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Der Geist des Weihnachtsfestes

Feier für Flüchtlinge Der Geist des Weihnachtsfestes

Ein ganz besonderes Willkommenszeichen setzten Marburger Familien, indem sie ihr Weihnachtsfest mit Flüchtlingen verbrachten. Die Intention: Zusammen feiern und zeigen, was das Fest in Deutschland bedeutet.

Weihnachten mal anders: In den Räumlichkeiten des Christus-Treffs gab es ein großes Fest für Flüchtlinge und Marburger Familien. Beim gemeinsamen Essen kamen sich die unterschiedlichen Kulturen näher.

Quelle: Rike Werner

Marbrug. „Weihnachten gehört denen, die Hilfe benötigen. Sich nur mit der eigenen Familie zurückzuziehen, ist nicht der Sinn, vom Fest der Liebe“, betont Elke Werner. Sie ist eine der Verantwortlichen des internationalen Weihnachtsfestes, das an Heiligabend in Marburg gefeiert wurde. „Wir wollen den Flüchtlingen etwas Gutes tun und sie willkommen heißen, ihnen zeigen, warum und wie Weihnachten hier gefeiert wird“, sagt Wolfgang Winkler, einer der Organisatoren.

Eröffnet wurde der Abend durch eine Bühnendarbietung, die den Gästen Kenntnis über das Weihnachtsfest in Deutschland gab. Die Besucher waren anfangs etwas zurückhaltend, doch als die ersten Weihnachtslieder in drei Sprachen angestimmt wurden, stellte sich eine weihnachtliche und harmonische Stimmung ein.

In einem Kurzfilm flackerte die Weihnachtsgeschichte auf syrisch und arabisch über die Leinwand, Trompetenstücke, eine Tanzaufführung und ein „Weihnachtsquiz“ komplettierten das Programm.

Als schließlich Kerzen angezündet wurden und Fürbitten für die vertretenen Länder gesprochen wurden, kam abermals Bewegung in die Gäste. Viele spendeten Beifall, als ihr Herkunftsland genannt wurde. Im Anschluss wurde das reichhaltige Buffet eröffnet und die Gäste ließen nicht lange bitten.

Das Buffet, für das Privatpersonen Gerichte zubereitet hatten, zeugte von einer kulinarischen Vielfalt: von Salaten, über Aufläufe bis hin zu verschiedenen Nachspeisen war für jeden Geschmack etwas dabei. Die Gäste und Veranstalter verteilten sich an Tische und in den Außenbereich des Christ-Hauses der Stiftung Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor, wo die Feier stattfand, um den Abend ausklingen zu lassen.

„Für uns ist es wichtig, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen und sich einzugliedern“, sagte Abdul Shikhoni aus Syrien. „In einem neuen Land fühlt man sich schnell als fremde Person, die Veranstaltung ist sehr gut, um sich als Teil der Gesellschaft zu fühlen. Für uns ist das ein großes Willkommenszeichen“, fügte er hinzu.

„Hier kann man sich austauschen, damit man die Kultur und das Miteinanderleben kennen lernt“, bestätigte Nabira Alibarraij, die als freiwillige Helferin bei der Veranstaltung tätig war.

Mit dem Bus geht es am Abend zurück

Zum Abschluss gab es noch eine Bescherung für die großen und kleinen Gäste. Die Flüchtlinge erhielten Präsente mit Plätzchen, Pflegeartikeln oder Kuscheltieren und Stiften für die Kinder. Gegen halb zehn abends wurde es schließlich Zeit für den Abschied und die Flüchtlinge wurden wieder in ihre Unterkünfte gebracht. Ein regionales Busunternehmen hatte einen Bus und einen Fahrer zur Verfügung gestellt, der die Flüchtlinge beförderte.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen“, betonte Klaus Denfeld, einer der Hauptorganisatoren. Ungefähr 250 Flüchtlinge aus dem Flüchtlingscamp in Cappel und aus anliegenden Stadtteilen der Stadt Marburg besuchten die Veranstaltung.

„Es muss die Möglichkeit geben, an diesem besonderem Abend Flüchtlingen etwas von unserer Freude abzugeben“, betonte Denfeld.

Weihnachten sei das Fest der Liebe, gerade jetzt sei es wichtig Nächstenliebe zu praktizieren, erklärte auch Winkler. „Es ist enorm, wie viele Leute bereit waren mitzuhelfen und ihren eigenen Heiligabend komplett umzustellen“, sagte er.

Über 40 freiwillige Helfer waren an der Organisation beteiligt, die sich um die Programmpunkte, das Buffet und die Räumlichkeiten kümmerten. Darunter waren auch fünf Familien mit ihren Kindern, die beschlossen, den Flüchtlingen ein „Willkommen zu Weihnachten“ zu bescheren.

Die Idee für die Feier entstand auf einem großen Treffen der Ehrenamtlichen. Ferner waren der Christus-Treff und die Koordinierungsstelle für Flüchtlingswesen der Universitätsstadt Marburg die Veranstalter. Neben vielen Privatpersonen wurde die Feier von mehreren örtlichen Sponsoren unterstützt, ohne die die Feier nicht möglich gewesen wäre.

von Rike Werner

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