Marbach. Denn dort verlief die Leitung durch einen Damm, der bei starken Gewitterregenfällen schon einmal durch die angestiegene Marbach weggespült wurde.“ Dies hatte zur Folge, dass auch die Wasserleitung mitgespült wurde.

  • Angebracht sind die Tafeln im Marbacher Weg und Götzenhainweg an Mauern. Im Marbacher Weg ist die Tafel beim Haus Nr. 26 zu finden. Touristen und Bürger, die Interesse an einer Führung zur historischen Wasserversorgung von Schloss und Stadt haben, können sich über das Marburger Tourismus- und Marketing-Büro am Pilgrimstein über Führungen informieren.

von Verena Pophanken

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