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Der Mittelpunkt für die Hansenhäusler

Pauluskirche Der Mittelpunkt für die Hansenhäusler

Die Pauluskirche war gut gefüllt, alt und jung waren gekommen, als mit einem feierlichen Jubiläumsgottesdienst ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert wurde.

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Zahlreiche Besucher verfolgten den Gottesdienst zum Jubiläum der Pauluskirche, deren charakteristischer Turm seit 50 Jahren weithin sichtbar die Umgebung überragt.Privatfotos

Marburg. Vielleicht liegt es an dem besonderen Charakter, den das Hansenhausviertel aufweisen kann, dass die Gemeinde als besonders vielfältig und aktiv gilt. Dass sich die Gemeindemitglieder in ihrer Gemeinde besonders tatkräftig einbringen und an einem normalen Sonntag durchschnittlich 150 Gläubige gemeinsam Gottesdienst feiern.

Denn besonders tatkräftig waren die ersten Bewohner schon, als sie 1934 in einer Gruppe von 42 Menschen mit ihren eigenen Händen am damaligen Stadtrand Marburgs eine Siedlung errichteten.

Nach Ende des 2. Weltkriegs kamen mehr Bewohner hinzu, denen der Weg zur Universitätskirche, zu deren Gemeinde die Hansenhäusler zählten, irgendwann zu weit wurde. Eine eigene Kirche sollte her. Nachdem am 12. November 1961 der Grundstein gelegt worden war, wurde das Gotteshaus im Hansenhausviertel am Ostermontag 1963 feierlich eingeweiht.

Seitdem ist viel passiert. Während die eingetragenen Gemeindemitglieder des Viertels mit den Jahren von etwa 3000 auf 950 abnahm, wuchs die Zahl der aktiven Mitglieder auf 450. Eine evangelische Kindertagesstätte entstand und eine Schule. Das Gemeindeleben entwickelte sich, besonders viel Wert wurde auf Jugendarbeit und Modernität gelegt, wie Pfarrer Markus Rahn betont. Zwei Chöre bereichern es. Eines der ersten Marburger Krippenspiele fand hier statt, Feste, offene Kirche im Advent und vieles mehr.

Die Türen zum Stadtteilstehen offen

Helmut Wöllenstein, der Probst des Sprengels Waldeck und Marburg in der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, der gekommen war, um an diesem besonderen Tag die Predigt zu halten, fasste das Besondere der Gottesdienste in der Pauluskirche in Worte: „Dass viele mitmachen, sich einbringen, Musik machen, lesen, singen, beten, die Technik in die Hand nehmen, den Altar gestalten, einen Büchertisch organisieren, anschließend den Kirchenkaffee. Und immer mit Kindern, Familien, ganz lebendig, quirlig, vital und doch geht es gesammelt zu, spirituell, in einer klaren geistlich geprägten Atmosphäre. Aber nicht abgeschlossen, die Türen zum Stadtteil stehen offen.“

Nachdem er in seiner Predigt auf den Ostermontag als Auferstehungstag Jesu eingegangen war, gratulierte Wöllenstein der Gemeinde in dreifacher Hinsicht. Zum einen zum Jubiläum an sich, darüber hinaus, dazu, dass die erste Pfarrerin der Gemeinde mit Claudia Bader eine Frau gewesen war. Überhaupt erst die zweite Gemeindepfarrerin der Landeskirche. Und zum dritten gratulierte er der Gemeinde zueinander, zu ihrem Reichtum an Beziehungen.

Der in 50 Jahren sechste Gemeindepfarrer Markus Rahn führte durch den Gottesdienst und den anschließenden Empfang mit Sekt und Häppchen. An die Wand waren alte Bilder projiziert und der ehemalige Gemeindepfarrer Peter von Haeberle, der von 1976 bis 1992 die Gemeinde geführt hatte, packte Anedokten aus. Auch Dekan Burkhard zur Nieden und Hans-Joachim Wölk, der Vorsitzende der Hansenhausgemeinde, gratulierten der Gemeinde zum runden Geburtstag.

Und so sieht man positiv in die Zukunft. Der nächste Schritt, nämlich eine Zuständigkeit Pfarrers Rahn für die Paulus- und die Lukasgemeinde, steht unmittelbar bevor.

von Kristina Gerstenmaier

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