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Der Umzug klappt bis jetzt sehr gut

Chemie-Gebäude Der Umzug klappt bis jetzt sehr gut

Der Umzug der Uni-Chemiker in den Chemie-Neubau läuft in den Semesterferien auf vollen Touren.

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Nicola Reusch und Jens Kampmann installieren eine Vakuumpumpe (großes Foto). Dekan Professor Gerhard Hilt (Foto rechts) lässt eine Leinwand in einem Seminarraum herunter. Fotos: Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Noch residiert Chemie-Dekan Professor Gerhard Hilt mit seiner Arbeitsgruppe im Altbau Chemie. Doch er freut sich genauso wie seine Kollegen schon sehr auf den Umzug in das neue Gebäude, das rund 50 Meter entfernt ebenfalls auf den Lahnbergen liegt. Eines der vordringlichsten Probleme im Altbau war die schlechte Wärmedämmung des Gebäudes. Dies führte dazu, dass es im Inneren im Sommer oft viel zu heiß war und im Winter zu kalt.

Im für 113 Millionen Euro errichteten Neubau, der seit Anfang Mai bezugsfertig ist, sorgt die Klimatisierung für angenehme Temperaturen.

„Wir Chemiker sind jetzt im Gegensatz zum Altbau hier in einem Gebäude alle unter einem großen Dach und verfügen über die neuesten Laboratorien, die funktionell ausgestattet sind“, freut sich Hilt im Gespräch mit der OP bei einem Rundgang. Ein Vorteil des Neubaus sind auch die Erstausstattungs-Mittel, mit deren Hilfe die Uni-Chemiker auch neue Gerätschaften anschaffen konnten.

Hell, hoch und weit

Hell, hoch und weit: diesen Eindruck macht das neue Chemie-Gebäude auf den Besucher, wenn man es durch den Haupteingang betritt. Der langgezogene Flur, an dessen linker Seite sich die Praktikumsräume für die Studierenden befinden, erstreckt sich über eine Länge von 170 Metern. „Große Halle des Volkes“ nennt Hilt diesen Bereich scherzhaft. Aufgelockert wird die Gebäudestruktur durch zwei ganz in Orange gehaltene Glas-Aufzüge. Weitere Farbgestaltungen des Gebäudes werden durch in Grün und Orange gehaltene Fenster realisiert, durch die interessante Lichteffekte erzielt werden.

Es gibt verschiedene Räume für die Biochemie-Praktika sowie die Praktika in Organischer und Anorganischer Chemie. In den Praktikumsräumen befinden sich moderne Laborbänke, die bereits eingebaut sind. Anschlüsse für Gase wie Helium oder Stickstoff sind bereits installiert und warten auf die Studierenden, die dort ab Oktober ausgebildet werden. Auch Chemikalien stehen schon teilweise in verschiedenen Behältern für die Bestimmungs-, Analyse- und Synthese-Übungen der Studierenden bereit, oder die Behälter werden gerade von studentischen Praktikumsbetreuern befüllt.

Reges Treiben der Institutsmitarbeiter

Auch Experimente, die mehrere Tage andauern, können dort in einem Dauerbetriebsraum ausgeführt werden. Vor allem zwei Vorteile sieht der Chemie-Dekan bei den Praktikumsräumen: die kurzen Wege sowie die funktionellere Anordnung der Leitungen für Gas, Abluft oder Strom, die direkt über den Laborbänken so gelegt sind, dass man bei notwendigen Reparaturen nicht aufwändig eine Deckenverkleidung abmontieren muss. In der Mitte des Gebäudes befinden sich neben den Aufzügen zwei große Ovale, in denen auf mehreren Stockwerken sechs kleine und drei große Seminarräume eingerichtet sind.

Auf der anderen Seite des Gebäudes befinden sich die Laboreinrichtungen für die Forschung. Dort herrscht reges Treiben: die Mitarbeiter verschiedener Professoren sind dabei, die Arbeitsplätze einzurichten und Geräte aufzubauen. Ein besonders eindrucksvolles Bild ergibt beispielsweise eine neue Hochvakuum-Apparatur, mit deren Hilfe die Analyse von Oberflächenstrukturen auf atomarer Ebene und der chemischen Substanzen ermöglicht wird. Als Umzugsbeauftragter ist Dr. Carsten Auel, der Sicherheitsreferent des Fachbereichs Chemie, hauptverantwortlich für den Umzug. „Bis jetzt klappt alles gut“, berichtet Auel. Immerhin 4000 Umzugskartons sowie einige Rollwagen hat der Fachbereich extra angeschafft, denn einen Großteil des Umzugs bewältigen die Professoren und ihre Mitarbeiter. Etwas größere Geräte und Laboreinrichtungen werden mithilfe einer heimischen Spedition transportiert. Nur für einige besonders empfindliche und teure Großgeräte rücken Mitarbeiter von Spezialtransportfirmen an.

von Manfred Hitzeroth

Hintergrund

Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause freut sich sehr darüber, dass sich das Land Hessen für den Bau eines Chemie-Gebäudes auf den Lahnbergen beträchtlich engagiert hat. Immerhin 113,6 Millionen Euro wurden in den Bau investiert, und noch einmal 12,9 Millionen Euro kommen hinzu für die dazugehörigen neuen Geräte und die Erstausstattung des Neubaus.

Mit der Übergabe des Neubaus an den Fachbereich Chemie vor einigen Wochen wurde eine sehr lange Planungsphase erfolgreich abgeschlossen. Der Bau sei damit im Termin- und Kostenrahmen fertig geworden, betonte Krause im Uni-Senat.
Noch während der Präsidentschaft von Krauses Vorvorgänger Professor Horst-Franz Kern wurden die Weichen für das Großprojekt gestellt. Eine Analyse des Wissenschaftsrats machte deutlich, dass sowohl ein Neubau des Fachbereichs  Chemie in Marburg als auch ein Neubau des Fachbereichs Chemie an der Universität Gießen notwendig sei.

Der momentan begonnene Umzug von dem Altbau Chemie in den Neubau, der bis Anfang Oktober andauern soll, stellt eine große logistische Herausforderung für den Marburger Uni-Fachbereich Chemie dar, dem immerhin 20 Professoren angehören.
Studierende und Mitarbeiter mitgezählt, werden im Semesterbetrieb künftig täglich rund 1 000 Personen das neue Chemie-Gebäude bevölkern. Das nur wenige Meter entfernte alte Chemie-Hörsaalgebäude bleibt weiter bestehen.

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