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Der Streit in der Höhlsgasse geht weiter

Anwohner contra Bauherrn Der Streit in der Höhlsgasse geht weiter

Es kehrt keine Ruhe ein: Der geplante Neubau in der Höhlsgasse sorgt weiter für Zündstoff. Die Anwohner wehren sich nun gegen die Mobbing-Vorwürfe des Bauherrn.

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Der Unmut ist ungebrochen: Die Anlieger der Höhlsgasse wehren sich weiterhin gegen einen dort geplanten Neubau. 

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Anfang Dezember hatte Dr. Bernd Küllmer, der Bauherr des geplanten Wohnhauses, in der OP gesagt, er fühle sich von den Anwohnern gemobbt. Dagegen wehren sich die Anwohner der Höhlsgasse und des Fähnrichwegs in einer der OP vorliegenden und von 45 Personen unterzeichneten Stellungnahme nun „mit Nachdruck“, wie es heißt.

„Die ungeheuerliche Unterstellung, Mobbing, also Psychoterror, gegen das Bauherren-Ehepaar zu betreiben, weisen wir Anlieger auf das entschiedenste zurück“, so die Baugegner. Die empörten Nachbarn des von der Stadt bewilligt und vom Verwaltungsgericht Gießen als legitim beurteilten Gebäudekomplexes äußern wiederholt ihren „Unmut gegen einen architektonischen Fremdkörper, dessen Genehmigung wir als ungerecht empfinden, da die Planung jeder Sensibilität gegenüber dem architektonischen Umfeld entbehrt“. Dass sich der Protest nicht nur gegen die „krasse Fehlentscheidung der Stadt“, sondern auch gegen die Bauherren richte, liege vor allem an deren „anmaßenden Verhalten, in keiner Weise auf die Aufforderung zur Stellungnahme reagiert, geschweige denn die Bereitschaft zu einem Kompromiss signalisiert zu haben“, monieren die Anwohner.

Im Gespräch mit der OP hatte Küllmer betont, dass der in der Nachbarschaft entbrannte Streit auf falschen Zahlen basiere. Diese seien von Walter Müller, dem direkten Nachbarn des geplanten Gebäudes, gestreut worden. Diesen Vorwurf weisen die Anwohner zurück. Vielmehr sei der Auslöser des Unmuts die Abbildung des Küllmerschen Neubaus auf einem Flugblatt gewesen, das die Bauherren persönlich in der Nachbarschaft verteilt hätten.

„Die Information über die auf vier Ebenen verteilten 909 Quadratmeter große Gesamtfläche basiert auf Zahlen, die Walter Müller mit anwaltlicher Hilfe bei der Baubehörde einsehen konnte und auch der OP gegenüber genannt hatte“, heißt es in der Stellungnahme. Zudem hätten die Anwohner selbst Einsicht in die Bauplanung und Informationen über das „gewaltige Ausmaß“ während einer Informationsveranstaltung im Oktober erhalten. Knackpunkt des Streites sind die von diesem Zeitpunkt an veröffentlichte Quadratmeterzahl von 405, mit der nur die Wohnfläche des Hauses erfasst sei. Nach diesem Berechnungen verblieben 500 Quadratmeter als Nutzfläche. Dies ist aus Sicht der Anwohner schwer nachvollziehbar. „Diese fast skandalös zu bezeichnende Berechnung ist als Versuch zu werten, das für seinen Standort riesige Ausmaß des Klotzes zu verharmlosen“, monieren die Bau-Gegner. Das einzige zur Definition der Gebäudegröße aussagefähige Maß sei die gesamte Fläche von 909 Quadratmetern.

Sie werfen Küllmer eine „Verschleierung der demnächst in Beton gegossenen Realität“ vor. Gegenüber der OP hatte Küllmer gesagt, dass sein Bau sogar die Firsthöhe des Nachbarhauses unterschreite. „Dieser Hinweis ist für die Beurteilung des Kubus in keiner Weise überzeugend“, so die Anwohner. Sie unterstellen dem Bauherrn „in manipulierender Absicht Maße nebeneinander zu stellen, die zu absolut falschen, irreführenden Vergleichen führen“.

Als Beispiel führen die Baugegner zwei benachbarte Häuser in der Georg-Voigt-Straße an. Trotz der gleichen Höhe der beiden Häuser werde das Mansarddachhaus von der Masse des Kubus geradezu erdrückt. „Hier ist ein Missverhältnis in den Proportionen und der stilistischen Formensprache zur Realität geworden, wie es in der Höhlsgasse noch nicht sichtbar, aber in den gegossenen Fundamenten vorprogrammiert ist“, heißt es in der Stellungnahme.

von unseren Redakteuren

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