Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Der Kuss des Märchenprinzen

Thema der Woche Der Kuss des Märchenprinzen

Was wäre Kassel ohne den Herkules? Frankfurt ohne den Römerberg? München ohne die Theresienwiese? Die Antwort lautet in allen Fällen: das gleiche wie Marburg ohne sein Schloss, nämlich nichts.

Marburg. Aus Richtung Süden kommend, stellen Marburger und Besucher schon auf der Höhe von Roth fest, dass etwas Besonderes vor ihnen liegt: Die Silhouette des Schlosses, besonders schön im Abendlicht anzusehen, ist schon von ferne ein Vorgeschmack auf die geschichtsträchtige Schönheit der Stadt und ihrer Häuser und Gassen. Zweieinhalb Jahrhunderte Mittelalter stehen hier auf dem Gisonenhügel so gut wie unzerstört. Und so gut wie unentdeckt.

Auch die größten Lokalpatrioten räumen vielfach ein, dass es Ewigkeiten her ist, seit sie zum letzten Mal oben auf dem Schloss gewesen sind. Nur jede zehnte Gästeführung führt auch zum Schloss hinauf. Wie absurd das ist, wenn man sich vor Augen führt, man sei in Heidelberg gewesen und habe das dortige Schloss nicht besucht.

In der Grimm-Stadt Marburg wird es Zeit, dass das Schloss aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wird. Aber neben Weisheit ist vor allem Geduld gefragt: Alles wartet auf den Kuss des Märchenprinzen - aber keiner hat ein Zaubermittel, um ihn zu locken.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg