Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 3 ° Regen

Navigation:
„Der Rock‘n‘Roll gehört zum Unisport“

Heute ist Tag des Rock'n'Roll „Der Rock‘n‘Roll gehört zum Unisport“

Es gibt so einige kuriose Feiertage im Jahreskalender – einer davon ist der Tag des Rock‘n‘Roll. Und der ist heute.

Voriger Artikel
Bierdusche für die Fassanstecher
Nächster Artikel
Seilbahn-Bau vor endgültigem Aus

Anschauungsunterricht im Grünen: Die „Flying Penguins“ übten für den Auftritt beim Stadtfest.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg . „Rock, rock, rock everybody, roll, roll, roll everybody“ – am Samstag feiert die Welt den Ehrentag eines berühmten Musikstils der rebellischen Jugend der 1950er-Jahre, und damit verbunden einen akrobatischen Tanzstil, wie ihn wohl die meisten aus berühmten Filmklassikern kennen sollten.

Unisportgruppe: Die „Flying Penguins“ feiern den Tag des Rock‘n‘Roll und trainieren für ihren Auftritt beim Stadtfest

Zur Bildergalerie

Diesem historischen Schmankerl der Weltmusik widmet sich auch die Tanzgruppe der Philipps-Universität, in der Studierende und Mitarbeiter der Uni ihrer gemeinsamen Leidenschaft frönen – und das seit bereits 30 Jahren. Rock‘n‘Roll passt zu den „Flying Penguins“ wie das Salz zur Suppe – „der Rock‘n‘Roll gehört zum Unisport, ist daraus nicht mehr wegzudenken“, erzählt Gruppenleiter Dr. Jochen Giese vom Zentrum für Hochschulsport.

Einmal die Woche trainieren Anfänger wie Fortgeschrittene für ihre regelmäßigen Auftritte. In der Musik aus den 50ern steckt Rebellion. Ein Programm an diesem Samstag als kleine Hommage haben sie zwar nicht, dafür trainieren sie heute ein letztes Mal für ihren großen Auftritt bei „3 Tage Marburg“ am Sonntag.

So richtig über das genaue Datum des stylischen Feiertages Bescheid wussten die Tänzer bislang nicht – dabei ist ihnen dieses Ereignis wie auf den Leib geschneidert. „Es würde eigentlich gut zu uns passen“, sagt Giese.

Tanzstil ist ebenso berühmt wie spektakulär

Im Aquamar üben die Tänzer Hebefiguren.

Im Aquamar üben die Tänzer Hebefiguren.

Der Feiertag am neunten Juli ist in Deutschland noch kaum bekannt, er wird hauptsächlich in den USA gefeiert, dort unter dem Namen „National Rock‘n‘Roll Day“. Wann und von wem der musikalische Ehrentag ins Leben gerufen wurde, ist nicht ganz klar, der Tag selber geht wohl auf den Moderator Richard Wagstaff „Dick“ Clark zurück, der am 9. Juli 1956 die legendäre Musikshow „American Bandstand“ übernahm.

Clark war eine einflussreiche Figur in der Rock‘n‘Roll-Szene und sorgte mit seiner TV-Show für eine rasante Verbreitung des neuen musikalischen Zeitgeistes der 1950er- und frühen 1960er-Jahre.

Jener war nicht nur Teil einer neuen musikalischen Ära, die bis heute eine große Fangemeinde begeistert – der Rock‘n‘Roll war, verbunden mit starken Emotionen, provokanten Frisuren wie Gesten, ebenso ein wichtiges Stück der Jugend-Protestkultur und Ausdruck eines neuen Lebensgefühls.

Typisch für den Stil sind Einflüsse aus dem Blues und eine „rollende“, ursprünglich aus dem Boogie-Woogie stammende Basslinie. Er gilt als Vater des Rock, bekannte Vertreter sind neben dem frühen Elvis Presley auch Little Richard oder Chuck Berry.

Der dazugehörige Tanzstil ist ebenso berühmt wie spektakulär. Ein besonderes Merkmal des Schau- und Turniertanzes, der aus dem Swing-Tanz „Lindy Hop“ hervorging, sind schnelle, präzise und akrobatische Einlagen.

Akrobatischen Höchstleistungen und perfektes Körpergefühl

Wer kennt nicht die gerne in Filmklassikern gezeigten, gebauschten Petticoats der tanzenden Damen, die von den männlichen Tanzpartnern durch die Luft gewirbelt, über und unter dem Körper hindurch gezogen werden. Und von diesen Tanzfiguren kennt auch die Unisportgruppe eine ganze Menge. Die Mitglieder tanzen ausschließlich Rock‘n‘Roll, kennen die Figuren wie den Schwan, den Schultersitz, Rückenstern oder die Galionsfigur.

Die akrobatischen Höchstleistungen sind dabei eine anstrengende Angelegenheit, erfordern ein perfektes Körpergefühl – „es ist Tanz und Akrobatik in einem und das allerbeste Workout –, den Groove und das Rebellische dieser Zeit spürt man einfach in den Liedern“, erzählt Sportstudent Simeon Müller begeistert. Ihr Können beweist die Gruppe bereits bei einer letzten feucht-fröhlichen Trainingseinheit im Aquamar oder auf der Wiese des Unistadions.

Paarweise treten die Mitglieder in Aktion, wirbeln um sich selber und ihre Partnerinnen durch die Lüfte, die nach jeder perfekt einstudierten Choreografie grazil auf den Schultern, Knien oder unter den Tänzern zum Stillstand kommen – ein rasanter Augenschmaus für das Publikum.

Am Sonntag sind die „Flying Penguins“ um 15 Uhr auf der Sportlerbühne am Lahnufer zu bewundern. Nun, da das genaue Datum des Rock‘n‘Roll-Tages feststeht, überlegt die Gruppe, ob sie für das nächste Jahr eine tänzerische Aktion auf die Beine stellt. Man kann gespannt sein.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr