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Der Großeinkauf am Ferien-Ende

Schulstart Der Großeinkauf am Ferien-Ende

Von A wie Anspitzer bis Z wie Zeichenblock: Schüler und ihre Eltern bereiten sich jetzt auf den Schulanfang am Montag vor. Das bedeutet vor allem: Materialien für den Unterricht kaufen und Schultüten packen.

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Mappen, Malpinsel, Radiergummi, Kleber: Michaela Hajra und ihre Tochter Valentina, die in die vierte Klasse kommt, kaufen für 43,12 Euro Schreib- und Bastelartikel ein.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Dreikantige, ergonomische Bleistifte müssen es sein. Das haben sich die meisten Eltern von Grundschülern schon längst hinter die Ohren geschrieben, weiß Gabriele Kempf, stellvertretende Leiterin der Schreibwarenabteilung im Kaufhaus Ahrens. Sie kennt die Wunsch-Listen vieler Lehrer und sieht die Sorgen-Falten von gestressten Eltern, die vor dem Schulbeginn Unterrichtsmaterialien für ihre Kinder kaufen. Gelassen ist Michaela Hajra aus Wehrda, die mit ihren beiden Töchtern den Großeinkauf erledigt, gelassen weil die kostspieligsten Dinge wie Schulranzen und Federmäppchen bereits vorhanden sind. Jetzt muss „nur“ noch die Checkliste der Lehrerin für Tochter Valentina „abgearbeitet“ werden.

Die Zehnjährige kommt in die vierte Klasse, ihre ältere Schwester Isabelle weiß noch nicht, was sie benötigt. „Das erfahren wir erst nächste Woche“, sagt sie. Valentina nimmt sich Zeit, um sich Mappen, Farbkasten, Kleber, Blöcke auszusuchen. Ein neuer Radiergummi muss auch ins Körbchen, sagt sie. Ein schöner natürlich - und schon geht die Suche los.

Mutter und Schwester warten geduldig. Wie viel sie heute ausgeben wird? Mutter Micha­ela Hajra schätzt 50 Euro. An der Kasse sind es 43,12 Euro. „Aber wir werden noch ein neues Sport-Shirt kaufen, kommen wohl nicht ganz mit 50 Euro hin“, sagt die Mutter. Außerdem geht sie ein kleines Risiko ein: Valentina ist seit dem Sommer-Urlaub in Italien Fan von „Winx Club“ - einer italienischen Zeichentrickserie. Sie trägt ein Winx-Club-Shirt und hat sich in Italien verschiedene Hefte mit Motiven aus dieser Serie gekauft. Der Haken dabei: Die Deutsch- und Mathe-Hefte haben keinen Rand. „Ich hoffe, dass die Lehrerin damit einverstanden ist“, sagt die Mutter.

Für viele Kinder sei ganz wichtig, was auf dem Heft-Cover zu sehen ist, weiß Verkäuferin Kempf. Auf den Federmäppchen müssen - je nach Geschmack - beispielsweise glitzernde Schmetterlinge, bunte Feuerwehrmänner, Piraten oder die Zeichentrickfiguren Minions zu sehen sein. Und dann gibt es noch die schulinternen Namen für Materialien mit denen der Laie nichts anfangen kann. „Hallo-Mappe“ steht auf Valentinas Check-­Liste. Verkäuferin Kempf übersetzt: Eckspanner-Mappe in DIN A4. Die Kinder können darin lose Blätter einsortieren. Und das „Wisch-Tupf-etc. Läppchen“ für die Kunstkiste? Ein kleines Schwämmchen für den Farbkasten, erklärt die Fachfrau. Was auf keiner Lehrer-Liste steht, dennoch aber für viele Eltern und Großeltern dazugehört, sind die kleinen Geschenke zum Schulbeginn: eine Armbanduhr oder ein neuer Turnbeutel zum Beispiel.

Eine andere Mutter eines Erstklässlers berichtet von Kosten von insgesamt 250 Euro - inklusive Schulranzen und Schultüte. Nach oben gibt es preislich keine Grenze, sagt Abteilungsleiter Manfred Geißert. Viele Lehrer bitten um den Kauf von „qualitativ hochwertigen Produkten“, fordern aber nicht explizit zum Kauf von Markenprodukten, sagt er. Der OP liegen allerdings auch Listen vor, auf denen Lehrer Marken nennen. Und es gibt Pädagogen, die den Kauf von Schulbedarf für ihre Grundschüler selbst übernehmen - die Eltern müssen dies im Voraus bezahlen. So könne man sicher sein, dass alle Kinder die gleichen und richtige Hefte haben, so das Argument. Valentina jedenfalls hofft, dass ihre neuen Lieblingsfiguren auch im Klassenzimmer Anklang finden.

