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Der Natur auf der Spur

Neue Kindergruppe des BUND Der Natur auf der Spur

Kinder sind von Natur aus neugierig auf ihre Umwelt. Das machen sich die Pädagoginnen Sabine Clement und Sabine Otto zu Nutze: Sie gehen regelmäßig mit Kindern auf Entdeckungstour im Heiligen Grund.

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Die Kindergruppe „Feuersalamander“ des Marburger BUND trifft sich regelmäßig einmal im Monat und erkundet gemeinsam die Natur. Diesmal stellten die Jungen und Mädchen unter Anleitung von Sabine Clement aus Fichtenspitzen ein Kräutersalz her. Foto: Katharina Kaufmann-Hirsch

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Ockershausen. Zwölf Kinder stehen im Garten des alten Bauernhofes mit Namen „Manesse­ Hoop“ in Ockershausen. Sie schauen auf eine hochgewachsene Fichte, bewundern deren Zapfen und stecken sich die hellgrünen, kleinen Fichtenspitzen in den Mund. Ja, genau: in den Mund. „Man kann das ­essen“, erklärt ein Kind ­einem anderen.

Und Sabine Clement ergänzt: „Ja, aber nur im Mai. Danach schmecken sie nicht mehr.“ Die Pädagogin und Kräuterkundlerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern die Natur näherzubringen. „Viele wissen einfach kaum noch etwas über ihre Umwelt, kennen kaum einen Baum mit Namen oder wissen, wie man Pflanzen nutzen kann“, erläutert sie ihre Beweggründe.

Seit einem halben Jahr betreut sie deshalb gemeinsam mit Sabine Otto, ebenfalls Pädagogin und Kräuterfrau, die „Feuersalamander“. Die neue Kindergruppe des BUND-Marburg, die auch über Gelder aus der hessischen Umweltlotterie „Genau“ und das Projekt „Soziale Stadt“ finanziert wird, streift regelmäßig durch den Heiligen Grund in Ockershausen.

Natur liefert immer ein Thema

Dort lernen die Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren nicht nur Bäume und Pflanzen beim Namen zu nennen, sondern auch, wie sie nützlich eingesetzt und verwendet werden können. Sie toben, beobachten Vögel, pflanzen Bäume oder ernten Obst. „Die Natur gibt einem im Verlauf der Jahreszeiten immer ein Thema, egal, wie kalt, wie warm, wie trocken oder nass es ist“, berichtet Clement: „Uns wird nie langweilig.“

Und so beschäftigen sich die Kinder am Dienstagnachmittag ausgiebig mit der Fichte. Als der Baum genau untersucht ist, geht es ans Pflücken der kleinen Fichtenspitzen. „Daraus kochen wir uns einen leckeren Fichtenspitzenhonig und verarbeiten den Rest zu Kräutersalz“, verrät Pädagogin Clement und zeigt, wie die feinen, hellgrünen Exemplare am besten zu sammeln sind.
Als die Körbchen der Kinder voll sind, geht es zur Feuerstelle im Garten des Manesse Hoops.

300 Gramm Fichtenspitzen werden abgewogen und in den großen Kochkessel geschüttet.­ Dazu kommt ein Liter Wasser.­ „Das wird jetzt für etwa­ fünf Minuten gekocht“, erklärt Clement, während Kollegin Sabine Otto­ mit einem großen Löffel einmal durch den Topf rührt. Danach muss die Masse noch etwa 24 Stunden ziehen.

Kräutersalz zum Würzen oder fürs Badewasser

„Morgen gebe ich dann noch ein Kilo Zucker dazu und koche das Ganze etwas ein. Dann ist der Honig fertig und beim nächsten Mal könnt ihr ihn probieren“, schildert die Kräuterfrau den Kindern die Zubereitung. Natürlich wollen einige ebenfalls einmal umrühren, während andere lieber im Lagerfeuer stochern. „Wisst ihr, wozu der Honig aus den Fichtenspitzen gut ist? Den könnt ihr essen, wenn ihr mal Husten habt, der hilft sehr gut“, erläutert Clement. Die Kinder sind begeistert.

Mit großer Begeisterung sind die Fünf- bis Zehnjährigen auch dabei, als es darum geht, mit den Fichtenspitzen ein Kräutersalz herzustellen. Fleißig werden das Salz und die Nadelspitzen mit dem Mörser gestampft und gerieben. Wer ­alles fein gemahlen hat, darf sich sein Kräutersalz in ein Glas abfüllen. „Man kann damit Essen würzen oder es als Badesalz in die Badewanne geben“, erläutert die Gruppenleiterin und erntet wildes Gelächter. Wie das Salz auf einer Scheibe Weißbrot schmeckt, testen die Kinder anschließend bei einer Geschichte am Lagerfeuer selbst.

Und weil gerade ein Schäfer seine 500 Schafe­ und Lämmer auf den Streuobstwiesen im Heiligen Grund hütet, darf ein Spaziergang dorthin an diesem Nachmittag auch nicht fehlen. Unterwegs werden Stöcke gesammelt, Taubnesseln gelutscht, gespielt, getobt – und natürlich ganz viele Fragen zur Natur beantwortet.

  • Interessierte Eltern können sich bei Sabine ­Clement unter Telefon 0 64 21/3 17 69 oder per E-Mail an info@manesse-hoop.de melden.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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