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Der Traum vom Fliegen wird wahr

OP-Ferienaktion Der Traum vom Fliegen wird wahr

Einmal die Welt von oben sehen, das eigene Haus aus einer ganz besonderen Perspektive fotografieren und selbst bestimmen, wohin geflogen wird. Für 20 Kinder ging ein großer Wunsch in Erfülllung.

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Die Region von oben – ein toller Anblick. Hier mit Niederweimar und dem örtlichen See, der B 3 von Marburg nach Gießen, der Lahn, Gisselberg und der Universitätsstadt Marburg.

Quelle: Suria Reiche

Schönstadt. Es ruckelt kurz, dann setzt sich die „Piper“ in Bewegung, düst über das Rollfeld, bis zur Mittelmarkierung, dann hebt sie ab - und die Wiesen und Felder, die eben gerade noch riesig gewirkt haben, werden kleiner und kleiner, bis sie aussehen wie winzige Spielfelder.

2750 Fuß über dem Meeresspiegel fühlt man sich hier oben so, als wäre man schwerelos. Nur die Anweisungen vom Tower, die man über den Kopfhörer hört, erinnern einen noch daran, dass man eben gerade noch auf dem Flugplatz in Schönstadt gestanden hat und die Motorflieger von unten beobachtet hat.

So oder so ähnlich geht es 20 Kindern aus Marburg und Umgebung, die bei der OP-Ferieenverlosung einen Rundflug mit dem Kurhessischen Verein für Luftfahrt gewonnen haben. Wahre Glückskinder sind das. Denn wer bekommt schon mal die Gelegenheit dazu, einem Piloten zu sagen, wo es langgeht? Egal, ob Gladenbach, Niederweimar, Kirchhain oder Lohra - die drei Piloten, die sich für den Flugtag zur Verfügung gestellt haben, fliegen die Kinder direkt über ihr Zuhause.

Bei strahlendem Sonnenschein geht es auf dem Flugplatz in Schönstadt los. Die Bedingungen sind perfekt: „Bei Regenwetter hätte das Fliegen nur halb so viel Spaß gemacht, und in den Wochen davor hätten wir nur geschwitzt“, freut sich Werner Hoffahrt vom Vorstand des KVfL, der die Mädchen und Jungen auf die drei Motorflieger aufteilt, die zur Verfügung stehen: Eine „Cessna“ und eine „Piper“, jeweils mit vier Sitzen, sowie eine „Katana“ mit nur zwei Plätzen. Wer also neben Erwin Malkus Platz nimmt, hat sozusagen den Platz des Co-Piloten und somit die beste Sicht auf Marburg und die Dörfer rundherum. Bei der „Piper“, die Bernd Noll fliegt, und der „Cessna“, die abwechselnd Ulli Pfeiffer und Klaus Niesing steuerten, nehmen jeweils gleich drei der Gewinner-Kinder Platz.

Die obligatorische Tüte braucht keines der Kinder

Den ersten großen Bogen mit der „Katana“ über Frankenberg und sein Zuhause in Münchhausen darf der zwölfjährige Niklas Koch fliegen. Und wie war‘s? „Gut! Ich hab zwar vergessen, Fotos zu machen, aber die Bilder habe ich alle in meinem Kopf!“, sagt er, als er nach zwanzig Minuten mit einem Riesengrinsen im Gesicht aus dem Flieger steigt. Ganz ähnlich geht es der zwölfjährigen Leoni Klingelhöfer aus Gladenbach. Deren Oma steht sogar im Garten, um ihr nach oben zu winken. Bei dem 14-jährigen Dominik Schneider aus Lohra ist vor dem Flug von Aufregung überhaupt nichts zu merken. „Der mag alles, was mit Höhe und Risiko zu tun hat“, sagt sein Vater lachend.

Während die Flugzeuge in der Luft sind, haben die am Boden gebliebenen Kinder und ihre Eltern die Gelegenheit, sich in der Flugzeughalle umzuschauen, Motoren zu inspizieren und allerlei Fragen zu stellen. Für den achtjährigen Laurenz Steiß eine Geduldsprobe. Aufgeregt wartet er darauf, dass er endlich abheben darf. „Ich bin zwar schon mal in den Urlaub geflogen, aber mit so einem kleinen Flugzeug ist das ja was anderes.“ Recht hat er, denn vor allem eins unterscheidet die kleinen Maschinen von den großen: Man spürt, wie die Thermik ein leichtes Ruckeln verursacht. Nichts für schwache Nerven also - und schon gar nichts für schwache Mägen. „Die obligatorischen Tüten hat heute aber keins der Kinder gebraucht“, stellen die Piloten zufrieden fest, bevor sie am Ende des Tages dafür sorgen, dass die Flugzeuge wieder in die Halle kommen. Aber nicht, ohne sie vorher zu waschen und zu polieren: „Das Eiweiß, das in den Mücken enthalten ist, greift nämlich den Lack an“, verrät einer von ihnen.

von Suria Reiche

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