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Der Kampf um das Zünglein an der Waage

Stichwahl Der Kampf um das Zünglein an der Waage

Die Wahlempfehlung des ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (Grüne) für Marian Zachow (CDU) bei der Stichwahl um das Landratsamt hat keine Auswirkungen auf das Klima in der Stadtkoalition.

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Erste Konsequenzen aus dem Wahlergebnis diskutierten am Sonntagabend Kirsten Fründt (von links) und Marian Zachow mit OP-Chefredakteur Christoph Linne.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Das jedenfalls glaubt Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), der gestern gelassen auf die aufsehenerregende Empfehlung von McGovern reagierte. Die Grünen stünden im Kreis in einer Koalition mit der CDU, das sei eine andere Situation als in der Stadt. „In Marburg arbeiten wir gut zusammen“, sagte Vaupel. Man werde die Politik in Marburg gemeinsam weiterentwickeln. "Vielleicht gilt das in Zukunft ja auch für den Kreis."

Vaupel bezweifelte aber, dass die Empfehlung McGovern die grüne Wählerschaft in der Stadt tief beeindrucken wird.

Fründt hatte sich bei einer Wahlbeteiligung von 36,4 Prozent mit 4000 Stimmen Vorsprung Platz eins vor Marian Zachow gesichert - drei Viertel dieses Vorsprungs verdankt sie dem Wahlergebnis in der Stadt Marburg.

Wobei auffällt, dass das Wahlergebnis vom Sonntag, jedenfalls was SPD, CDU und Grüne angeht, nur marginal vom Ergebnis der Kommunalwahl 2011 abweicht.

Dieser Umstand lässt den Schluss zu, dass es nicht unbedingt die Kandidaten waren, die die Marburgerinnen und Marburger in erster Linie zu ihrer Wahlentscheidung gebracht haben. Vielmehr haben die Parteien in Marburg eine vergleichsweise hohe Bindungskraft unter Beweis gestellt.

Mancher Sozialdemokrat setzt nun darauf, dass Kirsten Fründt in der Stichwahl nun das klassische rot-grüne Klientel erreicht, das in Marburg unter den grünen Anhängern eine deutliche Mehrheit besitzen dürfte.

Dank der erwarteten deutlich höheren Wahlbeteiligung am 22. September dürfte der Anteil derjenigen Wähler eher noch steigen, die nach klassischer Parteibindung entscheiden. Ein weiteres Argument für Fründt, denn in der Stadt gab es in den vergangenen Jahren stets eine klare Mehrheit jenseits der CDU.

Neben den klassischen sozialdemokratischen Hochburgen wie Oberer Richtsberg, Waldtal, Südviertel beeindruckte Fründt vor allem in ihrem Heimat-Stadtteil Ockershausen. Dort erzielte sie fast durchgängig mehr als 50 Prozent.

Zachow hat dafür deutliche Reserven in den äußeren Stadtteilen, in denen er zum Teil hinter den Ergebnissen der Kommunalwahl zurückblieb.

Beide Kandidaten haben angekündigt, ihren Wahlkampf an den Haustüren fortzusetzen. Entscheidend wird neben der Mobilisierung des eigenen Klientels sein, wer der klassisch grünen Wählerschaft das bessere Angebot machen kann.

von Till Conrad

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