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OP-Jubiläumsserie: Persönlich

Der Neue will den Chef abkassieren

Horst Becker begann vor fast 40 Jahren seine Karriere bei der OP als Auszubildender. Dabei ließ er ein ganz großes Fettnäpfchen nicht aus.
Foto: Lisa-Martina Klein
© Lisa-Martina Klein

Marburg. Name: Horst Becker
Alter: 57 Wohnort: Wohratal-Halsdorf
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
Erlernter Beruf: Bürokaufmann
Bei der OP seit: 1976
Werdegang bei der OP: Ausbildung, Vertrieb, Vertriebsbuchhaltung, Hauptbuchhaltung, Zentralsekretariat
Beruf heute: Kaufmännischer Angestellter

Horst Becker erinnert sich sehr gut an seine Anfangszeit vor fast 40 Jahren als Auszubildender: „Recht bald nach Beginn meiner Lehrzeit betrat ein Mann den Kundenbereich und sagte zu mir: ‚Geben Sie mir mal eine OP von heute‘. Freundlich reichte ich ihm ein druckfrisches Exemplar zusammen mit den Worten: ‚Die Zeitung kostet 60 Pfennige‘. Der Mann schaute mich verdutzt an und erwiderte: ‚Mag sein, aber nicht für mich‘. Nachdem das allgemeine Gelächter im Büro verstummt war, erklärte mir eine Kollegin: ‚Das war Herr Beszon, unser Chefredakteur.‘“

Becker begann seine Ausbildung, bevor der PC Einzug gehalten hatte, und lange bevor es Software-Systeme, beispielsweise zur Erfassung von Abonnenten gab - eine kaum mehr vorstellbare Zeit. „In der Berufsschule beschäftigten wir uns im Fach ‚Elektronische Datenverarbeitung‘ mit Lochkarten und Lochstreifen. Die Abonnenten der OP waren auf Karteikarten notiert und nach Dörfern sortiert. Bei jedem einzelnen wurde beispielsweise eine Bezugs-Unterbrechung von Hand auf seiner Karte vermerkt. Die Packzettel der Zeitungspakete für das gesamte Verbreitungsgebiet wurden mit Filzstiften geschrieben. Damit war man einen ganzen Nachmittag beschäftigt“, erinnert sich Becker zurück.

„Rauchen im Büro war damals ganz normal. Viele Raucher hatten einen eigenen Aschenbecher auf dem Schreibtisch stehen“, schmunzelt er. Spannend sei auch die Zeit der Gründung der Eise­nacher Presse kurz nach der Wende gewesen. „Das Wochenblatt wurde in der Anfangszeit kostenlos auf dem Marktplatz in Eisenach verteilt. Die Menschen rissen sich förmlich darum. Nachdem die Eisenacher Presse als Tageszeitung abonniert werden konnte, erstellte Becker die Trägerlohn-Abrechnungen für die Zusteller der Eisenacher Presse und auch für die OP selbst. „Es war eine arbeitsintensive Zeit, aber auch sehr interessant zu sehen, wie eine neue Zeitung entsteht.“

von Lisa-Martina Klein


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