 

Das kostet ein Schulanfang (exemplarische Auflistung)

Schulranzen: Der Trend geht zum Schulrucksack, sagt Manfred Geißert, Schreibwaren-Abteilungsleiter im Kaufhaus Ahrens. Das ist ein viereckiger Rucksack, der nicht mehr viel von einem klassischen Tornister hat und daher auch bei älteren Kindern noch beliebt ist. Ein Marken-Ranzen von Scout kostet bis zu 200 Euro. Im Angebot gibt es derzeit auch welche für weniger als die Hälfte. Die meisten Eltern und Großeltern schenken Schulranzen bereits Monate vorher – zu Ostern oder zum Geburtstag. Wer dies aber auf den letzten Drücker macht, kann auf Schnäppchen hoffen. Scout-Ranzen gibt es jetzt für 50 oder 60 Euro.

Schultüte: Der Rohling ist in. Eltern setzen auf individuelle Gestaltung und kaufen zunehmend unbemalte Schultüten. Die kosten zirka zehn Euro. Eine mit Motiven etwa das Doppelte. Es gibt aber auch viele Kindergärten, die die „großen“ Kinder mit einer selbst gebastelten Schultüte verabschieden. Die große Frage ist aber auch: Was kommt hinein? Immer mehr Lehrer bitten um den Verzicht von Süßigkeiten. Damit keiner zu viel oder zu wenig Inhalt in seiner Tüte hat, befüllen viele Schulen die Tüten selbst. Eltern zahlen dann einen Pauschalbetrag von 20 bis 30 Euro dafür.

Trinkflasche und Brotdose: Hier gibt es den größten Spielraum für den individuellen Geschmack. Das betrifft nicht nur den Inhalt, sondern auch das Design. Minion-Fans essen aus Minion-Brotdosen. Hochwertige Silikon-Flaschen kosten rund 20 Euro.

Turnbeutel und Sportkleidung : Je nach Schule: Manche Grundschüler müssen Turn-Schläppchen mitbringen, andere richtige Turnschuhe mit Klettverschluss. Dazu Sportkleidung. Hier gibt es große Preisunterschiede. Schuhe oder Shirt eines Markenherstellers können je 30 Euro und mehr kosten. Es gibt Lehrer, die für den Sportunterricht daher das Tragen von weißen T-Shirts fordern. Auch der klassische Turnbeutel zum Transport der Sportsachen ist nach wie vor noch populär.

Mäppchen, Stifte, Radiergummi: Beliebt sind Federmäppchen mit Marken-Buntstiften. Die sind dreieckig geformt und daher ergonomisch. Mäppchen mit Marken-Stiften, Linealen, Radiergummi und Spitzer kosten zwischen 15 und 20 Euro – im Schnitt. Preisgünstige Mäppchen gibt es bereits ab drei Euro. Der klassische Bleistift für den Einstieg kostet zirka 1,50 Euro.

Farbkasten, Pinsel, Schere und Kleber: Ein Pelikan-Farbkasten, der zu den gefragtesten Utensilien für den Malunterricht zählt, kostet derzeit zirka fünf Euro im Handel. Vier bis fünf Borstenpinsel, Klebestift und Flüssigkleber mit Lösungsmittel sind ebenfalls auf vielen Einkaufs-Listen für Erstklässler. Insgesamt muss man hier mit mindestens zehn Euro rechnen.

Hefte, Mappen und Bücher: Die Preisspanne bei Heften und Mappen ist groß. Denn wer Hefte im Doppelpack kauft, spart Geld. Das Gleiche gilt für Hefter. Ein Zehnerpack Schnellhefter kostet manchmal weniger als vier einzelne Hefter – rund 1,30 Euro im Angebot. Ein Hausaufgabenheft mit Motiven kostet zwischen einem und vier Euro. Notizbücher gibt es auch im zweistelligen Bereich.

von Anna Ntemiris

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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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